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Zweierlei des Saisonauftakts

Mit «Moskaue in Davos» wurde das Bild betitelt. Das Foto stammt aber von der Europacup-Partie vom 28. Februar 1985, welches der HC Davos in Bern gegen ZSKA Moskau (4:7) gespielt hat.

HCD-Kult-Goalie Richard Bucher 1985 im Europacup Spiel gegen ZSKA Moskau. (Foto: SRF)

HC Davos gegen Kloten Flyers ist mein NLA-Auftakt 2012-13. Aber nicht etwa in Davos, sondern im Zürcher Leutschenbach. Ein Zusammenschnitt von 12 Minuten ist geplant, kommentiert durch Jann Billeter. Dies ist eine ganz neue Situation, sitze doch sonst ich live im Stadion und Billeter, Jaggi und Co. in Zürich am Schnittplatz hinter den Bildschirmen.

Noch vor dem Spielstart um 19.45 Uhr meldet sich Radio-DRS-Journalist Mathias Marti aus Berlin. Auf meinen Rat geht er in der O2 World zum DEL-Auftaktspiel Eisbären Berlin (ehemals SC Dynamo Berlin) gegen die Straubing Tigers.

Schweigeminute für Richard Bucher

In der Zwischenzeit läuft auf dem Bildschirm die Schweigeminute für den letzte Woche verstorbenen HCD-Kultgoalie Richard Bucher. Ich kann mich genau an Buchers letzte Aktivsaison 1988-89 erinnern, von dieser Mannschaft habe ich irgendwo noch ein Mannschaftsposter mit allen Unterschriften.

Zurück ins Jahr 2012, Davos und Kloten, welche übrigens endlich wieder mit ihrem «alten» Klublogo antreten, haben zusammen gerade Mal fünf Ausländer auf dem Matchblatt. Aus finanziellen Gründen oder bereits zukunftsorientierten Wunschvorstellungen. Falls der NHL-Lockout erneut eintreffen würde, kämen Joe Thornton, Rick Nash und Nino Niederreiter zu den Bündnern.

Marti aus Berlin

Davos verliert die Partie im Penaltyschiessen durch einen sehenswerten Penalty Simon Bodenmanns. Schon etwas vorher kommt ein MMS aus der Berliner-Eisbären-Loge von Reporter Marti, welcher mir die 1:3-Niederlage der Eisbären mitteilt. Die 1. Runde von 50 NLA-Qualifikationsspielen oder Spiel 1 von 52 DEL-Runden sind bereits wieder Geschichte.

Das Berliner Wunder von Mannheim

 

Die Eisbären erzwingen in Mannheim das siebte Spiel. (Foto: DPA/Welt Online)

Die Eisbären erzwingen in Mannheim das fünfte Spiel. (Foto: DPA/Welt Online)

Wenn Rumänien gegen Litauen an der B-Weltmeisterschaft“vier Minuten vor Schluss noch 3:5 zurück liegt und die Partie innert zwei Minuten in einen 6:5 Sieg verwandelt, nehmen dies gerade mal 140 Nasen in der Halle von Krynica zur Kenntnis. Der Spielausgang hat im Nachhinein für beide Teams keine Auswirkung über den Klassenerhalt.

Das Wunder von Stockholm

Im Oktober 2011 führt AIK Solna Stockholm nach zwei Dritteln gegen HV71 Jönköping souverän mit 6:2, in der 42. Minute fällt durch Oscar Ahlström sogar noch das das 7:2. Es geht nur noch darum wie hoch der Sieg bis zur 60. Minute ausfallen würde. Doch alles kommt anders. In der 48. Minute erzielt Jönköping innerhalb von sieben Sekunden zwei Treffer – und für AIK kommts noch schlimmer. Innerhalb von 133 Sekunden gelingt Jönköping zwischen der 51. und 53. Minute der 7:7-Ausgleich! Logischerweise gelingt den Gästen aus Jönköping im Shootout durch Jukka Voutilainen der Siegestreffer zum 7:8 Endstand.

DEL-Final

Wer glaubt, solche «Eishockey Wunder» gibts nur in bedeutungslosen Qualifikationsspielen, wird im DEL Finale 2012 eines besseren belehrt! In der Best-of-five Serie führen die Adler Mannheim mit 2:1 in der Serie und können im vierten Spiel Zuhause in der proppenvollen SAP-Arena alles klar machen. In der ersten Minute erzielt Christoph Ullmann auch schon den Führungstreffer – die Halle steht bereits Kopf – und die Eisbären Berlin stehen mit dem Rücken zur Wand. Nach einem offenen Schlagabtausch führen die Adler 14 Minuten vor Schluss mit 5:2, Berlin scheint am Boden. Mannheim greift bereits nach dem Pokal und keiner der 13’600 Fans – selbst der optimistischste «Dynamo-Anhänger» im Stadion würde jetzt noch eine Reichsmark (die alte DDR-Währung) auf die Eisbären wetten.

Harold Kreis geht mit seiner Mannschaft ehrenhaft unter…

Nur zehn Sekunden nach dem 5:2 fällt der 3:5-Anschlusstreffer der Berliner durch Jimmy Sharrow. Ab diesem Zeitpunkt stehen die Mannheimer total neben den Schlittschuhen und kommen kaum noch über die rote Linie. Innert sechs Minuten läuft der «Dynamo» bis zum 5:5-Ausgleich auf Hochtouren. Wie kann man einen Dreitore Vorsprung in einem Endspiel verspielen? Adler-Trainer Harold Kreis – hat immerhin in der Schweiz schon zwei Titel geholt – kann Mannheims Untergang in den letzten 14 Minuten nicht stoppen und geht mit seiner Mannschaft ehrenhaft unter… selbst Kevin Schläpfer hätte diesen Vorsprung mit dem EHC Biel verwalten können, lässt mich der Biel-Trainer auf seiner Heimfahrt aus Staubig wissen.

Die Eisbären gewinnen in der Verlängerung (64. T.J. Mulock) und holen als Zugabe im fünften Finalspiel Zuhause den sechsten DEL-Titel seit dem Fall der Berliner Mauer. Um es in «Schwyzerdütsch» auszudrücken, die Eisbären Berlin sind die ZSC Lions Deutschlands und die Adler müssen sich als den «SCB Deutschlands» trösten lassen.