Am 5. Januar 2013 siegte der EHC Biel in einem Qualifikationsspiel gegen die SCL Tigers mit 5:4. Dabei setzte Biel-Trainer Kevin Schläpfer den erst 16-jährigen Junior Nikolaj Ehlers ein. Der Sohn von Heinz Ehlers durfte in seinem zweiten NLA-Spiel in der ersten Linie mit Eric Beaudoin und Emanuel Peter spielen. Nach lediglich 25 Sekunden erwischte der Däne Langnau-Hüter Thomas Bäumle zwischen den Schonern und brachte Biel mit 1:0 in Führung und Ehlers-Junior skorte bereits in seinem zweiten NLA-Spiel.
Auch in Winnipeg zwei Spiele
Auch in der National-Hockey-League (NHL) benötigte Ehlers-Junior nur zwei Spiele für seinen ersten Skorerpunkt. In seiner zweiten Partie für die Winnipeg Jets gab der NHL-Draft von 2014 am 9. Oktober 2015, beim 3:1-Sieg gegen die New Jersey Devils, in der 22. Minute die Vorlage zum 1:0 von Mark Scheifele. Ehlers beendete die Partie mit einer Plus 2 Bilanz und stand 14 Minuten und 14 Sekunden auf dem Eis. Mit seinem ersten Skorerpunkt im zweiten NHL-Spiel ist Ehlers der elfte dänische Punktesammler (siehe unten) in der besten Liga der Welt.
Auch bei den Junioren zwei Partien
In der Quebec-Major-Junior-Hockey-League (QMJHL) brauchte Ehlers ebenfalls zwei Spiele für den ersten Skorerpunkt. Am 13. September 2013 gab der Rechte Flügel der Halifax Mooseheads in der 17. Minute das Zuspiel auf Danny Moynihan’s 1:0 gegen die Charlottetown Islanders, die Partie ging allerdings 2:5 verloren.
Ehlers zweites Spiel
Datum
Liga
(Min)Punkt
5. Januar 2013
NLA
(1.) Tor zum 1:0
13. September 2013
QMJHL
(18.) Assist zum 1:0
9. Oktober 2015
NHL
(22.) Assist zum 1:0
5 Skorerpunkte in 18 Spielen für den EHC Biel: Der 16-jährige Nikolaj Ehlers 2012-13. (EHC Biel)
Die dänischen NHL-Skorer (Stand 10. Oktober 2015)
Spieler
Clubs
Punkte
Frans Nielsen
NYI
297
Jannik Hansen
VAN
185
Mikkel Bodker
ARZ
174
Lars Eller
STL, MTL
130
Peter Regin
OTW, NYI, CHI
67
Philip Larsen
DAL, EDM
31
Nicklas Jensen
VAN
6
Frederik Andersen
ANH
4
Oliver Lauridsen
PHI
3
Nikolaj Ehlers
WPG
1
Artikel im Bulletin 2015/16 des Bieler Fan’s Club Seeschwalbe
Der SC Lyss und der HC Fribourg-Gottéron, war da nicht mal was? In der Saison 1979-80 spielten die aktuellen Cup-Gegner in der Nationalliga-B-Westgruppe (damals war die NLB in zwei Gruppen unterteilt) viermal gegeneinander und viermal gingen die Freiburger als klare Sieger (9:3, 9:2, 13:1 und 8:4) vom Eis. Für die Seeländer spielten die Üechtländer ein Eishockey vom andern Stern, als logische Folge schaffte Gottéron in dieser Saison den Aufstieg in die Nationalliga A und der SC Lyss musste den Gang in die 1. Liga antreten. Lyss kehrte zwischen 1989 und 1993 nochmals vier Jahre in die NLB zurück, Fribourg spielt seither in der NLA.
David gegen Goliath
35 Jahre später treffen die ehemaligen NLB-Gegner im Rahmen des Swiss-Ice-Hockey-Cup wieder aufeinander und wie in der Saison 1979-80 sind die Rollen immer noch klar verteilt. Lyss empfängt als Zweitplatzierter der 1. Liga, Gruppe 2 den Leader der NLA. Zumindest eine Gemeinsamkeit haben die beiden Cup-Gegner, beide sind in der aktuellen Meisterschaft noch ungeschlagen. Der Underdog gibt sich kämpferisch: «Wir sind bereit für Fribourg», sagt Lyss-Stürmer Nicola Pfeiffer vor dem Duell «David gegen Goliath». Apropos «David», in Anlehnung an den langjährigen Lyss-Trainer Hans-David Steiger (1993-2006) sollte man das Duell eigentlich «Hans-David gegen Goliath» nennen.
