Die Kehrseite der Medaille oder Können statt Wollen

30 Meistertitel seit 1921 – oder 5 Meistertitel in den letzten zehn Jahren – was für eine Bilanz! Die Baumeister aller fünf Erfolge seit 2002 sind Arno Del Curto und Reto von Arx. Das Erfolgsduo funktioniert schon in der Juniorern Nati, als die Schweizer (vorher nur Kanonenfutter) an der Junioren WM 1995 in Boston erstmals die Kanadier an den Rande einer Niederlage bringen. Das Duo ist für den HC Davos ein wahrer Glücksfall, ich behaupte: «Ohne das Duo Del Curto/von Arx wäre Davos höchstens Mittelmass. Für den HCD also ein Glücksfall, nicht aber fürs Schweizer Eishockey.»

Ein Spieler wie von Arx hätte sich in der NHL durchsetzen können/müssen! Seine Klasse ist unbestritten, der Emmentaler hätte es in Übersee packen können, er ist nicht schlechter als Jochen Hecht oder Marco Sturm (um nur zwei Beispiele unseres Deutschen Nachbars zu nennen). Reto von Arx ist lieber ein König in der NLA, als ein Prinz in der NHL. In keinem anderen Land spielt der wohl beste Stürmer nicht fürs Nationalteam – genug Befriedigung für einen Stürmer wie Von Arx? Ist der Schweizermeistertitel oder ein Spenglercup-Pokal das höchste aller Eishockey Gefühle? Auf diese Frage würden mir Mark Streit und Nino Niederreiter wie Arno del Curto mit einem «Kopfschütteln» den Rücken zukehren.

Desselbe gilt für den Davoser Erfolgstrainer. Der König unter den NLA Coaches begnügt sich mit nationalen Meistertiteln und Spenglercup-Pokalen (ein Freundschaftsturnier) – mehr will er nicht? Genau so wie sich Reto von Arx in der NHL hätte durchsetzen können, hätte Arno Del Curto die Schweizer Nati zu einer Medaille führen können. Dennoch begnügt sich der Engadiner lieber in der «Bündner Komfortzone.» Für das Duo Del Curto/von Arx ist ein Schweizermeistertitel die höchste Form ihrer «Selbstverwirklichung des Eishockeys.»

Wie gesagt, für die einen ein wahrer Glücksfall, für die anderen ein Jammer – und – «hätten und wären» gibt es genau so wenig, wie von Arx im Trikot der Blackhawks oder Del Curto hinter der Schweizer Bande. Dennoch, herzliche Gratulation zum fünften oder 30. Meistertitel!

Der American Dream beginnt in Basel

Brüglingerstrasse Basel, es ist Samstag Vormittag, ich stehe mit meinem Auto am Rotlicht, ca. 100 Meter vom St. Jakobs-Areal entfernt. Die Sonne scheint, das Vogelgezwitscher übertönt meinen Radiosender, was für ein herrlicher Frühlingstag. Wohl keiner der sommerlich gekleideten Passanten rund um das Sankt-Jakob-Areal käme auf den Gedanken, dass Eishockey jetzt ein Thema sein könnte, erst recht nicht in Basel.

Zehn Minuten später – der Geruch von Eis und ein Hauch von Kälte sind zu spüren – bremsen von Schlittschuhen und an die Bande knallende Pucks hallen durch die Sankt Jakobshalle, ein «Pfiff» aus der Trillerpfeife von Matt Smith bricht die Übung ab. Auf dem Eis kämpfen 30 Spieler aus Österreich, Italien, Deutschland, Slowenien und der Schweiz um ein Ticket für Toronto.

Die Jungs sind zwischen 15 und 19 Jahren

Scanlon-Creek-Hockey-Canada, mit Matt Smith, Jenya Feldman und Philippe Bohnenblust, bietet jungen Europäern, die Möglichkeit sich im Mai 2011 an einem Showcase Turnier in Toronto für die nordamerikanischen Ligen zu empfehlen. Die Jungs in Basel sind zwischen 15 und 19 Jahren und kommen aus Kloten, Davos, Basel, Salzburg, Varese, Valpellice oder St. Pölten.

Das Basler Camp 2011; hinten links Krein, Bohnenblust, hinten rechts Smith, Malicek. (Feldman)

Einer von ihnen hat bereits eine Saison in Übersee bestritten: Der Baselbieter Remo Hunziker spielte in der aktuellen Saison bei den Hartford Jr. Wolfpack in der Atlantic-Junior-Hockey-League (AJHL). In der kommenden Saison will er sich in Nordamerika eine Stufe höher beweisen, deshalb bestreitet er wieder das Camp von Scanlon-Creek. Für den «American- oder Canadian Dream» gehen die jungen Spieler bis ans Limit. Nicht nur körperlich sondern auch psychisch ist dies kein Zuckerschlecken.

Der Spass steht immer im Vordergrund

Dennoch heisst das oberste Gebot «Spass am Spiel», diesen Eindruck habe ich jedenfalls auf der Spielerbank während das Coachings (ich coache das Team «White») der beiden Trainingsspiele zwischen den Teams «White and Black.» Selbst nach zwei harten und intensiven Trainingstagen, lautet die Frage in den letzten Spielminuten (die Matchuhr ist defekt) jeweils: «Wie lange gehts noch?» oder «wie lange können wir noch spielen?» Keiner hinterlässt den Eindruck von «Müdigkeit oder Unlust», spielen, spielen und spielen ist der Hauptgedanke. Gerade deshalb werden es einige von ihnen auch in Nordamerika packen, da bin ich überzeugt. Und wenn die «Müdigkeit» kurzzeitig doch noch eintritt, gibts, wie könnte es für einen Salzburger auch anders sein «änen Red Bull.»

Telebasel Beitrag zu Scanlon Creek, start bei 17:05

Die Teilnehmer am Evaluation Camp

NrNameJahrgangPositionKlub
1Marco Rennhard1994FKloten
2Stephan Bacher1996GAugsburg (De)
3Iloy Borer1994DBasel
4Lorenzo Broggi1993GVarese (It)
5Nicolo Megioranza1994FVarese (It)
6Kilian Seidl1994GPustertal (It)
7Maco Richter1995FSt. Pölten (Ö)
8Stefan Brügger1992FSeewen
9Nicolo Rocca1993FValpellice (It)
10Jordi Buchholz1994GKaufbeuren (De)
11Fabian Baumann1992D
12Richard Albrecht1995GMexiko
13Orell Trautmann1996DThun
14Armin Trautmann1992FPreussen (De)
15Anton Ranov1994FDavos
16Nik Truden1993FLjubljana (Slo)
17Mattia Laudi1994DTurin
18Sera Bengerman1995D
19Marks Olesko1991DGrefrath (De)
20Fabian Erk1994FFrankfurt (De)
21Stefan Goller1993FKaufbeuren (De)
22Keegan Evangelista1994FBasel
23Davide Ferrari1993GFeltre (It)
24Vincenzo Küng1993FThun
25Tim Odermatt1994FDavos
26Nicolas Paul1993DSalzburg (Ö)
27Remo Hunziker1992FHartford (USA)

New York Marathon

Sechs Spiele in sechs Tagen quer durch Manhattan und durch zwei Staaten. Die Genialität des NHL-Schauplatzes New York und der Spielplan der NHL, lässt zwischen dem 1. und 6. März 2011 sechs Spiele in sechs Tagen innerhalb von 50 Kilometern zu. Die Kilometer allerdings haben es in sich, denn da liegen der East- und der Hudson-River, sowie der Hackensack- und der Passaic-River dazwischen, dazu kommen ein gutes Zeit- und Essmanagement, zahlreiche Knackpunkte und das wichtigste: «Unvorhergesehenes.»

Der Madison-Square-Garden liegt quasi vor der Haustüre, das Prudential-Center ist ab Penn-Station innert 30 Minuten, Fussmarsch inklusive, erreichbar. Die einzige geografische Herausforderung sind die New York Islanders in Uniondale. Via Long-Island-Rail-Road gehts Richtung Hempstead, der Knackpunkt liegt dabei etwas ausserhalb von Queens bei der Haltestelle Jamaica. Beim Vorort, durch einstige Einwanderer nach dem Karibikstaat ernannt, gilt es den richtigen Anschluss Richtung Hempstead zu finden, wenn dir hier ein Fehler passiert bist du verloren, es sei denn du hast die zeitliche Pufferzone „unvorhergesehenes“ eingebaut.

Treffpunkt Starbucks beim NHL-Store

Die erste Anlaufstation am frühen Vormittag ist jeweils der Starbucks beim NHL-Store an der «1185, 6th Avenue.» Bei einem guten «Cup-of-Coffee» wird der Tagesablauf geplant, sechs Spiele an sechs Tagen bedürfen einer sorgfältigen Zeitplanung. Oberstes Gebot ist es die Zeit für «unvorhergesehenes» einzuplanen, ein Stolperstein der sich im Strassen-Jungel von Manhattan immer wieder bemerkbar macht. Sei es nach einer Shoppingtour die Einkäufe vorher noch ins Hotel zu bringen oder die Tickets im Hotel noch holen zu müssen, abgelenkt wirst du dabei durch hunderte von äusseren Einflüssen.

Die erste Station, der Madison-Square-Garden

Die erste Partie steigt bereits am Tag der Ankunft, direkt vor der Haustüre, zu Fuss wird der Madison-Square-Garden vom Hotel-Standort beim Columbus Circle am bequemsten erreicht. Nicht unbedingt bequem sind die alten grünen Polstersessel des Gardens und die Atmosphäre beim Spiel der Rangers gegen die Buffalo Sabres gleicht eher einer grossen Kinovorstellung. Die Ambiance der berühmtesten Arena der Welt, wie sie von sich selber sagt, kommt in der Schweiz dem Hallenstadion am nächsten, dennoch hat der Garden seine Faszination.

Die zweite Station – das Prudential Center

Unterhalb des Gardens, an den Schaltern der Penn-Station, kann das Ticket nach Newark gelöst werden. Die Zugfahrt mit der «New-Jersey-Transit» dauert gerade mal 20 Minuten und der Fussmarsch durch Newark, Richtung Stadion, knappe zehn Minuten. Während des Spiels der Devils gegen die Lightning, bei einem der zahlreichen «Powerbreaks» sorgen wir rein zufällig für Aufsehen, weil wir zwei Devils-Kaffeebecher abstauben. Das Aufsehen erregt auch die Aufmerksamkeit von Mutter und Tochter Morris, direkt hinter uns, Tochter Danielle zeigt sich dabei äusserst hilfsbereit und knipst unser «Selfie.»

Die 34th Street Pennsylvania Station ist der Dreh- und Angelpunkt des sechstägigen New York Marathons. (Rolf Pfeiffer)

Die dritte Station – wieder der Madison-Square-Garden

Spiel drei liegt wieder vor der Haustüre, wir logieren beim Columbus-Circle, Gegner der Rangers sind aber nicht die Blue Jackets, sondern die Wild aus dem State-of-Hockey im Garden. Minnesota, ein Name welcher sich in der Kindheit eingeprägt hat, während der faszinierenden Zeitspanne der guten, alten North Stars, ein Poster der grün-weissen zierte einst die Zimmerwand. Die Wild spielen mit einem «X» auf der rechten Schulter, welches für zehn Jahre Wild steht. Jubiläum feiern auch die Hausherren, im 85. Jahr stehen die Rangers und bitten zum Jubiläums-Duell.

