Red Bull verleiht Flügel gegen Flügel

Von der ersten Red Bull Dose, welche in den frühen 90er Jahren in der Schweiz als verbotene Substanz direkt vor den Party-Lokalitäten aus Auto-Kofferräumen verkauft wird, bis zum ersten Spiel im Salzburger Volksgarten dauert es gute 20 Jahre. Die verbotene Substanz ist auch in der Schweiz längst legal und die silber-blaue Dose ist der Helm des Eishockey-Clubs der Mozartstadt.

Aber auch der Gegner, welcher zur Zeit der verbotenen Substanz bei uns nur als „Torte“ bekannt ist, trägt keine normale Helmfarbe. Die Helme sind kupferfarbig und glänzen im Scheinwerferlicht wie einst unsere UBS-Goldhelme der 90er Jahre. Der Linzer Verteidiger mit der Rückennumer 41 ist nicht mit den Goldhelmen, aber mit der Schweiz bestens vertraut, er verteidigte zwsichen 2007 und 2001 vier Jahre für die SCL Tigers. Curtis Murphy ist auch an deisem Abend im Salzburger Volksgarten einer der auffälligsten Akteure und steuert für die Kupferhelme die Vorlage zum 2:4 Gregor Baumgartners bei.

Dieses mal reichts nicht für die Black Wings, welche den Bullen ihre letzte Niederlage am 20. Oktober in Salzburg zugefügt haben. Salzburg realisiert, durch Red Bull Flügel verleiht, den zwölften Sieg in Serie schon im ersten Drittel und drei Treffern in den ersten 14 Minuten und einem unheimlichen Tempo in den ersten Minuten. Diese Operettenliga, wie die Liga in der Schweiz jeweils despektierlich genannt wird, hat einiges zu bieten und manches NLA-Team, nicht nur die „Schwarzen Flügel“ aus Linz, hätte heute hier Flügel lassen müssen.

26. November 2013 – 41. Spieltag

Tiroler Wasserkraft und Nordamerika-Pioniere

Innsbruck, Olympiastadt von 1964 und 1976, Wintersportort im schönen Tirol. Premiere in der österreichischen Bundesliga, in der 49. Runde gehts zum Spiel des HC «Tiroler Wasserkraft» Innsbruck gegen die Vienna Capitals. Ich erinnere mich an den «Gösser» EV Innsbruck, welcher 1989 beim Europacup in Bern gastiert oder an den Schweizer Bundestrainer Rudi Killias, welcher in der letzten Blütezeit Innsbrucks an der Bande steht. Die Sponsoren prägen das österreichische Eishockey seit Jahren. Nicht nur auf dem Eis dominiert die Werbung, sondern auch auf dem Tenü der Spieler. Als Kind ist dies für mich höchst beeindruckend und heute eher wieder gewöhnungsbedürftig.

Hohenberger und Baumgartner

Mit Martin Hohenberger (1995) und Gregor Baumgartner (1997) stehen zwei der ersten österreichischen NHL-Draftpicks in den beiden Kadern. Beide wurden von den Montreal Canadiens gezogen und beide spielten den Grossteil ihrer Karriere in Nordamerika, für Baumgartner ist es die erste Station seit seiner Rückkehr im letzten Sommer. Hohenberger bringt es auf neun AHL-Spiele für die Fredericton Canadiens, Baumgartner kommt auf 35 AHL-Partien mit den Utah Grizzlies, wo Mark Streit ein Jahr vor dem Österreicher gespielt hat. Ein weiterer ehemaliger US-Söldner ist Wiens André Lakos, der Verteidiger überflügelt mit 184 Einsätzen in der AHL seine beiden Wegbereiter, Lakos wurde 1999 von den New Jersey Devils gezogen.

Trotz der Abwesenheit von Hohenberger, erwischt das «Tabellenschlusslicht» aus Innsbruck den besseren Start und geht in der kalten Olympiahalle mit 1:0 in Führung. Der Schlüssel zum Innsbrucker Sieg ist die 23. Spielminute, innert 13 Sekunden schiessen die Haie zwei Tore und ziehen mit 3:0 davon. In der zwölften Reihe auf der Westtribüne notiere ich zwei Wiener Anschlusstreffer, das «Kelly-Chips-Team» um Baumgartner und Lakos kommt noch einmal ran, ehe Peter Kasper mit der «Tiroler Wasserkraft» für die Haie, nach acht Niederlagen in Serie, ins leere Tor der Wiener den Schlusspunkt setzt. Eine gelungene Abwechslung zur Schweiz und eine zwar etwas kalte, aber gemütliche Atmosphäre im legendären Olympiastadion, welches für die Weltmeisterschaft im kommenden Jahr umgerüstet wird.

Auch dieser alterwürdige Teil muss dem Umbau zur WM-Halle 2005 weichen. (Krein)

Sonntag, 29. Februar 2004 (Runde)

HC TWK Innsbruck – Vienna Capitals 4:2 (1:0, 2:1, 1:1)
Olympiahalle. – 1’200 Zuschauer. – SR Carlsson, Neuwirth/Six. – Tore: 7. Lindner (L. Schwitzer, Kasper) 1:0. 23. (22:33) Schlögl (Strobl) 2:0. 23. (22:46) Tropper (Fox, Guidarelli) 3:0. 29. P. Harand (Kniebügel, Latusa) 3:1. 56. Juza (C. Harand, Baumgartner) 3:2. 60. Kasper (Fox, ins leere Tor) 4:2. – Strafen: Innsbruck 6×2 Minuten, Vienna 4×2 Minuten.
Innsbruck: Dalpiaz (Gottardis); Mellitzer, Stern, Praxmarer, F. Schwitzer (2), Rahm, Silfwerplatz (2), Mana, Kasper; Schönberger, Mössmer, Höller, Lindner (2), Schlögl (2), L. Schwitzer, Guidarelli, Fox (2), Tropper (2), Strobl.
Vienna Capitals: Leinonen (Bartholomäus); Wieselthaler (2), P. Lakos (2), Ponto, Havasi, Werenka, A. Lakos, Privoznik; Kniebügel, Tsurenkov, Latusa, P. Harand, Craig (2), Podloski, C. Harand (2), Juza, Baumgartner, Leiner.