Beim Underdog stehen mit Torhüter Fabian Zaugg, den Verteidigern Dominique Robert und Manuel Schaad immerhin drei ehemalige Elite-Junioren Schweizermeister im Team von Trainer Patrick Glanzmann. Neben den drei Lyssern gehörte Nashville Predators-Verteidiger Roman Josi 2009 ebenso zum Meisterkader wie Etienne Froidevaux (Lausanne), Joël Vermin, Tristan Scherwey, Pascal und Alain Berger und Kevin Fey (Biel). Zudem hat Torhüter Zaugg im August das Trainingslager mit dem EHC Biel bestritten. Neben Zaugg (2008-09 Backup von Marco Bührer), können aber nur Schaad (zehn Spiele für den SC Bern) und Florin Gerber (24 Spiele für den EHC Biel) auf NLA-Schnuppereinsätze zurückblicken. Allerdings fallen Schaad (Innenband) und Zaugg (Schulter) kurzfristig verletzungsbedingt aus. Der prominente Gegner aus der NLA kann auf die Erfahrung von 783 NHL-Partien, 73 WM-Spiele und zehn Olympia-Einsätze zählen und muss lediglich auf seinen Captain Julien Sprunger (gesperrt) verzichten.
Der historische 2. Januar 1991
Doch da war noch was anderes zwischen Lyss und Gottéron? Eine ähnliche Rollenverteilung wie heute gab es am 2. Januar 1991, als der damalige B-Ligist den HC Fribourg-Gottéron im Rahmen eines Neujahrsschlagerspiels vor 1’900 Zuschauern empfangen hat. Fribourg trat in Lyss mit dem ganzen Kader, inklusive den sowjetischen Superstars Wjatscheslaw Bykow und Andrei Chomutow an und setzte sich schon nach sechs Minuten mit einem brutalen vier-Tore-Vorsprung ab. Ein krasser Klassen-unterschied schien für den Gastgeber Böses zu erahnen. Im Mittelabschnitt wendeten die Lysser mit einem sensationellen 5:0 das Blatt und schafften gegen den übermächtigen Gegner eine unerwartete Überraschung. Lyss siegte im Freundschaftsspiel gegen Bykow /Chomutow und Co. mit 8:5 und die Halle stand Kopf. Gelingt den tapferen Lyssern nach dem Wunder von 1991 auch das Wunder von 2015?
Der 30. September 2015
Es ist fast wie zu den guten, alten Zeiten in der Nationalliga-B, vor der Seelandhalle steht ein grosses Partyzelt, alle wichtigen Leute rund um den Traditionsklub sind vereint. Auch drei von den vier Schiedsrichtern haben Lyss-Bezug, Stefan Marti spielte einst selbst hier im Nachwuchs, Philipp Clément trainiert regelmässig mit den Senioren des SC Biberen und Thomas Wolf ist auch ein Seeländer. Einziger Torschütze ist ebenfalls ein Lysser, Florin Gerber stammt aus der Gerber-Dynastie, diese ist quasi die Lysser Antwort auf den Celio-Clan bei Ambri-Piotta.
Backup-Goalie Andrin Vock, letztes Jahr noch beim EHC Meinisberg in der 2. Liga, spielt das Spiel seines Lebens und hält den Underdog bis zur Schlussminute im Spiel. Freiburg trifft acht Sekunden vor Schluss durch Sakari Salminen, letztes Jahr in der KHL bei Torpedo Nischni Nowgorod, ins leere Tor zum 3:1. Vock und Salminen verkörpern die Cup-Faszination zwischen Amateuren und Profis perfekt, denn wo sonst spielt ein ehemaliger Meinisberger gegen einen ehemaligen KHL-Spieler? Für Lyss ist es, trotz der ehrenvollen Niederlage ein totaler Erfolg und für das Eishockey ist es beste Unterhaltung.