Die vierte Station – das Prudential Center zum zweiten

Nach betreten des Center’s laufen wir quasi den Devils Dancer’s in die Arme, den Cheerleaders der Teufel. Wie schon die letzte Partie in Newark, fallen auch beim zweiten Auftritt der Devils kaum Tore. Der teuerste Devils-Spieler aller Zeiten, Ilja Kovalchuk schiesst die Teufel gegen die Penguins erst in der Overtime in den Himmel.

Die fünfte Station – das Nassau Coliseum in Uniondale

Es gibt zwei Möglichkeiten das Stadion der Islanders zu erreichen, eine Luxus-Version oder die Low-Budget-Version. Für zwei Personen ziehe ich die Low-Budget-Variante per Zuglinie mit der Long-Island-Rail-Road vor, dazu gibts eine Erlebnisfahrt durch die Vororte von Long Island. Knackpunkt der Linie ist die Haltestelle Jamaica, dort gilt es den richtigen Zug weiter Richtung Hempstead zu erwischen. Prompt verpassen wir den Anschluss und das «unvorhergesehene» wird zur Herausforderung. In Manhattan tummeln sich mehrere zehntausend, aber rund um den Bahnhof des Karibikstaates gibts nirgends ein Taxi. Die Rettung kommt durch einen Fan im St. Louis-Trikot, an diesen heften wir uns, denn dieser hat telefonisch ein Taxi bestellt. Freundlicherweise dürfen wir uns an der Fahrt nicht nur finanziell beteiligen und erreichen das Nassau-Coliseum erst bei Spielbeginn. Mit den Worten «what do you think, it’s nobody in there?» erblicken wir zeitgleich mit John Tavares erstem Treffer Gegen die Blues den ruhmreichsten Eisrink unseres Trips. Verteidiger Andrew MacDonald erzielt einen Hattrick.

Das Highlight

Nach der Partie schwemmts einen Grossteil der Fans in die Bar des Marriott’s Hotels Richtung Samuel Adams und Co. Zwischen zahlreichen Bierkübel der US-amerikanischen Brauerei aus Boston gesellt sich wie aus dem nichts der prominenteste Verletzte der Islanders dazu. Im Gespräch mit Mark Streit schlendern wir uns, zusammen, Streit nimmt Wasser, mit der Biermarke, in die nächste Zeitschlaufe «unvorhergesehenes» und verpassen die letzten Züge der gleichnamigen Rail-Road der berühmten New Yorker Insel. Selbst Streit rät uns in dieser Gegend spät Abends auf die Luxus-Budget-Variante «Taxi» umzudisponieren.

Sechste Station der MSG zum dritten

Ab Mittag regnet es in Strömen, die Stimmung beim Times-Square mahnt an einen Weltuntergang eines Hollywood-Blockbusters. Untergang gilt auch für den ewigen Rivalen aus dem Bundesstaat Pennsylvania, welche bei der gleichnamigen U-Bahn-Station, unterhalb des Gardens dem Untergang geweiht sind. Das Foto wird vor dem Spiel geschossen, zu diesem Zeitpunkt weiss noch niemand, dass Assistenz-Kapitän Ryan Callahan vier Tore schiessen würde.

Die sechs Spiele innert sechs Tagen sind innerhalb von 195 Kilometern quer durch New York zu erreichen. Die drei letzten, von diesen sechs, Partien leitet der kanadische Schiedsrichter François St. Laurent in Serie, ein happiges Programm für den Unparteiischen aus Quebec.

#DatumOrtkmGegner
I1. MärzManhattan3
II2. MärzNewark45
III3. MärzManhattan3
IV4. MärzNewark45
V5. MärzUniondale96
VI6. MärzManhattan3
Total195
Statistik: eishockeyblog

Beim vierten New-York-Trip reisen wir zu viert und logieren im Hudson-Hotel.

Die Hotel-Lobby des Hudson-Hotels, am 5. März 2011. (Krein)

Lakers ab nach Österreich!

Früher gabs noch den traditionellen SC Rapperswil-Jona oder den «SCRJ» – heute spielen die Rapperswil-Jona Lakers in der Diners-Club Arena – und keiner geht hin! An Auswärtsspielen kommen im Schnitt 25 Fans aus der Rosenstadt. Und genau da ist das Problem, was haben Rosen mit eisblauen Trikots zu tun? Durch den Imagewechsel (neuer Name, neue Farben) verliert der Klub seine ganze Identität.

Wer ennet dem Seedamm will die Lakers?

Michael Krein

Es kommt noch schlimmer: Der Clubpräsident verbietet der Fankurve die alten, traditionellen Clubfarben in rot, blau und weiss zu tragen. Die gegnerischen Fangesänge «Rapperswil-Kinderzoo» könnten nicht passender sein. Warum zügeln wir den ganzen «Kinderzoo» nicht in die «österreichische» Erste-Bank-Eishockey-Zirkus-Liga (den Zirkus Knie gibts ja auch in Österreich)? Niemand südlich vom Seedamm würde die Rosen-Lakers vermissen, niemand will die Lakers länger in der National-League-A erdulden.

Eisblau wie die Erste-Bank

Österreich wäre perfekt. Dort spielen ja bereits schon Kroaten, Slowenen und Ungarn. Die Namen lauten Black Wings, Capitals, Red Bull oder 99ers. Mit Gegnern aus Zagreb, Linz und Szekesfehervar könnten die Lakers unter Umständen sogar im vorderen Mittelfeld mitspielen – und einen Österreicher (Thomas Pöck) hat man bereits in den eigenen Reihen. Und nicht zuletzt passt das «eisblau» schon jetzt perfekt zum Logo der neuen Rappi-Liga.

https://www.facebook.com/eishockeyblog.ch/videos/881098061967688/

Wer kennt Shin Yahata?

Selbstverständlich kenne ich den Namen Shin Yahata oder eben Shin Larsson. Ich muss aber zugeben, dass ich Herr Larsson-Yahata am 10. Dezember 2010 in der PostFinance Arena nicht auf anhieb erkenne. Erst als ich seinen Namen höre, ist mir klar wer da zusammen mit Jiri Hrdina, ehemaliger Weltklassespieler und aktueller Scout der Dallas Stars, neben mir sitzt.

1998 in Nagano

Yahata-Larsson ist ehemaliger japanische Nationalspieler und ist als Sohn einer Japanerin und eines Schweden 1974 in Stockholm geboren. Zwischen 1994 und 2002 spielte der ehemalige Stürmer in Japan, für die er auch sieben Weltmeisterschaften- und als Highlight die Olympischen Spiele 1998 in Nagano bestritten hat. Heute ist er als Scout für die San Jose Sharks unterwegs.

So sitzen die zwei NHL-Scouts beim «NLA-Knüller und Ambrì-Nuller» in Bern auf der Medientribüne und mir ist sofort klar welche Spieler sich die beiden anschauen würden, habe mir dies aber von Hrdina noch bestätigen lassen. Interessant, als Hauptproblem bei den Schweizer Spielern mit Jahrgang 1992 und jünger bezeichnet der Dallas-Scout die geringen Körpermasse, dazu gehören Joel Vermin und Grégory Hofmann.

Dallas‘ Liste

Dennoch zeigt er mir eine Liste mit den für die Dallas Stars interessanten Spieler. Und Larsson? Er hat den gleichen Auftrag für die San Jose Sharks, welche übrigens noch nie einen Schweizer gezogen haben. Die beiden Scouts sind für Europa zuständig und werden als nächstes zur U20 Weltmeisterschaft nach Buffalo fliegen.

Bern – Ambrì-Piotta 2:0 (0:0, 1:0, 1:0) – 10. Dezember 2010
PostFinance-Arena. – 15’007 Zuschauer. – SR Reiber, Mauron/Schmid. – Tore: 25. Reichert (Gardner, Jobin) 1:0. 58. Gardner (McLean, Roche) 2:0. – Strafen: Bern 3-mal 2 Minuten. – Bemerkungen: Bern ohne Dominic Meier, Berger, Hänni und Gigon (alle verletzt), Stettler (krank) und Gamache (überzählig), Ambrì ohne Raffainer, Kobach, Murovic und Westrum (alle verletzt) sowie Lehoux (überzählig). 31. Timeout Bern. 59. Timeout Ambrì und ab 58:31 ohne Bäumle. 60. Lattenschuss Duca.
Bern: Bührer; Roche, Furrer, Jobin, Kwiatkowski; Krueger, Beat Gerber; Vigier, Dubé, Rüthemann; Gardner, McLean, Reichert; Neuenschwander, Plüss, Vermin; Roland Gerber, Froidevaux, Scherwey; Montandon.
Ambrì-Piotta: Bäumle; Kutlak, Gautschi; Bundi, Denissow; Stirnimann, Schulthess; Casserini; Duca, Kariya, Pestoni; Trevor Meier, Landry, Hofmann; Botta, Bianchi, Demuth; Brunner, Zanetti, Isabella.

Shin Yahata-Larsson wurde mit Kokudo fünfmal japanischer Meister, 1999 Liga-Topskorer, sowie ins All-Star-Team gewählt.

70 Sekunden Zurück in die Zukunft

Es gibt viele Kuriositäten im Eishockey aber sowas hab ich noch nicht erlebt. Am Sonntag, 28. November 2010, spielt der SC Bern gegen die ZSC Lions. Beim Stand von 2:1 für den SCB, zeigt die Anzeigetafel 30:44, als Andres Ambühl aufs SCB-Tor schiesst und jubelt, doch Partie und Matchuhr laufen weiter bis zum nächsten Unterbruch.

Da zeigt die Matchuhr 31:54 und den Spielstand von 2:1. Nach der Videokonsultation des Head-Duos Marco Prugger/Daniel Stricker wird Ambühls Treffer bei 30:44 gegeben, ein korrekter Entscheid, wie auch die Bilder der Hintertor-Kamera auflösen.

„Die 70 Sekunden werden zweimal gespielt.“

— Zurück in die Zukunft

Somit muss auch die Matchuhr von 31:54 auf 30:44 zurückgestellt werden und zeigt neu den Spielstand von 2:2. Und jetzt beginnt die Zeitreise: Lions-Stürmer Patrick Schommer erzielt bei 31:49 den 3:2 Führungstreffer für die Gäste. Die 70 Sekunden werden zweimal gespielt.

Die gleiche Zeit von 31:49 erscheint an diesem Abend zweimal auf der Matchuhr, einmal beim Spielstand von 2:1 für Bern und beim zweiten Mal stehts 2:3 für die Lions. Auch ohne Delorean werden die 15’400 Fans Zeuge einer „Zeitreise“, welche die Lions zwar kurz in Führung bringt, jedoch trotz gütiger Mithilfe der „Zeit“ trotzdem nicht zum Sieg führt.

28. November 2010

Bern – ZSC Lions 6:3 (1:0, 2:3, 3:0)
PostFinance-Arena. – 15’420 Zuschauer. – SR Prugger/Stricker, Arm/Küng. – Tore: 12. Dubé (Gamache, Vigier) 1:0. 25. Vigier (Gamache) 2:0. 27. Paterlini (Ryser) 2:1. 31. (30:44) Ambühl (Monnet, Cory Murphy) 2:2. 32. (31:49) Schommer (Thomas Ziegler, Bühler) 2:3. 37. Dubé (Vigier, Krueger /Ausschlüsse Westcott; Gamache) 3:3. 50. Froidevaux (Scherwey, Vermin) 4:3. 55. Kwiatkowski (Dubé, Krueger /Strafe gegen Monnet angezeigt) 5:3. 60. (59:27) Vigier (Plüss) 6:3 (ins leere Tor). – Strafen: Bern 2-mal 2 Minuten, ZSC Lions 5-mal 2 Minuten. – Bemerkungen: PostFinance-Topskorer: Dubé (Bern); Pittis (ZSC Lions). Bern ohne Roche, Dominic Meier, Hänni und Pascal Berger, ZSC Lions ohne Pascal Müller und Down (alle verletzt). — Timeout ZSC Lions (59:11). – Pfostenschüsse: Thomas Ziegler (55.), Monnet (60.).
Bern: Bührer; Jobin, Philippe Furrer; Krueger, Kwiatkowski; Stettler, Beat Gerber; Roland Gerber; Vigier, Dubé, Gamache; Neuenschwander, Plüss, Rüthemann; Gardner, McLean, Scherwey; Vermin, Froidevaux, Reichert.
ZSC Lions: Flüeler; Stoffel, Seger; Cory Murphy, Daniel Schnyder; Westcott, Geering; Schelling; Nolan, Pittis, Adrian Wichser; Bühler, Thomas Ziegler, Schommer; Monnet, Ambühl, Patrik Bärtschi; Ryser, Schäppi, Paterlini; Bastl.

