Die einzig wahre Trophäe

Stéphane Charlin wurde an den Swiss-Ice-Hockey-Awards, als Torhüter der Saison, mit der Jacques-Plante-Trophy ausgezeichnet. Der Genfer verdiente sich die Auszeichnung mit einer überragenden Saison bei den SCL Tigers. Damit ist Charlin, der zu seinem Stammclub HC Genf-Servette zurückgekehrt, der erste Langnauer welcher die «Trophée-Jacques-Plante», die seit 1987 vergeben wird, gewinnen konnte. Die Auszeichnung für den besten Torhüter, welche zum 38. Mal vergeben wurde, ist die traditionsreichste Auszeichnung des Schweizer Eishockeys, denn keine andere Spieler-Auszeichnung wird in der Schweiz länger vergeben.

Die «Trophée-Jacques-Plante» wurde von Raymonde Plante, der im Wallis lebenden Witwe des legendären NHL-Torhüters Jacques Plante, gestiftet und im August 1986 erstmals in Sierre präsentiert. In Anlehnung an die Georges-Vezina-Trophy (dem Vorbild aus der NHL), wurde die als «Replika» durch die «Silberschmiede» Argeta in Saxon hergestellt und war zu diesem Zeitpunkt eine absolute Neuheit im Schweizer Eishockey. Slapshot berichtete in der Januar Ausgabe von 1987 über die NHL-würdige Trophäe (Foto) mit folgenden Kriterien: Die Torhüter müssen mindestens 29 Spiele absolviert oder 1740 Minuten gespielt haben. Die Trophäe ging damals an den statistisch besten Torhüter der Qualifikation. Der Davoser Richard Bucher wurde als erster Akteur ausgezeichnet. Heute wird die Trophäe jeweils durch Caroline Plante, der Tochter der NHL-Legende, an den besten Torhüter der Liga, nach einer Jury-Wahl, überreicht.

Ihr Vater Jacques Plante wurde 1978 in die Hockey-Hall-of-Fame in Toronto aufgenommen. In 19 NHL-Spielzeiten, zwischen 1953 und 1975, gewann der Torhüter sechsmal den Stanley-Cup mit den Montreal Canadiens, dazu kommen sieben Georges-Vezina-Trophys (Auszeichnung für den besten Goalie der Liga), die Hart-Trophy (wertvollster Spieler der Regular-Season) plus sieben Nominierungen ins All-Star-Team. Seine Rückennummer 1 wird in Montreal nie mehr vergeben. Nach seiner NHL-Karriere liess sich die Torhüterlegende 1984 mit seiner Familie in der Schweiz nieder, wo er auch eine Saison beim HC Sierre als Assistenzcoach von Normand Dubé (Christians Vater) an der Bande stand. 1986, im Alter von 57 Jahren, verstarb die NHL-Legende in Genf an Magenkrebs. Noch im gleichen Jahr hat seine Frau Raymonde die Fondation-Jacques-Plante zur Förderung von Torhütern in der Schweiz gegründet und stiftete den Wanderpokal für den besten Goalie der Nationalliga-A.

Zu Plantes Ehren wird auch in seiner Heimat, in der Liga seines Geburtsortes, der Quebec-Major-Junior-Hockey-League (QMJHL), seit 1970 die «Trophée Jacques Plante» an den Torhüter mit dem geringsten Gegentorschnitt vergeben, zwei der Gewinner spielten später gar in der Schweiz. Im Gegenzug spielten sieben Jacques-Plante-Trophy-Gewinner aus der Schweiz später in der NHL.

Artikel ist im SLAPSHOT Magazin unter KREIN ON TOUR erschienen.