Die 22 Lysser haben die Freiburger 60 Minuten lang gefordert und werden wie nach einem Sieg gefeiert. (Krein)
Ausgebildet in der amerikanischen College-Liga National-Collegiate-Athletic-Association (NCAA) «N-CEEEE-double-A» kam der Kanadier Cory Conacher noch in seinem letzten College-Jahr zu ersten Einsätzen in der American-Hockey-League (AHL) bei den Rochester Americans (Ex-Klub von Daniel Steiner) und den Milwaukee Admirals (zusammen mit Roman Josi). In seiner ersten richtigen AHL-Saison 2011-12 realisierte der Flügelstürmer für die Norfolk Admirals auf Anhieb 95 Skorerpunkte, stand im All-Rookie-Team, spielte im All-Star-Game, stand im Second All-Star-Team, wurde Rookie des Jahres, AHL MVP und Calder-Cup-Sieger. Diese Traumsaison brachte den Mann aus Ontario in Guy Bouchers Kader der Tampa Bay Lightning. Nach Tampa folgten Kurzengagements bei den Ottawa Senators, Buffalo Sabres und den New York Islanders, wo sich Conacher nicht durchsetzen konnte und zuletzt ins Farmteam der Bridgeport Sound Tigers in die AHL abgeschoben wurde. Innerhalb der AHL wechselte der 25-Jährige in der letzten Saison zu den Utica Comets (ins Team von Sven Bärtschi) in die Organisation der Vancouver Canucks.
Wie Conacher, stammt auch Andrew Ebbett aus der NCAA-Talentschmiede, als zweifacher Central-Collegiate-Hockey-Association-Meister (2003, 2005) mit der University of Michigan Wolverines, stiess der Mittelstürmer zu den Binghamton Senators in die AHL. Während neun Jahren spielte der Mann aus British Columbia für sechs NHL-Organisationen (Anaheim Ducks, Chicago Blackhawks, Minnesota Wild, Phoenix Coyotes, Vancouver Canucks, Pittsburgh Penguins). Nur in den Saisons 2009-10 und 2011-12 wurde Ebbett nie in die AHL geschickt, sonst blieb ihm der Gang in die zweitklassige Liga nicht verwehrt. Neben der sechs NHL-Stationen spielte der Spielmacher auch für die Portland Pirates, Iowa Chops, San Antonio Rampage, Chicago Wolves und zuletzt für die Wilkes-Barre Scranton Penguins.
Trevor Smith stand 2011-12 zusammen mit Conacher im siegreichen Calder-Cup-Team der Norfolk Admirals und stand mit 85 Zählern In der internen Skorerliste gleich hinter seinem neuen SCB-Kollegen. In der siegreichen AHL-Saison absolvierte der Stürmer auch 16 Spiele unter Boucher bei den Lightning. Sein NHL-Debüt gab der ehemalige NCAA-Junior im Team von Mark Streit, 2008 bei den New York Islanders. In den letzten zwei Jahren stand der 30-Jährige in der Organisation der Toronto Maple Leafs, wo er unter anderem auch als Kapitän des AHL-Teams Toronto Marlies auflief. Im Schatten von Conacher und Smith stand damals ein gewisser Tyler Johnson. Der Amerikaner hat im Gegensatz zu den Neo-Bernern heute den Durchbruch in der NHL geschafft. Der Mittelstürmer stand in diesem Frühjahr mit Tampa Bay im Stanley-Cup-Final und wurde mit 23 Punkten, vor dem Ex-Bieler Patrick Kane (Chicago Blackhawks), Playoff Topskorer. Sein Vertrag über 3,3 Millionen US-Dollar pro Saison, läuft bei den Lightning noch bis 2017.
Wer kennt den «IJHC Gunco Pandas Rotterdam?» Vielleicht eine Handvoll Hockeyfanatiker – «SCB-Jüre» Jürg Wymann inklusiv – und der langjährige EHC Chur-Trainer (1985-87, 1992-93, 2010-11, 2013-14) Alex Andjelic kennen den klingenden Namen. Der serbisch-holländische Doppelbürger stand 1991/92 nur eine halbe Saison hinter der niederländischen Bande, ehe er noch im selben Winter Leo Schumacher in Chur (NLA) ersetzen musste. Der prominenteste «Rotterdamer» ist der aktuelle Headcoach der Kloten Flyers, Sean Simpson. Mit den Pandas feierte Simpson 1989 seinen ersten Titelgewinn in Holland und seinen zweiten Meistertitel der Karriere. In 43 Spielen buchte der Kanadier 100 Skorerpunkte für die Mannschaft welche den WWF (World-Wildlife-Fund) Panda auf seinen Trikots trug.
Unter den besten Acht Europas
Mit dem Titelgewinn Rotterdam’s qualifizierten sich die «fliegenden Holländer» zum zweiten Mal für den Europacup, wo sie 1989 bis unter die besten acht Klubteams Europas vorstiessen. Bei der knappen 2:3-Niederlage im Europacup-Halbfinalturnier gegen den SC Bern, brachten die Holländer sogar den Schweizermeister an den Rand einer Niederlage. Dabei sass ihr letztjähriger Topskorer Simpson nur noch als Zuschauer unter den 800 Fans in Bern auf der Tribüne, denn der Kanadier hatte in der Zwischenzeit beim SC Lyss in der Nationalliga B angeheuert und stattete seinen ehemaligen Teamkollegen einen Besuch ab.