Acht «Number Ones» in der Schweiz

Wieviele «Nummer Eins» NHL-Draftpicks haben schon in der Schweiz gespielt? Kaum jemand erinnert sich an den ersten «Number One» NHL Draftpick, welcher 1984 in der Schweiz anheuerte, nicht wegen seines Namens, sondern an der Tatsache, dass Dale McCourt einst als Nummer eins im Draft gezogen wurde. Der Kanadier kam direkt von den Toronto Maple Leafs in die Leventina zum NLB-Team HC Ambrì-Piotta.

Später folgen Melvin Bridgman (1975 von Philadelphia gedrafted) beim HC Sierre (wieder in der NLB) und Doug Wickenheiser (1980, Montreal) beim EV Zug. Dies wars dann für eine Weile. Erst in der Lockout Saison 2004/05 folgen zwei weitere «Big Names» ihren drei Vorgängern aus den 80er Jahren den Weg in die Schweiz. Das Duo Joe Thornton (1997, Boston Bruins) und Rick Nash (2002, Columbus Blue Jackets) schiesst Davos zum Schweizermeister- und Spenglercup Titel.

Owen Nolan ist der achte Number-One-Draftpick in der Schweiz

eishockeyblog

Auch der nächste grosse Name kommt ins Bündnerland: Alexandre Daigle (1993, Ottawa Senators), einst als «The-next-One» in der NHL angekündigt, wird in der NHL seinem «Status» nie gerecht, selbst in Davos muss er nach drei Jahren seine Koffer packen. Nur ein Jahr später kommt der Tscheche Patrik Stefan (1999, Atlanta Trashers) zum SC Bern, muss seine Karriere aber nach drei Spielen wegen einer Verletzung frühzeitig beenden.

ZSC Lions-Neuzuzug und NHL-Legende Owen Nolan ist bereits der achte «Number-One-Draftpick» (1990, Quebec Nordiques) und damit ist die Schweiz ist mit acht ehemaligen Nummer Eins-Draft-Picks absoluter Spitzenreiter ausserhalb der NHL.

Die Schweizer Number Ones

DraftSpielerSaison (Club)
1975Melvin Bridgman1988-89 (Sierre)
1977Dale McCourt1984-92 (Ambrì)
1980Doug Wickenheiser1990-91 (Zug)
1990Owen Nolan2010-11 (ZSC Lions)
1993Alexandre Daigle2006-10 (Davos,
SCL Tigers)
1997Joe Thornton2004-05 (Davos)
1999Patrik Stefan2007-08 (Bern)
2002Rick Nash2004-05 (Davos)

In drei Stunden in die DEL

Zuviel Eishockey im eigenen Land bringt Langeweile, vor allem Herbst-Spiele wie etwa der SC Bern gegen SC Rapperswil-Jona fördern die Abschaffung der sechs Zusatzrunden. Die Liga ist eine Zweiklassengesellschaft und verkommt im Laufe des langen, kalten und dunklen Winters zur Langeweile. Wo kommt man am schnellsten an ein Spiel in einer obersten Spielklasse im Ausland? Für einen Berner Seeländer heisst die Antwort Mannheim, der Tessiner würde nach Italien gehen, der Welsche nach Frankreich und der Bündner nach Österreich. Nur drei Autostunden entfernt liegt Mannheim, der ideale Standort für Abwechslung zum Nationalliga-Alltag.

Die SAP-Arena ist qualitativ und quantitativ für jedes Schweizer Stadion, dies gilt selbst für die neue Bossard Arena, unerreichbar. Die Multifunktionarena hat alles was eine moderne Multifunktionsarena haben muss, dies gilt für die Parkmöglichkeiten (direkt neben der Halle), das Catering auf jeder Etage, der Sitzplatzkomfort (Getränkehalter inklusive) und die Lichter-Show vor dem Spiel. Udo Scholz, der langjährige Stadionspeaker wirkt dreimal professioneller als die Besten unseres Landes, vielleicht ist es auch die Deutsche Tugend der Begeisterung. Die Speakerin in Langnau (Brätt-Mägg-Liin, Ahren Sbiiilo oder Martin Sunnäbärg) würde in Mannheim nicht einmal in der Trainingshalle «speaken» können.

„Kein Stadion in der Schweiz kann der SAP-Arena das Wasser reichen.“

— Krein

Doch was nützt das beste Stadion, wenn das Kerngeschäft auf dem Eis nicht halten kann was die Arena verspricht? Die Partie der 13. Runde zwischen den Adler Mannheim und den Hamburg Freezers ist nicht besser als das Spiel von vorgestern zwischen Bern und Rapperswil. Da war er wieder, der öde Qualifikationsalltag, auch drei Stunden entfernt. Normalerweise dürfte dies beim sechsfachen Deutschen Meister aber anders sein, denn der Unmut der Fans ist schon zu Beginn der Partie deutlich zu spüren. Es wird geklagt und geklönt über die Leistung der heimischen Akteure. Es läuft überhaupt nicht beim Tabellenachten und die Fehlerquote ist hoch. Auch der Gegner lässt zu wünschen übrig, die Hamburg Freezers liegen derzeit noch einen Rang hinter den Baden-Würtembergern.

Zumindest verleiht die Aura der Arena einen gewissen Glanz und man hat das Gefühl, es sei doch irgendwie besser als in den altersbrüchigen Hallen von Ambrì, Langnau oder Biel. Auch drei Stunden entfernt wird das Spiel schliesslich von einem «ex-Schweizer» entschieden: Verteidiger Jame Pollock trifft 15 Sekunden vor Ablauf der Verlängerung im Powerplay zum 3:2 für die Adler. Tja, ein mittelmässiges Spiel. kann in einem erstklassigen Stadion dennoch zum unvergesslichen Erlebnis werden, so das Fazit des kurzen Deutschland-Abenteuers. Selbstverständlich vergebe ich, wie als Blick-Redaktor üblich, drei Sterne für die Stars und die Pflaume des Spiels.

10. Oktober 2010

Qualifikation – 13. Runde

Adler Mannheim – Hamburg Freezers 3:2nV (1:0, 1:1, 0:1, 1:0)
SAP-Arena. – 8’432 Zuschauer. – SR Dahle. – Tore: 16. Seidenberg (Dietrich /Ausschluss Hamburg) 1:0. 29. Goc (MacDonald) 2:0. 30. Polaczek 2:1. 56. Barta (Ausschluss Reul) 2:2. 65. (64:45) Pollock 3:2. – Strafen: Je 4-mal 2 Minuten.
Adler Mannheim: Lang; Pollock, Nikolai Goc; Scalzo, Périard; Reul, Dietrich; Cespiva; Mauer, Kink, Arendt; King, MacDonald, Klinge; Robinson, Papineau, Seidenberg; Plachta, El-Sayed, Ritter.
Hamburg Freezers: Lamothe; Dück, Trygg, Traverse, Cohen, Coté, Köttstorfer, Pienitz, Dotzler; Bassen, Tenute, Engelhardt, Festerling, Flaake, Polaczek, Ouellet, Oppenheimer, Murphy, Holzmann, King, Ostwald, Barta.
Die Stars: ***Nikolai Goc (Mannheim), **Pollock (Mannheim), *Festerling (Hamburg).
Die Pflaume: Reul (Mannheim) – mit seiner hohen Fehlerquote ein Schatten seiner selbst.

Einfach nur Iggulden

Die SCL Tigers gewinnen erstmals seit drei Jahren wieder ein Derby gegen den SC Bern und dies erst noch in Bern. Matchwinner ist der zweifache Penalty-Torschütze Mike Iggulden. Kurz vor dem Interview, wir haben bereits einen Small-Talk und ein Handshake hinter uns und haben uns gegenseitig mit «Mike» vorgestellt. Doch als es mit dem Interview losgehen kann habe ich ein Blackout… …wie heisst der nette Kanadier mit Vornamen? Der Name ist einfach weg.

Das Interview beginnt man immer mit «Vor- und Nachnamen», die SRF-Kamera läuft, der Belichter steht da, der Aufnahmeleiter gibt das OK zum Interview-Start und der Protagonist wartet auf die erste Frage… …alle Blicke, auch diese von der Tribüne, richten sich auf den Interviewer und ich kann ja nicht beginnen mit «Iggulden, congratulation for the victory…»

Ein Blitzgedanke schiesst durch den Kopf, ich habe noch eine Mannschaftsaufstellung in meiner Hosentasche und das Interview beginnt mit einer kleinen Verzögerung. Und Mike Iggulden? …versteht nicht warum «Mike Krein» kurz vor der ersten Frage nochmals in die Hosentasche greifen muss.

21. September 2010

Bern – SCL Tigers 1:2nP (1:1, 0:0, 0:0, 0:1)
PostFinance-Arena. – 14’951 Zuschauer. – SR Reiber, Fluri/Müller. – Tore: 8. Simon Moser (Steiner, Pelletier) 0:1. 12. Rüthemann (Hänni, Martin Plüss) 1:1. – Penaltyschiessen: Steiner -, Martin Plüss 1:0; Pelletier -, Rüthemann 2:0; Iggulden 2:1, Vigier -; Brooks 2:2, Pascal Berger -; Camenzind -, McLean -; Dubé -, Iggulden 2:3. – Strafen: Bern 5-mal 2 Minuten, SCL Tigers 4-mal 2 plus 10 Minuten (Schild). – Bemerkungen: PostFinance-Topskorer: Gardner; Reber. Bern ohne Dominic Meier und Philipp Furrer, SCL Tigers ohne Christian Moser, Flückiger (alle verletzt). – Pfostenschüsse: Gardner (10.), Pelletier (37./Latte). – Timeout Bern (61.).
Bern: Bührer; Roche, Beat Gerber; Krueger, Kwiatkowski; Jobin, Hänni; Stettler; Neuenschwander, Martin Plüss, Rüthemann; Vigier, McLean, Reichert; Gardner, Dubé, Scherwey; Roland Gerber, Froidevaux, Pascal Berger.
SCL Tigers: Benjamin Conz; Curtis Murphy, Lardi; Reber, Kim Lindemann; Schilt, Simon Lüthi; Steiner, Pelletier, Simon Moser; Sandro Moggi, Camenzind, Claudio Moggi; Helfenstein, Iggulden, Brooks; Schild, Lukas Haas, Aurelio Lemm; Genazzi.

Die Mutter aller Niederlagen

Das WM-Abenteuer «Deutschland 2010» dauert gerade Mal einen Tag, ein Tag in Mannheim oder die «Mutter aller Niederlagen gegen Deutschland.» Der Roadtrip beginnt vielversprechend und voller Euphorie, doch die Niederlage beginnt bereits bei unserer Abfahrt, ja sie beginnt bereits bei unserem Entscheid nach Deutschland zu fahren. Logisch, dass unsere Naivität später bestraft werden sollte.

