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Ehlers und das zweite Spiel

Foto: Nikolaj Ehlers (Winnipeg Jets) trifft bei seinem Liga-Debüt zum dritten Mal in seinem zweiten Spiel. (Elsa, Getty Images)

Am 5. Januar 2013 siegte der EHC Biel in einem Qualifikationsspiel gegen die SCL Tigers mit 5:4. Dabei setzte Biel-Trainer Kevin Schläpfer den erst 16-jährigen Junior Nikolaj Ehlers ein. Der Sohn von Heinz Ehlers durfte in seinem zweiten NLA-Spiel in der ersten Linie mit Eric Beaudoin und Emanuel Peter spielen. Nach lediglich 25 Sekunden erwischte der Däne Langnau-Hüter Thomas Bäumle zwischen den Schonern und brachte Biel mit 1:0 in Führung und Ehlers-Junior skorte bereits in seinem zweiten NLA-Spiel.

Auch in Winnipeg zwei Spiele

Auch in der National-Hockey-League (NHL) benötigte Ehlers-Junior nur zwei Spiele für seinen ersten Skorerpunkt. In seiner zweiten Partie für die Winnipeg Jets gab der NHL-Draft von 2014 am 9. Oktober 2015, beim 3:1-Sieg gegen die New Jersey Devils, in der 22. Minute die Vorlage zum 1:0 von Mark Scheifele. Ehlers beendete die Partie mit einer Plus 2 Bilanz und stand 14 Minuten und 14 Sekunden auf dem Eis. Mit seinem ersten Skorerpunkt im zweiten NHL-Spiel ist Ehlers der elfte dänische Punktesammler (siehe unten) in der besten Liga der Welt.

Auch bei den Junioren zwei Partien

In der Quebec-Major-Junior-Hockey-League (QMJHL) brauchte Ehlers ebenfalls zwei Spiele für den ersten Skorerpunkt. Am 13. September 2013 gab der Rechte Flügel der Halifax Mooseheads in der 17. Minute das Zuspiel auf Danny Moynihan’s 1:0 gegen die Charlottetown Islanders, die Partie ging allerdings 2:5 verloren.

Ehlers‘ zweite Spiele

NLA: 5. Januar 2013, Tor zum 1:0 nach 25 Sekunden.
QMJHL: 13. September 2013, Assist zum 1:0 (Moynihan) nach 17 Minuten und 5 Sekunden.
NHL: 9. Oktober 2015, Assist zum 1:0 (Scheifele) nach 21 Minuten und 3 Sekunden.

-> Ehlers erster NHL-Punkt

Die dänischen NHL-Skorer (Stand 10. Oktober 2015)

Frans Nielsen (NY Islanders), 297 Punkte*
Jannik Hansen (Vancouver), 185 Punkte*
Mikkel Bodker (Arizona), 174 Punkte*
Lars Eller (St. Louis, Montreal), 130 Punkte*
Peter Regin (Ottawa, NY Islanders, Chicago), 67 Punkte
Poul Popiel (Boston, Los Angeles, Detroit, Vancouver, Edmonton), 54 Punkte
Philip Larsen (Dallas, Edmonton), 31 Punkte
Nicklas Jensen (Vancouver), 6 Punkte*
Frederik Andersen (Anaheim), 4 Punkte*
Oliver Lauridsen (Philadelphia), 3 Punkte
Nikolaj Ehlers (Winnipeg), 1 Punkt*

*=noch in der NHL aktiv

Biasca, die Coyotes des Schweizer Eishockeys

Foto: Kapitän Nicola Medici feiert Chiassos 2. Liga-Titel 2010. (Ti-Press)

Der HC Biasca übernimmt den 1. Liga Platz des HC Chiasso. Dieser wiederum übernimmt Biascas Platz in der 2. Liga. Damit holt der HC Ambri-Piotta sein 1. Liga-Partnerteam in seine Nähe.

Nach dem „Deal“ zwischen dem EHC Arosa und dem SC Bern im Frühjahr 1986, ist es der grösste „Umzug“ der Schweizer Hockeygeschichte. Was in der National-Hockey-League fast zum „Yearly-Business“ gehört, hat nun auch die Hockeyschweiz erreicht.

Anfang März hat der HC Chiasso aus finanziellen Gründen seinen Rückzug aus der 1. Liga bekannt gegeben. Dafür übernimmt der 2. Liga Klub HC Biasca auf die kommende Saison 2013-14 den Platz in der obersten Amateurklasse. Im Gegenzug wechselt Chiasso in die 2. Liga und an die Stelle der Leventiner.

Geografisch sinnvoll

Klubnamen, Spielerlizenzen und die Spielorte werden getauscht. Mit dem Transfer des HC Chiasso, holt der HC Ambri-Piotta sein Partnerteam in die Leventina. So können künftig Ambris Elite-Junioren von 1. Liga Einsätzen im 30 Kilometer entfernten Biasca profitieren.