Nach dreieinhalb Stunden ist die SAP-Arena in Sichtweite. Via Schwetzingen und Karlsruhe fahren wir praktisch vors Stadion. Im Auto «schwetzen» wir (Rolf Pfeiffer und ich) davon, wie schön ein Schweizer Sieg heute Abend sein wird. Haben wir tatsächlich gemeint: «Wir fahren nach Deutschland und sind dabei wenn die Schweiz in den Halbfinal einzieht! Sowas darf man nicht verpassen!» Eigentlich logisch, dass es immer anders kommt, gerade bei Spielen gegen die «verhassten» Deutschen.

Fakt ist: Von zehn Freundschaftsspielen gegen Deutschland gewinnen wir neun. Von zehn WM-Spielen gewinnen wir vier! Von diesen vier Siegen gewinnen wir nur ein Spiel wo’s um wirklich etwas geht. Bei wichtigen Spielen gewinnen also immer die Deutschen, bis auf eine einzige Ausnahme: 1992, da gewinnen wir nur, weil wir als krasse Aussenseiter antreten können.

In Mannheim sind wir gegen die «Schwaben» der Favorit. Im «Horst» des Mannheimer Bundesadlers verlieren wir gegen eine zweitklassige Deutsche Mannschaft (auch bei Deutschland fehlen einige Leistungsträger) mit 0:1. Es ist die Höchststrafe für jeden Schweizer Hockeyfan der in Mannheim im Stadion sitzen muss. Die Sprechchöre «Scheiss Verlieeee-rer!» oder «ihr könnt Nachhause fahr’n!» lassen Wut, Hass und Aggressivität selbst beim «normalen» Schweizer Hockeygeniesser aufkommen, wir müssen uns wirklich beherrschen beim Abgang aus der SAP-Arena. Wie geschlagene Hunde ertränken wir uns anschliessend beim Bier.

Es bleibt die Erkenntnis: Wir Schweizer haben’s einfach nicht drauf. Wir sind ein Verliererland, die Angst zu verlieren ist trotz 13 Krueger-Jahren immer noch grösser als der Wille zu siegen. Im wichtigsten Spiel seit 1998 verlieren wir gegen den bisher schwächsten Gegner in einem Viertelfinal. Genau genommen haben wir gegen eine B-Nation verloren, denn die Deutschen sind an der letzten Weltmeisterschaft in Bern abgestiegen.

Hat der Verkauf des Trikots das Spiel für Deutschland beeinflusst? (Rolf Pfeiffer)

Vor dem Spiel verkaufe ich einem Deutschen Fan, im Elton-Verschnitt, mein Deutschland-Trikot. Krein und ein Deutschland-Trikot? Dieses habe ich einmal gegen ein Russland-Jersey bei meinem Kollegen und Blog-Initiator Simon Strecker spasseshalber getauscht. Nach dem Trikot-Verkauf kurz vor Spielbeginn habe ich mich daher gut und siegessicher gefühlt, doch vielleicht war die Partnerin von «Elton» bereits die Mutter der Niederlage…

Die Schmach zum Zeitpunkt der Niederlage, als Schweizer im Hexenkessel von Mannheim zu sitzen, grenzt an Höchststrafe. (Krein)

Am Nachmittag gehts entspannt zum skandinavischen Knaller zwischen Schweden und Dänemark. Auch Kevin Schläpfer ist Vorort und auf der Suche nach einem neuen Spieler für Biel: «Eigentlich wollte ich einen Tschechen beobachten, jetzt bin ich am falschen Spiel», so der ironische Biel-Trainer.

Nielsens Stock

Nach dem Viertelfinal-Aus Dänemarks beim applaudieren über Dänemarks WM-Auftritt, streckt mir Dänemarks NHL-Star Frans Nielsen seinen Stock hin? Warum denn gibt mir Nielsen seinen Stock?

Mit diesem Stock wird der Däne zu den drei besten Spielern seiner Mannschaft gewählt, gibt die Vorlage zum 1:3 und muss wegen eines Cross-Checks und eines Stockschlags zweimal auf die Strafbank. Dann dämmert es, mein T-Shirt lädt Nielsen zu dieser Geste ein. Ich trage das T-Shirt der New York Islanders und Nielsen hält mich vermutlich für einen Dänen…

Die drei besten Dänen der Weltmeisterschaft 2010: Peter Regin, Patrick Galbraith und Frans Nielsen. (Krein)

Kurz vor dem Vulkanausbruch

Die Hockeyreise via Toronto nach New York beginnt bereits im Zug. Schon auf dem Perron treffen wir (TeleBärn-Mann Philippe Delisle und ich) HC Ajoie-Hüter Simon Rytz, im gleichen Zug sitzt Kent Ruhnke und am Flughafen in Zürich checken wir mit EHC Olten-Kanadier und Langnau-Playout-Held Brent Kelly ein. Neben Kelly sitzt auch ein kanadisches Juniorenteam auf dem Flug «Air Canada 879» von Zürich nach Toronto. Eine kanadische Passagierin fragt mich «are you from the Hockeyteam?» Also da sitzt du schon vor dem Take-Off mittendrin im Hockey-Geschehen.

Gottéron im Madison-Square-Garden

In New York angekommen, gehts noch am gleichen Abend in die ESPN-ZONE beim Times Square zu einem Burger, während wir das NCAA, sprich: «EN-Cee-double-A» Halbfinalspiel zwischen Boston College und Miami Ohio (7:1) auf ESPN2 verfolgen. Das erste Highlight folgt am nächsten Tag an gewohnter Spielstätte, im Madison-Square-Garden (The Worlds Most Famous Arena). Die New York Rangers empfangen die Philadelphia Flyers (4:3), mit dabei Fribourg-Gottéron Hüter Sébastien Caron als Backup von Brian Boucher. Ich frage mich, wer ausser uns wohl Carons Freiburger-Logo auf seiner Maske erkennt?

Zum Spiel New York Rangers – Philadelphia Flyers

Gottérons Sébastien Caron (hinten an der Bande) gastiert am 9. April für ein Spiel im Garden. (Krein)

Langnaus Speakerin im Prudential Center?

Ausgangspunkt für den nächsten Spieltag ist die Penn-Station an der 34. Strasse. Mit dem Zug gehts in ca. 20 Minuten nach Newark, Spielstätte der New Jersey Devils. Das zweite Hockey-Highlight ist die Partie zwischen den Devils und den New York Islanders (7:1). In der zweitobersten Reihe, Sektion 229, Reihe 8, Platz 11 in einem Stadion (Prudential Center) mit 17’625 Sitzplätzen, ist selbst Mark Streit auf dem Eis schwer zu erkennen. Streits Team erwischt einen rabenschwarzen Abend, deshalb gefallen mir die Worte des Speakers am besten: «Travis Seeejtschaaac, Dainuuuus Zuuuuuubruuus» oder «Segg Pariiiisiiii» – man stelle sich vor Langnaus-Hobby-Speakerin Chrige Nyfeler müsste im Prudential Center ran…

Zum Spiel New Jersey Devils – New York Islanders

Streits Islanders gehen beim Upper-Bay-Derby am 10. April in Newark unter. (Krein)

Drei Streit-Assists

Es geht Schlag auf Schlag, Tag drei = Spiel drei zwischen den New York Islanders und dem aktuellen Stanley-Cup-Sieger Pittsburgh Penguins (5:6 Overtime). Doch vorher müssen wir per Zug und Taxi nach Uniondale kommen. Erneut startet die Reise in Manhattan, 34. Strasse, 7. Avenue (Penn-Station). Mit der «Long-Island-Rail-Road» fahren wir bis Mineola (ca. 45 Minuten), ab Mineola steigen wir um ins Taxi und sind nach zehn Minuten beim Nassau-Veterans-Memorial-Coliseum der New York Islanders, Mark Streits Spielstätte. Wir erleben einen würdigen Saisonabschluss der Isles: Nach einem 2:5 Rückstand gleichen die Islanders mit drei Streit Assists zum 5:5 aus und erzwingen die Verlängerung. Sidney Crosby erzielt seine Saisontore 50 und 51 im letzten Spiel der Regular Season und holt, Torgleich mit Steven Stamkos – der am gleichen Abend 13 Sekunden vor Schluss gegen Florida ins leere Tor trifft, die Maurice-Richard-Trophy.

Zum Spiel New York Islanders – Pittsburgh Penguins

Torfestival und Crosby-Rekord zum Abschluss am 11. April in Uniondale. (Krein)

Von Gretzky bis Isknattleiksfélagio

Zum Abschluss gibts am fünften Tag einen Abstecher in Torontos Hockey Hall-of-Fame, ein absolutes Muss. Selbstverständlich dürfen ein Besuch im Maple Leafs Store, gleich beim Air Canada Centre (Torontos Spielstätte) und in «Wayne Gretzky’s Sportbar» am 99, Blue Jays Way nicht fehlen. Was wir zu diesem Zeitpunkt, am 14. April 2010 noch nicht wissen: ca. 12 Stunden nachdem wir den Nordatlantik und die isländische Küste überfliegen, meldet sich der isländische Vulkan Eyjafjallajökull nach 187 Jahren Stillstand eindrücklich wieder zurück. Ein Heimflug in Extremis also, ansonsten hätten wir auch in Reykjavik notlanden können, denn auch in Island wird Eishockey gespielt, die drei Klubs heissen fast gleich wie der Vulkan: Skautafélag Akureyrar, Skautafélag Reykjavik und Isknattleiksfélagio Björninn.

Der heilige Gral von Toronto

Zum Abschluss der fünftägigen NHL-Reise gibts am letzten Tag, via Rückflug nach Zürich, einen Abstecher nach Toronto. Die Hockey Hall-of-Fame, ein absolutes Muss für jeden Eishockeyliebhaber. Selbstverständlich dürfen ein Besuch im Toronto Maple Leafs-Store, gleich beim Air-Canada-Centre (Torontos Spielstätte) und in «Wayne Gretzky’s Restaurant und Sportsbar» am 99, Blue Jays Way nicht fehlen.

Beim morgendlichen Stadtbummel, mit Starbucks-Kaffee und Bagel, schlendert es sich gut Richtung Air-Canada-Centre und CN-Tower, dem Queens-Quai-Way entlang des Hafens am Ontario-See. Der See, welchen man als Kind schon dreissig Mal wegen der zahlreichen Hockeymetropolen rund um das berühmte Nass im Weltatlas mit dem Finger durchwandert hat, liegt im wohl bedeutendsten Hockey-Staat der Welt.

Der Eingang zum Air-Canada-Centre. (Krein)

Die Hall-of-Fame

Die Ruhmeshalle Kanadas, wieviel habe ich schon darüber gelesen, gesehen oder gehört. Schon als eishockeybegeistertes Kind, ist die Hall-of-Fame in Magazinen und Büchern immer wieder ein Thema. In meiner Jugendzeit höre ich immer wieder vom NHL-Kenner in unserem Dorf, niemand soll so viel über die NHL wissen wie Philippe Delisle, der «Junge» hat schon einen frankophon-kanadischen Namen und muss wirklich viel wissen, so meine Gedanken. In unserer Kind- und Jugendzeit kennt man sich nur flüchtig vom Sehen her und spricht in den 90er Jahren in der Villa Inkognito, einem Pendant zur Villa Wahnsinn, unter Alkoholeinfluss, ein paar Worte über Detroit. Erst 2001 ist Delisle der Mann, welcher die Druckvorstufe meines erstes Eishockeybuches bei Schwab Druck Lyss koordiniert und der Rest ist Geschichte. So betreten wir neun Jahre später, am 13. April um ca. 10 Uhr die heiligen Hallen von Toronto, es ist wie wenn Indiana Jones, zusammen mit seinem Vater (Delisle?) das Schatzhaus von Petra in Jordanien betritt.

Unsere Hindernisse bis zum heiligen «Gral» sind dabei nicht tödlich, sondern lediglich zeitraubend. Sogar ein Jofa-Handschuh meiner ehemaligen Eislauftrainerin in Lyss, der Holländerin Marion Pepels, liegt in einer der hunderten Glasvitrinen. Bis zum Mittag arbeiten wir uns durch den Eishockeyjungel voller geschichtlicher Juwelen bis in die Halle des heiligen «Grals» vor. Die Dachkuppel dieser Halle ist von Aussen das Gesicht der Ruhmeshalle, die Kuppel steht an der Strassenkreuzung der Front Street West und der Yonge Street im Stadtteil «Old Toronto.» Zwei Lysser, einst noch im gleichen Kindergarten und im gleichen Schulhaus, haben es, wenn auch nur als Hockey-Liebhaber, gemeinsam bis zum «Kelch Hockey-Gottes» geschafft. Ein Kelch-Bier ist das nächste Ziel, dies beim nächsten Höhepunkt der kanadischen Metropole, im Stadtteil «Entertainment District» liegt das Restaurant «Wayne Gretzky’s.»

Ein «Türgriff» für die Ewigkeit. (Krein)

Als Zugabe nach dem heiligen Gral, folgt in der logischen Folge ein Besuch beim «letzten Kreuzritter», Wayne Gretzky’s Restaurant. Vom Hörensagen werden wir auch hier einige Zeit verbringen, für Kurzbesuche ist Toronto die falsche Stadt. Also rein gehts ins Vergnügen, schon der Türgriff übertrifft sämtliche Erwartungen und bringt als Appetitanreger die Vorfreude zum kochen. Während wir uns unsere Bier-Kelche zu Gemüte führen, berichtet Scott Laughlin vom «XM-Channel 204» für NHL-Network direkt aus dem Restaurant.

Das Restaurant bietet all das was sich ein Eishockeyfan wünschen kann. Neben einem guten Stück Fleisch ist Eishockey in aller Munde, wo das Auge hinreicht wird der Appetit zusätzlich angeregt. Ein warten aufs Essen gibts hier nicht, denn das «warten» in dieser Umgebung dauert sowieso nur einen kurzen Augenblick. Selbst die Tageszeitungen «Toronto Star» oder «Toronto Sun» kommen hier nicht richtig zum Zug, es sei denn man ist Kanadier und gastiert regelmässig am «Blue Jays Way 99.»

Hier gehts zur Hall-of-Fame

Hier gehts zu Wayne Gretzky’s

Nostalgisches anno 1982

Samstag, 21. November 2009 – Nostalgie im Eisstadion Biel. Zum 70-jährigen Jubiläum spielt der EHC Biel im blauen Retro-Trikot der 83er Meistersaison. Im Vorfeld dieser Partie (Biel-Fribourg) recherchiere ich nach alten Ergebnissen und Spielern der Saison 1982/83.

Die Resultate aus der Saison 1982/83 zwischen Biel und Fribourg waren sehr Torreich: 7:2, 10:4 und 1:7, lauteten die Heimspiele für die Seeländer. Biel krönte die Saison 1982/83 mit dem dritten und bis heute letzten Meistertitel.

Einer der damals hautnah dabei war, ist der aktuell bei TSR arbeitende Robert „Robelon“ Meuwly. Natürlich konfrontiere ich ihn vor dem Spiel mit der Vergangenheit. Ich staune nicht schlecht als er mir erzählt: „hier haben wir 1982/83 eine deutliche Abfuhr bekommen, zehn Gegentore hab‘ ich damals in einem Spiel kassiert!“

Tatsächlich, es gab ein 10:4 sage ich zu ihm. Robert Meuwly sagt darauf: „ich weiss noch genau an welchem Tag es war“, ich bin verblüfft, Meuwly weiss noch das genaue Datum? Er scheint mindestens so Hockeyverrückt zu sein wie ich?! Er erinnert sich an den 28. September 1982, an jenem Tag hat seine Frau Geburtstag und Meuwly sagte ihr an jenem Morgen: „Heute mache ich ein Shutout, ich fühle mich grossartig, ich schenke dir einen Shutout zum Geburtstag.“

Vorsicht während Interviews

Der folgende Bericht vom Lokalsender TeleBilingue wird durch meinen Berufskollegen Philippe Delisle (TeleBärn) ausfindig gemacht.

Zwischen 0:15 und 0:37 lauere ich durch das Interview von TeleBilingue, allerdings bin vorher selber mit einem SRF-Interview mit Langnau-Trainer Christian Werber beschäftigt. Ist mir dieser Lapsus, am 15. September 2009, wirklich nicht aufgefallen? Andere behaupten der Mann im Hintergrund sei einfach Mediengeil…

Von Pizzen und Lyssern

Wieder Mal steht Rapperswil-Jona auf dem Programm. Nach einer eher mühsamen und langen, trotz neuer „Züri-West“ Umfahrung, Autofahrt in die Rosenstadt komme ich gut gelaunt in der Diners-Club-Arena an. Kurz vorher noch etwas zu essen? Nein ich spare mir den Appetit auf ein „Schnitzel-Baguette-Brot“ für später auf, nach Arbeitsschluss.

Zu Gast ist der SC Bern, welcher den gleichen Weg auf dem „langen und grauen Band“ hinter sich gelassen hat. Während das Spiel läuft und ich fleissig am kommentieren bin, fällt mir auf, dass sich mindestens drei Lysser im Stadion befinden. Michel Riesen bei den Lakers, Philippe Rytz beim SCB und meine Wenigkeit auf der Tribüne. Mit Riesen habe ich bei den Moskitos des SC Lyss ein paar Spiele bestritten. Philippe Rytz war damals noch zu klein, doch mit seinem Bruder habe ich mehr als nur eine Saison absolviert.

So haben wir alle unseren Weg gemacht, erfolgreicher oder eben weniger erfolgreicher, je nach dem von WO und WIE man es betrachtet. Schliesslich sind wir alle am 23. Oktober 2009 in Rapperswil-Jona gelandet.

Nach dem Spiel gibts leider kein Interview mit Riesen oder Rytz, sondern mit Rappi-Hüter Daniel Manzato (einem Fribourger). Und was war da noch vor dem Spiel? Ach ja ein „Schnitzel-Brot“, doch leider bin ich zu spät, die Food-Theke ist nach Spielschluss bereits geschlossen.

http://videoportal.sf.tv/video?id=c0be8744-9b44-4d35-879e-ce70a544652e

Um den Appetit doch noch stillen zu können blieb mir nur noch eine Möglichkeit: 10′ DIECI! Einer der Mitgründer der in Rapperswil bekannten Pizza-Kette (welche auch noch eine Bar und eine Gelateria an bester Lage betreibt) ist ex-NLA-Crack Harry Rogenmoser. Als ich meine Bestellung aufgebe, erkenne ich neben mir Sandro Tschuor (Lakers), der kurz vorher noch mit Riesen und gegen Rytz um Punkte gekämpft hat. Unsere beiden Pizzen kommen sogar auf dieselbe Rechnung, doch wir bezahlen selbstverständlich getrennt. Ich wünsche ihm einen guten Appetit und ein gutes Spiel morgen in Biel, wo auch ich wieder dabei sein werde… Rapperswil-Bern, Biel-Rapperswil.

Und täglich grüssen Spielorte und Spieler…

http://sport.sf.tv/sendungen/sportaktuell/sportaktuell_vom_15_09_2009

Nach den ersten Stationen Biel und Bern gings einmal mehr ins Tal der heulenden Winde. Langnau stand wieder auf dem Programm, ich hab mich gefragt, wie viele Male ich wohl schon hier gewesen bin? An meinen erstmaligen Besuch in der Ilfis-Halle kann ich mich noch gut erinnern, als 11-jähriger bestritt ich hier mein erstes Meisterschaftsspiel mit den Moskitos des SC Lyss. Wir kamen ohne Vorahnung, wir wussten nicht, dass wir hier auf den wohl besten Nachwuchs der Schweiz treffen werden und gingen gegen Jan von Arx & Co. mit 0:10 unter.

Heute kam ich unter ganz anderen Umständen in die Ilfis. Nach einem verrückten Spiel, welches die Gäste aus Biel noch für sich entscheiden konnten, gab es zwei Stimmen der beiden Coaches (Ruhnke und Weber). Während der Verlängerung klingelte noch mein Natel, eine Nummer aus Genf, TSR wollte auch noch ein Kommentar zum Spiel von Philippe Seydoux. Ausgerechnet Seydoux, Ihn hatte ich vier Tage vorher im Blick-Bericht als „die Pflaume des Spiels“ bezeichnet. Doch Seydoux hatte glücklicherweise keine Ahnung wen er vor sich hatte, falls er den Bericht vom letzten Samstag überhaupt gelesen hat?

Mit Gottérons Elite-Trainer in Biel

Es ist wieder soweit, die ersten Spiele sind irgendwie immer etwas spezielles, neue Spieler, neue Trikots, neue und alte Gesichter im Stadion – einige alte Hockeyfreunde meiner Aktivzeit oder aktuelle Bekannte und Journalisten kehren, nach einem langen Sommer, alle wieder in die Eishallen zurück. Schon auf dem Weg ins Stadion lief der Draht heiss – letzte Anweisungen der Sportredaktion, seinen es Zeilenangaben oder inhaltliches. Auch der Kollege vom Schweizer Radio DRS, der den Auftakt in Freiburg erleben wird, wollte kurz wissen wo und für wen ich heute im Einsatz stehe.

Gottérons Juniorentrainer

Dann gehts endlich los, Pressekonferenz und Spielbeginn – und der Saisonauftakt 2009-10 ist schon bald wieder Geschichte. Neben mir auf der Medientribüne sitzt Gottérons Elite-Juniorentrainer und hat die Aufgabe, den morgigen Gegner (HC Genf-Servette) zu beobachten. Der Beobachter, ein ehemaliger NLA- und 1. Liga Torhüter, ist mir vor allem durch seine Zeit beim SC Lyss bekannt. Wir haben sogar Mal ein Freundschaftsspiel im selben Team bestritten, er konnte sich sogar noch daran erinnern, ans Spiel natürlich – nicht an mich.

„Der Respekt gegenüber ausländischen Trainer ist dort riesig gewesen.“

— Alex Reinhard über Salzburg

Während unserem Gespräch in den Drittels-Pausen, hat mir vor allem sein Engagement im Ausland imponiert. Drei Jahre war er als Junioren- und Torhütertrainer in der Mozart- und Red-Bull-Stadt Salzburg tätig. Eine Erfahrung welche er nicht missen möchte, der Respekt gegenüber ausländischen Trainer sei dort riesig gewesen. Nicht zu vergleichen mit einem Engagement im eigenen Land. Kommt dazu, dass es in Salzburg (fast) keine finanziellen Grenzen gab. So jettete man während der Saison kurz nach Monza um bei einer Trainingsfahrt auf der Rennstrecke den Teamgeist zu fördern.