Eine ähnliche Situation gab es schon vor Jahresfrist zwischen Luganos Partnerteams HC Ceresio und GDT Bellinzona. Der 2. Liga Klub Bellinzona tauschte seinen Platz mit dem 1. Ligisten Ceresio. Absurd, denn ursprünglich war Chiasso Luganos Farmteam und Bellinzona kooperierte mit Ambri, alles noch klar?

Irren und Wirren um die Klub-Geschichte

Teams werden verschoben, getauscht und umbenannt. Dies ist eine Verfälschung der Geschichte und die Klub-History wird komplizierter als jede Ahnenforschung von Männern welche den Nachnamen ihrer Ehefrau übernehmen.

Die Winnipeg Jets sind das Paradebeispiel. 1996 wurden die Jets in die Wüste nach Phoenix transferiert. Die gesperrten Rückennummern von Bobby Hull und Thomas Steen, welche nie ein Spiel für die Coyotes absolviert haben, hängen nun unter dem Hallendach der Glendale Arena in Arizona.

Die neuen Winnipeg Jets, nach dem Transfer aus Atlanta 2011, erben wiederum die „Geschichte“ der Atlanta Trashers um die zurückgezogene Nummer des tödlich verunfallten Dan Snyder. Wo liegt nun Chiasso? In Biasca – oder erbt die Grenzstadt schon bald einen Platz in der NLA als HC Faido?

Die wichtigsten Umzüge:
2013 Ceske Budejovice nach Hradec Kralove
2012 HC Lev Poprad nach Prag
2011 Atlanta Trashers nach Winnipeg
2002 München Barons nach Hamburg
1997 Hartford Whalers nach Carolina
1996 Winnipeg Jets nach Atlanta
1995 Quebec Nordiques nach Denver (Colorado Avalanche)
1993 Minnesota North Stars nach Dallas
1982 Colorado Rockies nach New Jersey
1980 Atlanta Flames nach Calgary
1976 Kansas City Scouts nach Denver (Colorado Rockies)
1976 Oakland Seals nach Cleveland (Barons)
1934 Ottawa Senators nach St. Louis (Eagles)
1930 Pittsburgh Pirates nach Philadelphia (Quakers)

Winnipeg besser als Atlanta?

National-Hockey-League Teams kommen und gehen. Die Stadt Atlanta scheint dazu prädestiniert zu sein, was NHL-Umzüge betrifft. Was 1972 mit den Atlanta Flames beginnt, endet acht Jahre später mit einem Wechsel nach Calgary. Dazwischen muss man sich in Georgia 19 Jahre lang gedulden, ehe die Atlanta Trashers als zweites NHL-Team präsentiert werden. Doch Atlanta scheint für NHL-Eishockey erneut nicht geeignet und verliert als erste Stadt der NHL-Geschichte zum zweiten Mal ein NHL-Team.

Auch der Turner-Cup reicht nicht

Zwischen 1992 und 1996 beheimatet Atlanta auch ein International-Hockey-League-Team (IHL), die Atlanta Knights. Die Knights bescheren der Stadt 1994 zwar den bisher einzigen Eishockey-Titel (Turner Cup), doch auch der IHL-Titel reicht nur für eine vierjährige Geschichte der Knights, ehe sie nach Quebec (Rafales) umgesiedelt werden. Zurück zur NHL, wie einst Atlanta, erhält auch Winnipeg seine zweite Chance zur endgültigen NHL-Stadt zu avancieren. Offen bleibt nur noch der Name – doch dies ist eigentlich keine Frage, alles andere als ein revival der Winnipeg Jets wäre absurd. Es lebe die Tradition und es leben die Winnipeg Jets!

Erfolgreiche Rückkehrer

Dennoch gab es erst bei einer Rückkehr in die alte Heimat ein Team-revival, in Ottawa (Senators). Weder in Atlanta, in Colorado, in Minnesota oder in St. Louis. Die alten Teamnamen wurden in allen Fällen durch neue ersetzt. Trashers statt Flames, Avalanche statt Rockies, Wild statt North Stars und Blues statt Eagles. Doch was in Ottawa möglich war, sollte auch in Winnipeg möglich sein.

 

Grafik: eishockeyblog.ch

Grafik: eishockeyblog.ch

Erfolgreiche Rückkehrer:
2011 Winnipeg Jets? (Umzug aus Atlanta)
2000 Minnesota Wild (Neu)
1995 Colorado Avalanche (Umzug aus Quebec)
1991 Ottawa Senators (Neu, revival)
1967 St. Louis Blues (Neu)

Erfolglose Rückkehrer:
1999 Atlanta Trashers (nach den Flames das zweite Team welches in Atlanta scheitert)