Auch Salzburg siegte

Auch beim aktuellen Spiel zwischen dem EHC Biel und Genf-Servette standen zwei Akteure (Goran Bezina und Richard Jackman) mit Salzburger Vergangenheit auf dem Eis. Die Gäste aus Genf bezwangen die Seeländer mit 3:1. Der Matchbericht war in der Tasche und eben, der Saisonauftakt war bereits wieder Geschichte. Übrigens, auch Salzburg gewann sein erstes Spiel mit 7:6 in Klagenfurt…

11. September 2009

Biel – Genf-Servette 1:3 (0:1, 0:2, 1:0)
Eisstadion. – 4’888 Zuschauer. – SR Mandioni; Kehrli/Kohler. – Tore: 8. Mercier (Florian Conz, Gobbi /Ausschluss Steinegger) 0:1. 29. Kolnik 0:2. 36. Salmelainen (Déruns) 0:3. 44. Brown (Bordeleau, Lötscher) 1:3. – Strafen: Biel 7-mal 2 Minuten, Genf-Servette 8-mal 2 Minuten. – Bemerkungen: Biel ohne Nüssli (gesperrt), Bärtschi, Wetzel, Kparghai (alle verletzt). Genf-Servette ohne McSorley (gesperrt), Hürlimann, Mona (beide verletzt), Beech, Pivron (beide überzählig), Augsburger, Stalder (beide Partnerteam). Time-Out: Biel: 59:27. Biel ab 59:27 ohne Torhüter dafür mit sechstem Feldspieler.
Biel: Berra; Jackman, Fröhlicher, Gossweiler; Seydoux; Schneeberger, Steinegger; Trunz, Meyer; Truttmann, Fata, Tschannen; Lötscher, Bordeleau, Brown; Ehrensperger, Peter, Tschantré; Zigerli, Gloor, Beccarelli.
Genf-Servette: Stephan; Bezina, Mercier; Maurer, Gobbi; Breitbach, Höhener; Schilt, Vukovic; Randegger, Trachsler, Cadieux; Kolnik, Rubin, Toms; Salmelainen, Savary, Déruns; Suri, Florian Conz, Rivera.

Ängelholms Erbe

Der schwedische Elitserien Klub Rögle BK Ängelholm hat sich in der vergangenen Spielzeit den Ligaerhalt erst in der Liga-Qualifikation (Kvalserien) gesichert. Der Aufsteiger von 2008 steht in dieser Spielzeit vor der schwersten Aufgabe der Klub-Geschichte. Rögles Lebensversicherung und langjähriger Captain Kenny Jönsson ist in diesem Frühjahr zurückgetreten.

Der 139-fache Internationale spielte zwischen 1991 und 1995 bereits für seinen Stammclub und war 1992 und 2008 beim Aufstieg in die Elitserien dabei. Nach Jönssons Abgang nach Nordamerika 1995, stieg die Mannschaft gleich im ersten Jahr ohne Jönsson wieder in die zweite Liga ab. Ohne seinen Weltklasseverteidiger haben die Südschweden noch keine Spielzeit in den Elitserien überstanden.

Nie ohne Jönsson

Der Auftritt gegen die SCL Tigers verspricht nichts gutes, denn die Ängelholmer werden vom Schweizer NLA-Aussenseiter aus dem Emmental klar mit 6:2 bezwungen und hinterlassen einen erschrekend schwachen Eindruck. Mit dem ehemaligen Schweizer-Söldner (Lugano und Kloten) Tommy Sjödin, steht zwar ein ehemaliger Weltklasseverteidiger vom Format von Jönsson an der Bande, für den 106-fachen NHL-Spieler ist es aber der erste Trainerjob. Seinen ersten Captain-Job übernimmt Jönsson-Nachfolger Daniel Glimmenvall.

Angeführt vom ex-Langnauer Peter Högardh verfügen die grün-weissen zwar über eine talentierte, junge Mannschaft, doch die Erfahrung und Aura von Jönsson kann damit nicht wettgemacht werden. Mit Jeremy Colliton und Eric Beaudoin, ergänzt durch den Italo-Kanadier Giulio Scandella, stehen zwei Kanadier mit NHL-Erfahrung im Kader, beide konnten sich in der besten Liga der Welt nicht durchsetzen.

Wetten dass… …es ohne die grosse Identifikationsfigur Jönsson im Frühjahr 2010 nicht reicht?

5. September 2009

The Truman Show

Am 17. August 2003 besuchte ich das Spiel zwischen den Sydney Bears und den Canberra Knights in der Australian-Ice-Hockey-League. Auf dem Matchblatt stand ein gewisser Andrew Truman, gesponsert von der Firma „Pacific Prospect“, bei Sydney haben alle Spieler einen privaten Geldgeber. Truman war an diesem Abend als Ersatzausländer überzählig. Anderhalb Jahre später tauchte derselbe Truman erstmals in der Schweizer Nationalliga auf.

Truman gilt als Weltenbummler, welcher sein Handwerk bei verschiedenen A-Midget-Juniorenteams im Mutterland des Eishockey erlernt hatte. Danach folgten drei Saisons in der Klasse „Junior A“, SJHL, AJHL und AWHL hiessen die weiteren Stationen. 1994 erzielte Truman für zwei Teams sagenhafte 256 Tore in nur einer Saison. Zwischen 2000 und 2002 spielte er in der South-Saskatchewan-Junior-Hockey-League (SSJHL), wo er mit den Estevan Bruins einen Meistertitel feiern konnte. 2003 erzielte Truman in 18 Spielen, 21 Punkte für die Sydney Bears in Australien. Der Abstecher nach Down Under galt als Vorbereitung für die anschliessend geplante Saison in Finnland. Bei Haukat Järvenpää, in der zweithöchsten Suomi-Liga Mestis, kam er jedoch nur zu Trainingseinsätzen.

(EHC Sursee)

„Die Truman-Show geht um die Eishockey-Welt“

— Michael Krein

Zurück zur Nationalliga. In der Saison 2004-05 kam der Kanadier zu seine Feuertaufe in der Nationalliga-B. Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Olten-Söldner Albert Malgin, wurde er zunächst für drei Partien (sehr kostengünstig) verpflichtet. Doch das Gastspiel des kanadischen Stürmers war beim EHC Olten bereits nach einem Spiel wieder zu Ende. Im Training war man zwar von seinen Qualitäten überzeugt, jedoch konnte er kurzfristig keine Impulse geben, war dem EHC Olten Trainer Dario Andenmatten im „Oltner Tagblatt“ zu entnehmen. Truman stand vom 9. bis zum 18. Dezember 2004 bei den Solothurnern unter Vertrag.

Doch Truman gab schon vorher sein Debüt auf Schweizer Eis. Der Zweitliga Klub EHC Sursee verpflichtete ihn, zusammen mit seinem Bruder Lance Truman, für drei Spiele. In diesen drei 2. Liga Partien zeigte Truman alles andere als eine Truman-Show, vier Tore und zwei Assists waren zu wenig um später in der NLB eine Rolle spielen zu können. Truman ist ein Weltenbummler und wir warten gespannt auf die Fortsetzung der aussergewöhnlichen „Truman-Show“, wo wird er als nächstes anheuern?

Von Cooly bis Gulaschtruppe

Nach 19 Jahren kehrt die Eishockey Weltmeisterschaft wieder nach Bern zurück. Ich kann mich noch gut erinnern, damals als 12-Jähriger durfte ich mir drei Spiele in Bern ansehen. Als sei es gestern gewesen, nie mehr werde ich das Spiel Kanada gegen Finnland vergessen, Suomi führte mit 4:0 und verlor die Partie noch mit 5:6, ein sensationeller Steve Yzerman führte bei Kanada Regie.

Ein Akteur dieses Turniers ist auch heute noch dabei, der unermüdliche Tscheche Jaromir Jagr, damals spielte er im Junioren-Sturm mit Robert Holik und Robert Reichel und war eine der Entdeckungen dieses Turniers. Der einzige Schweizer Teilnehmer 1990 war Schiedsrichter Willi Vögtlin, 19 Jahre später ist Vögtlin mein regelmässiger Sitznachbar auf der Pressetribüne in Bern.

Die Pressetribüne hatte den zusätzlichen Vorteil, gleich hinter den Cheerleaders sitzen -und arbeiten zu können. Wobei dies in langweiligen Partien auch zur Ablenkung führen konnte. Zur Ablenkung nach den Partien, da war ach Hockey-Prominenz unterwegs, erfüllte auch die Oldies-Bar ihren Dienst. Bei einem Umtrunk wurde auch der Victoria-Cup-Gegner der ZSC Lions entlarvt. Die Chicago Blackhawks werden sich im Herbst mit dem Champions-Hockey-League-Sieger messen.

Der heimliche WM-Star

Wer erinnert sich an das Maskottchen von 1990? Der Eisbär mit dem klingenden Namen «Pady» war vor 19 Jahren in der Kostüm-Version nur eine Zeitluppen-Ausgabe vom heimlichen WM-Star Cooly. Die Männer unter dem «Cooly-Kostüm» stammen aus Kanada, in Quebec standen sie erstmals im internationalen Rampenlicht und wurden an einer professionellen Maskottchen-Schule ausgebildet.

Alexander Radulow, bei seiner Landsfrau im Interview. (Krein)

Wieder Held Radulow?

Wie schon im vergangenen Jahr in Quebec ist der Russe Alexander Radulow wieder omnipräsent und hat das «Zeug» auch in Bern zum WM-Helden zu avancieren. In Quebec geschah dies meistens noch neben dem Eis, in Bern aber zaubert die Quebec-Legende vor allem in spielerischer Hinsicht. Radulow ist es, welcher im Finalspiel das Game-Winning-Goal gegen die Kanadier erzielt. Zum wertvollsten Spieler wird aber sein Landsmann Ilja Kowaltschuk gewählt.

Interview-Duell im Bärengraben

In der Mixed-Zone, in Berner Sprache auch bekannt als Bärengraben und während der SCB-Spiele, Hauptstandort von «SCB-Jüre» Wymann, war während der Weltmeisterschaft auch ein Duell unter den Moderatorinnen, in den Favoritenrollen standen die USA und Russland, am 2. Mai kam zum Direktduell, quasi zum WM Final der Interviews und die Partie auf dem Eis ging ganz nebenbei mit 4:1 an die Russen.

Doch auch Lettland, hatte seine an der WM bekannte Frauen-Fraktion dabei. Auch SF-Mann Lukas Studer ist dies aufgefallen, so sassen wir beide (unten) gegen Österreich im lettischen Fansektor.

Szuperman

Der Ungarische Torhüter und NHL-erprobte Levente Szuper wird seinem Namen mehr als gerecht. Bei genauem hinschauen erkennt man vorne auf seiner Maske das Superman-Logo, doch dieses besteht nicht nur aus einem «S», sondern aus den Buchstaben «SZ», Szuperman eben. Trotz dem Szuperman reichte es den tapferen Ungarn nicht zum Ligaerhalt, gegen die Slowakei haben nur 13 Sekunden zu einem Punktgewinn gefehlt.

Nicht ungern mit Ungarn

Die Partie Ungarn gegen Weissrussland durfte ich, durch meinen Blick-Bericht die «Gulaschtruppe», auf den offiziellen Teamplätzen der Ungarn, neben dem Nachwuchstalent Daniel Koger (20) verbringen. Die Karten habe ich vor der Partie direkt im Hotelzimmer bei Ungarns Assistenten Diego Scandella (einst auch Assistent bei den Devils Mailand) abgeholt. Koger spielt in Österreich beim EC Red Bull Salzburg und wurde nun für die Relegationsrunde nachnominiert. Koger dürfte künftig wieder mitverantwortlich, für die magyarische Rückkehr in die A-Gruppe sein.

Der WM-Standort Bern bietet neben dem Fan-Village, einem Medienbus auch eine Synthice Anlage, Timo Helbling ist Vertreter der finnischen Marke Nordicice Consulting und steht als Berater zur Stelle, das Kunststoff-Eis darf selbstverständlich in der Fanzone ausprobiert werden.

Doch Bern als Hauptschauplatz hatte auch eine Schwäche, so konnte man, wenn man sich geschickt angestellt hat, zwischen der Nachmittags- und Abendpartie in der Arena verweilen, es gab, so wurde es erzählt, eine unkontrollierte Pufferzone. Bis auf diese Kleinigkeit hat Bern als Hauptort seine Pflicht, wie schon 1990, bei teilweise sommerlichen Temperaturen erfüllt. Nicht erfüllt hat die Schweiz, welche ihr Minimalziel, trotz besserer Besetzung als vor Jahresfrist in Quebec, nicht erreicht hat.

Auch der Schwarzmarkt florierte, beim Finalspiel um den Weltmeistertitel wollten die Tickethändler über 400 Franken für einen Sitzplatz. Wahnsinn und dennoch wurden solche Summen bezahlt. Trotz der hohen Preise, waren die offiziellen Plätze der IIHF nicht gut besetzt. Die Familie Bykow aber nahm ihre Plätze ein und liess sich das Spiel zwischen dem Team ihres Vaters und Gatten und den Kanadiern nicht entgehen.

Der Schluss ist an Dramatik kaum zu überbieten, es wäre sogar die 400 Franken wert, die Kanadier liegen 27 Sekunden vor Schluss mit einem Treffer zurück und kommen zum Bully in der russischen Zone. Sechs Sekunden vor Schluss kommt zum letzten Bully der Weltmeisterschaft 2009, dann feiert das Team von Wjatscheslaw Bykow den zweiten Titel in Folge.

24. April 2009

Deutschland – Russland 0:5 (0:3, 0:0, 0:2)
PostFinance Arena. – 10’570 Zuschauer. – SR Persson/Vinnerborg (Sd); Feola/Kaspar (USA/Ö). – Tore: 9. Saprkyn (Radulov) 0:1. 10. Kovalchuk (Radulov) 0:2. 16. Zinoviev (Tverdovsky) 0:3. 43. Kruyanov (Zaripov) 0:4. 52. Zaripov (Nukulin) 0:5. – Strafen: Deutschland 8-mal 2 Minuten, Russland 2-mal 2 Minuten.
Deutschland: Pätzold; Schmidt, Bakos; Butenschön, Schubert; Osterloh, Müller; Renz, Hördler; Wolf, Hackert, Gogulla; Hecht, Seidenberg, Ullmann; Felski, Kreutzer, Barta; Mulock, Hospel, Hager.
Russland: Bryzgalov; Nikulin, Proshkin; Vishnevsky, Tverdovsky; Kalinin, Atyushov; Volchenkov, Grebeshkov; Tereshenko, Zapirov, Morozov; Perezhogin, Zinoviev, Kovalchuk; Gorovikov, Radulov, Saprykin; Kuryanov.

Schweiz – Frankreich 1:0 (1:0, 0:0, 0:0)
PostFinance Arena. – 11’417 Zuschauer – SR Looker/Sterns (USA); Valach/de Haan (Slk/Ka). – Tor: 12. Plüss (Streit) 1:0. – Strafen: Schweiz 7-mal 2 Minuten, Frankreich 9-mal 2 Minuten. – Bemerkungen: Schweiz ohne Manzato, Diaz und Monnet (alle überzählig); Pfostenschüsse Schweiz: 17. Plüss, 23. Rüthemann; 38. Tor Frankreichs wegen Torraumoffside aberkannt; 50. Schiedsrichter Thomas Sterns verletzt ausgeschieden; Frankreich ab 59:26 bis 59:47 und 59:55 bis 60:00 ohne Torhüter.
Schweiz: Gerber; Blindenbacher, Streit; DuBois, Bezina; Seger, Josi; Furrer; Plüss, Rüthemann, Gardner; Déruns, Jeanin, Lemm; Paterlini, Ziegler, Sannitz; Ambühl, Wick, Sprunger; Romy.
Frankreich: Lhenry; Bachet, Amar; Mille, Manavian; Quessandier, Roussel; Igier; Y. Treille, Meunier, Raux; F. Rozenthal, Lussier, Gras; Bellemare, Hecquefeuille, Fleury; Zwikel, Da Costa, Tardif; Sacha Treille.

26. April 2009

Schweiz – Deutschland 3:2nV (1:1, 1:1, 0:0, 1:0)
PostFinance Arena. – 11’423 Zuschauer (ausverkauft) – SR Partanen/Ronn (Fi); Dedioulia/Orelma (WRuss/Fi). – Tore: 7. Ullmann (Seidenberg, Butenschön/Ausschluss Rüthemann) 0:1. 9. Wick (Lemm) 1:1. 24. Seger 2:1. 34. Schubert (Hospelt /Ausschluss Hördler!) 2:2. 62. Streit (Plüss) 3:2. – Strafen: Schweiz 7-mal 2 Minuten, Deutschland 6-mal 2 Minuten. – Bemerkungen: Schweiz ohne Manzato, Diaz und Monnet (alle Überzählig); 25. Pfostenschuss Sannitz.
Schweiz: Gerber; Blindenbacher, Streit; DuBois, Bezina; Seger, Josi; Furrer; Plüss, Rüthemann, Gardner; Déruns, Jeannin, Lemm; Paterlini, Ziegler, Sannitz; Ambühl, Wick, Sprunger; Romy.
Deutschland: Pätzold; Schmidt, Bakos; Butenschön, Schubert; Osterloh, Müller; Renz, Hördler; Wolf, Hackert, Gogulla; Hecht, Seidenberg, Ullmann; Felski, Kreutzer, Barta; Mulock, Hospelt, Hager.

Russland – Frankreich 7:2 (5:1, 1:1, 1:0)
PostFinance Arena. – 10’505 Zuschauer. – SR Hansen/Orszag(No/Slk), Sabelstrom/Semionov (Sd/Est). – Tore: 2. Radulov (Gorovikov) 1:0. 8. (7:06) Zaripov (Gorovikov, Kalinin /Ausschluss Raux) 2:0. 8. (7:20) Radulov (Zinoviev) 3:0. 9. Perezhogin (Kuryanov, Kovalchuk) 4:0. 11. Hecquefeuille (da Costa, Bellemare) 4:1. 15. Tereschenko (Atyushov /Ausschluss Quessandier) 5:1. 28. Tereschenko (Morozov, Atyushov/Ausschluss Manavian) 6:1. 40. Tardif (Bachet, Amar) 6:2. 50. Kovalchuk (Perezhogin) 7:2. – Strafen: Russland 3-mal 2 Minuten, Frankreich 5-mal 2 Minuten. 
Russland: Eremenko; Nikulin, Proshkin; Vishnevsky, Tverdovsky; Kalinin, Atyushov; Volchenkov, Grebeshkov; Tereshenko, Zapirov, Morozov; Perezhogin, Zinoviev, Kovalchuk; Gorovikov, Radulov, Saprykin; Kuryanov.
Frankreich: Ferhi; Bachet, Amar; Mille, Manavian; Quessandier, Rousel; Igier; Y. Treille, Meunier, Raux; F. Rozenthal, Lussier, Gras; Bellemare, Hecquefeuille, Fleury; Zwikel, Da Costa, Tardif; Sacha Treille. 

27. Mai 2009

USA – Österreich 6:1 (1:1, 1:0, 4:0)
PostFinance Arena. – 3’779 Zuschauer. – SR Sindler/Zalaski (Tsch/Ka), Bouguin/De Haan (Fr/Ka). – Tore: 16. Brown (O’Sullivan, Niskanen) 1:0. 32. Stafford (Foligno) 2:0. 35. Peintner 2:1. 41. O’Sullivan (Brown, Blake) 3:1. 48. Blake (Brown, Liles) 4:1. 53. Stempniak (Hainsey, Wilson) 5:1. 56. Niskanen (Ballard) 6:1. – Strafen: USA 4-mal 2 Minuten, Österreich 9-mal 2 Minuten. – Bemerkungen: 37. Pfostenschuss Wilson (USA).
USA: Esche; Hainsey, Suter; Johnson, Liles; Ballard, Niskanen; Bogosian, Harold; O’Sullivan, Brown, Blake; Okposo, Backes, Oshie; Foligno, Stafford, Shannon; Stempniak, Wilson, Stuart.
Österreich: Penker; Unterluggauer, Werenka; Rebek, André Lakos; Philipp Lakos, Lukas; Oraze; Koch, Trattnig, Vanek; Schuller, Harand, Setzinger; Kaspitz, Raffl, Baumgartner; Schellander, Peintner, Kristler.

Finnland – Dänemark 5:1 (1:1, 2:0, 2:0).
Arena Zürich-Kloten. – 3’929 Zuschauer. – SR Kurmann/Sterns (Sz/USA), Feola/Valach (USA/Slk). – Tore: 11. Jakobsen (Mads Christensen), Madsen) 0:1. 18. Miettinen (Niinimaa) 1:1. 22. Pihlman (Hyvönen, Immonen /Ausschluss Mads Bech Christensen) 2:1. 35. Miettinen (Niko Kapanen, Hagman) 3:1. 52. Niko Kapanen (Miettinen, Nummelin /Ausschluss Damgaard) 4:1. 60. (59:42) Niko Kapanen (Hyvönen, Sami Kapanen /Ausschluss Jakobsen) 5:1. – Strafen: Finnland 5-mal 2 Minuten, Dänemark 7-mal 2 Minuten. – Bemerkung: 34. Pfostenschuss Miettinen (Fi). Antti Miettinen (Fi) und Mads Bech Christensen (Dä) als beste Spieler ausgezeichnet.
Finnland: Rämö; Nummelin, Lehtonen; Koistinen, Salmela; Jaakola, Niinimaa; Kukkonen; Hagman, Miettinen, Niko Kapanen; Hyvönen, Sami Kapanen, Immonen; Kerman, Pihlman, Hytönen; Santala, Pyörälä, Ruutu.
Dänemark: Dahm; Hersby Larsen; Damgaard, Mads Bech Christensen; Mads Bodker, Nielsen; Pedersen, Lykkeskov; Staal, Hardt, Regin; Degn, Green, Mikkel Bodker; Mads Christensen, Madsen, Jakobsen; Dresler, Sundberg, Jensen.

28. April 2009

Ungarn – Weissrussland 1:3 (0:1, 1:0, 0:2)
Arena Zürich-Kloten. – 4’710 Zuschauer. – SR Hansen/Kurmann (No/Sz); Bouguin/Semionov (Fr/Est). – Tore: 4. Kaliuzhny (Antonenko, Salei /Ausschluss Szelig) 0:1. 25. Peterdi (Ladanyi, Marton Vas) 1:1. 55. Ugarov (Kaliuzhny) 1:2. 60. (59:10) Grabovski (Kaliuzhny, Salei; ins leere Tor!) 1:3. – Strafen: Ungarn 5-mal 2 Minuten, Weissrussland 1-mal 2 Minuten. – Bemerkungen: 14. Pfostenschuss Marton Vas (Un). Balazs Ladanyi (Un) und Konstantin Koltsov (WRuss) als beste Spieler ausgezeichnet.
Ungarn: Szuper; Svasznek, Sille; Horvath, Tokaji; Szelig, Ennafatti; Ondrejcik, Kangyal; Janos Vas, Palkovics, Fekete; Ladanyi, Marton Vas, Peterdi; Kovacs, Janosi, Vaszjunyin; Majoross, Holeczy
Weissrussland: Mezin; Riadinski, Salei; Denisov, Bashko; Usenko, Kostiuchenok; Antonov; Mikhalev, Koltsov, Chupris; Ugarov, Kaliuzhny, Grabovski; Antonenko, Stas, Demagin; Kulakov, Kovyrshin Mai 2009

1. Mai 2009

Deutschland – Dänemark 1:3 (1:1, 0:0, 0:2)
PostFinance Arena. – 4’241 Zuschauer. – SR Orszag/Sindler (Slk/Tsch), Bouguin/Wehrli (Fr/Sz). – Tore: 11. Mikkel Bodker (Madsen) 0:1. 14. Schubert (Ullmann, Butenschön) 1:1. 50. Regin 1:2. 54. Hardt (Green) 1:3. – Strafen: Dänemark 6-mal 2Minuten. – Bemerkungen: 50. Time-out Deutschland. Deutschland ab 59:05 ohne Torhüter. 59:16 Tim-out Dänemark.
Deutschland: Pätzold; Schmidt, Bakos; Butenschön, Schubert; Osterloh, Müller; Renz, Hördler; Wolf, Hackert, Gogulla; Hecht, Seidenberg, Ullmann; Felski, Kreutzer, Barta; Mulock, Hospelt, Hager.
Dänemark: Galbraith; Larsen, Pedersen; Damgaard, Mads Bech Christensen; Mads Bodker, Nielsen; Lykkeskov; Madsen, Mikkel Bodker, Regin; Green, Staal, Hardt; Degn, Mads Christensen, Jakobsen; Dresler, Sundberg, Olsen; Jensen.

2. Mai 2009

USA – Russland 1:4 (1:3, 0:1, 0:0)
PostFinance Arena. – Zuschauer. – SR Ronn/Zalaski (Fi/Ka); Winnekens/De Haan (De/Ka). – Tore: 4. Stempniak (Foligno, Liles) 0:1. 6. Saprykin (Radulov, Atyushov /Ausschluss Wilson) 1:1. 10. Perezhogin (Kuryanov, Mozyakin /Ausschluss Johnson) 2:1. 18. Mozyakin (Kuryanov, Perezhogin) 3:1. 22. Radulov (Saprykin, Gorovikov/Ausschluss Okposo) 4:1. – Strafen: USA 8-mal 2 Minuten, Russland 5-mal 2 plus 5 Minuten plus Spieldauerdisziplinarstrafe (Vishnevsky).
Russland: Bryzgalov; Nikulin, Proshkin; Vishnevsky, Tverdovsky; Kalinin, Atyushov; Volchenkov, Grebeshkov; Tereshenko, Zaripov, Morozov; Perezhogin, Zinoviev, Kovalchuk; Gorovikov, Radulov, Saprykin; Kuryanov.
USA: Esche; Hainsey, Suter; Johnson, Liles; Ballard, Niskanen; Bogosian, Harold; O’Sullivan, Brown, Blake; Okposo, Backes, Oshie; Foligno, Stafford, Shannon; Stempniak, Wilson, Stuart.

Final, 10. Mai 2009

Russland – Kanada 2:1 (1:1, 1:0, 0:0)
PostFinance-Arena. – 11’477 Zuschauer (ausverkauft). – SR Orszag/Ronn (Slk/Fi); Blüml/Feola (Tsch/USA). – Tore: 6. Spezza (Doan, Weber) 0:1. 13. Saprykin (Atyushov, Kalinin /Ausschluss Coburn) 1:1. 35. Radulov (Gorovikov, Saprykin) 2:1. – Strafen: Russland 2-mal 2 Minuten, Kanada 3-mal 2 Minuten. 
Russland: Bryzgalov; Nikulin, Proshkin; Vishnevsky, Tverdovsky; Kalinin, Atyushov; Kornejew, Grebeshkov; Tereshenko, Kovalchuk, Morozov; Perezhogin, Frolov, Zinoviev; Gorovikov, Radulov, Saprykin; Mozyakin, Kuryanov. 
Kanada: Roloson; Hamhuis, Weber; Doughty, Vlasic; Phillips, Coburn; Schenn, Kwiatkowski; Horcoff, Fisher, Zajac; Roy, Stamkos, St. Louis; Heatley, Doan, Spezza; Upshall, Lombardi, Armstrong.

Maskenausstellung im Stade-de-Suisse

Im Rahmen der Weltmeisterschaft, gibts in der Einkaufspassage des Stade-de-Suisse (Wankdorf) eine historische Masken-Ausstellung von Torhüter-Legenden aus der Schweiz und aus Übersee. Die Masken von Gilles Gratton, Wayne Stephenson oder Gerry Cheevers sind auch schon im deutschen Sport-Kurier Jahrbuch erschienen, doch in Bern sind sie zum greifen nah.

Von Berlinern und Hamburgern…

Playoff-Zeit ist die beste Zeit. Nun gehts nach Deutschland in die Hauptstadt zum Playoff-Viertelfinal-Auftakt der Deutschen-Eishockey-Liga (DEL). Mit den Eisbären Berlin (1.) und den Hamburg Freezers (8.) treffen zwei Anschutz-Teams aufeinander. Am Nachmittag schlendern wir noch am Brandenburger-Tor entlang, als mir drei bekannte Gesichter auffallen, es sind die Gesichter der Champions-Hockey-League-Helden und Schweizer Playoff-Versagern: Mathias Seger, Lukas Grauwiler und Andri Stoffel flanieren ebenfalls ums Brandenburger Tor herum… …weitere «Schweizer» stehen auf dem heutigen Matchblatt: Ex-ZSC Lions Teamkollege Andy Roach und der ex-Klotener Deron Quint (beide Eisbären Berlin).

Auch drei Akteure der ZSC Lions sind am 13. März 2009 beim Brandenburger-Tor. (Krein)

Nach einem fünfminütigen Fussmarsch vom Berliner Ostbahnhof in Friedrichshain ist sie zu sehen, die O2 World Arena, aktuell Europas modernste Arena. Am 10. September 2008 wurde sie eröffnet. Man könnte die O2 World auch als «Prudential Center Europas» (die aktuell modernste NHL-Arena) bezeichnen, jede europäische Organisation würde von solch einer Arena träumen. Man sitzt wie in einer NHL-Arena, auf dem Oberrang, im Block 405, in der elften Reihe, in einem bequemen Sessel, auf dem neunten Sitz und ausgestattet mit eigenem Getränkehalter, bereits ein dünner Pullover genügt zum Familienerlebnis wie in einem grossen Kino.

«Ich bin ein Berliner?» …oder eben doch nur Pfannkuchen. (Krein)

Von der Grossmutter bis zum Hardcore-Fan, dazu zählen unter anderem die Fans in der Dynamo-Kluft, ist hier alles anzutreffen. Zu Zeiten der ersten Bundesliga-Derbys gegen den Berliner SC Preussen gabs jeweils reichlich Zoff, doch heute ist davon nichts mehr zu sehen. Anders als bei gemächlicher Atmosphäre in der NHL, ist die Stimmung hier riesig – Deutschland eben. Die 14’200 in der ausverkauften «World» sind mit blauen, weissen und roten Klatschpappen ausgestattet und lassen die Arena zum Tollhaus werden. Kulinarisch vermisse ich nur eines, einen «Hamburger!» Stattdessen gibs «Hotdogs» welche an die Würste in Übersee erinnern, doch was ist heute passender als vor- oder während des Spiels einen «Hamburger» zu verzehren?

„Ihre Geschichte haben die Ossies trotz neuer Arena, Namen- und Standortwechsel nicht vergessen: Dynamo!“

— Krein

Die bedauernswerten Gäste scheinen auch ohne «Hamburger» auf der Stadion-Speisekarte «verzehrt» zu werden. Der Qualifikationssieger und aktuelle Meister dominiert das erste Drittel nach Belieben, trotz einem Schussverhältnis von 18:2, führen die «Ostdeutschen» nach zwanzig Minuten nur mit 1:0. Die äusserst effizient spielenden Gäste aus der Hansestadt kommen in der 52. Minute sogar zum 3:3-Ausgleich. Unter dem Ansporn des zweithöchsten Zuschauerschnitts Europas und der Anwesenheit von Doppel-Klub-Inhaber Philipp Anschutz spielt sich der ehemalige «Polizei-Klub» noch zum verdienten und wichtigen 5:3-Sieg im ersten Spiel der «Anschutz-Serie.»

Der ehemalige DDR-Klub zählt heute zu Europas Top-Adressen. Wer hätte dies einst gedacht, im ersten Bundesliga-Jahr nach der Wiedervereinigung mussten die «Eisbären», damals noch als EHC Dynamo Berlin in die 2. Bundesliga absteigen. Doch anders als der West-Klub BSC Preussen, schafft der 15-fache DDR-Meister im Westen die Wende, nicht zuletzt Dank des US-amerikanischen Investors Anschutz-Entertainment-Group (AEG), welche seit 1999 alleinige Inhaberin der Eisbären ist und 2002 auch beim Gegner aus Hamburg eingestiegen ist.

Dynamo ist allgegenwärtig

Die Geschichte haben die Ossies trotz neuer Arena, Namen- und Standortwechsel von Hohenschönhausen an den Ostbahnhof nicht vergessen. Fangesänge wie «Berlin-Ost, Berlin-Ost, Berlin-Ost» oder «Dyyynamo, Dyyynamo, Dyyynamo» sind ebenso präsent wie Dynamo-Schals, Trikots, Fahnen oder die Fanzeitung «Eis-Dynamo.» Die Organisation ist auch für jeden Schweizer ansteckend und manch einer ist geneigt zu sagen «Ich bin ein Berliner.»

13. März 2009 – Viertelfinal (Spiel 1)

Eisbären Berlin – Hamburg Freezers 5:3 (1:0, 2:2, 2:1)
O2 World. – 14’200 Zuschauer. – SR Klau/Piechaczek, Brodnicki/Ponomarjow. – Tore: 12. Robinson (Beaufait) 1:0. 23. Tripp (Sarno, Pelletier /Ausschluss Berlin) 1:1. 32. Rankel 2:1. 38. Felski (Alexander Weiss, Quint /Ausschluss Hamburg) 3:1. 39. Leask (Wilm, Retzer) 3:2. 52. Aab (Manning, Delmore) 3:3. 57. Alexander Weiss (Ustorf, Mulock) 4:3. 60. (59:02) Rankel (ins leere Tor, Ausschluss Berlin!) 5:3. – Strafen: Eisbären Berlin 12-mal 2 Minuten, Hamburg Freezers 9-mal 2 Minuten. – Bemerkungen: Torschüsse 36:16.
Eisbären Berlin: Zepp (Ziffzer); Quint, Hördler; Roach, Baxmann; Braun, Smith; Kramer; Walker, Pederson, Busch; Robinson, Beaufait, Rankel; Alexander Weiss, Felski, Mulock; Ustorf, Daniel Weiss, Swärd.
Hamburg Freezers: Pelletier (Güttner); Delmore, Manning; Karalahti, Blanchard; Leask, Retzer; Sevo; Mueller, Barta, Brigley; Aab, Wilm, Fortier; Smyth, Sarno, Tripp; Pielmeier, Ostwald, Schmidle; Sommerfeld.

Europas Nummer zwei

RangKlubStadionSchnitt
1.SC BernPostFinance Arena16’172
2.Eisbären BerlinO2 World13’746
3.Adler MannheimSAP Arena11’756
4.Frölunda GöteborgScandinavium11’234
5.Kölner HaieLanxess Arena10’342