IJHC Gunco Pandas Rotterdam
Der IJHC Gunco Pandas Rotterdam in der Sasison 1991-92 mit Headcoach Alex Andjelic (unten, fünfter von links). (IJHC Rotterdam)
Eishalle muss einem Parkhaus weichen
Zwischen 1987 und 1990 holten die Pandas, welche zwischenzeitlich auch als Turbana‘s (gesponsert durch den weltweit bekannten Bananen-Importeur) aufliefen, drei Titel (1987, 1989, 1990) in vier Jahren und gehörten zu den Top-Klubs des Landes. Doch der steile Aufstieg war nur von kurzer Dauer. Nach nur neun Saisons in der obersten Spielklasse «Eredivisie», standen die Hafenstädter ohne Stadion da. Die Weena Ijshal an der Schaatsbahn 41 bis 45, beim Rotterdamer Bahnhof, musste 1996 aus finanziellen Gründen die Tore schliessen und einem Parkhaus weichen. Wo einst Meistertitel und Europacup-Abenteuer geschrieben wurden, parken heute beim Rotterdamer Bahnhof bis zu 230 Autos gleichzeitig.
Ungewisse Rückkehr
Seit Mitte der 90er Jahre ist Rotterdam auf Hollands Eishockeylandkarte verschwunden und der ehemalige Glanz an der Schaatsbahn scheint an der Rheinmetropole für immer erloschen. Seither ist die Stadt Rotterdam um den Bau einer neuen Eishalle bemüht, ein idealer Standort scheint in nächster Zukunft aber noch nicht in Sicht. In eine gute Zukunft steuert dafür der Niederländische Eishockeyverband, zusammen mit Belgien startet im Herbst 2015 die neue BeNe-League. 17 Mannschaften aus Holland und Belgien spielen in zwei Gruppen. Der holländische Meister Tilburg Trappers bestreitet neben der BeNe-League auch noch die deutsche Oberliga-Meisterschaft, während die Rotterdamer immer noch auf ihre Eisbahn warten.
In den 90er Jahren ist das Eisstadion an der Brehmstrasse Hauptschauplatz der europäischen Eishockeybühne. Zwischen 1990 und 1993 ist die «Brehmstrasse» vier Jahre hintereinander Austragungsort für das Europacup-Finalturnier. Dazu kommt der Epson-Cup und natürlich sechsmal in Serie das Meisterschaftsfinale der Bundesliga. Alle diese Anlässe laufen zuerst auf Eurosport, dann auf dem Sportkanal in sämtlichen deutschsprachigen Wohnzimmern.
Am 29. Juli 2015, wird mein Navigationsgerät endlich mit «Düsseldorf, Brehmstrasse», gefüttert. Vom Hotel am Hofgarten kommend, biege ich 25 Jahre zu spät, die Düsseldorfer EG spielt längst im ISS-Dome, im Düsseldorfer Zooviertel in die Brehmstrasse ein. Das Stadion, welches Kultstatus erreicht hat, wird glücklicherweise weiterhin für den Trainingsbetrieb und den Nachwuchs genutzt.
Blick auf das Eisstadion an der Brehmstrasse. (Krein)
Parkplätze direkt vor dem Stadion sind rar, direkt gegenüber parkiere ich neben einem «Hyundai» der DEG, mit dem Nummernschild «D EG 1550» und es kommen bereits nostalgische Gefühle auf. Ich höre «hier kommt die DEG», Sprechchöre aus der Halle und sehe endlich den Treppenaufgang, welchen ich seit dem «Eishockey Jahrbuch 1990» von einem Foto auf der Seite 60 kenne. Die Vorfreude ist riesig und das überqueren der «Brehmstrasse» bereits eine Fahrlässigkeit, weil ich die Umwelt nicht mehr wahrnehme.
Dann trete ich ein, ins Stadion an der Brehmstrasse, alles was ich von Fernsehbildern und Fotos dutzende Male angeschaut habe, ist nun da. Sämtliche Tribünen führe ich mir zu Gemüte und setze mich hie- und da einfach mal hin. Grossartig muss es gewesen sein, damals ein Ding der Unmöglichkeit hierhin zu kommen. Bei mir zuhause hängen immerhin zwei Trikots aus der Epson-Ära, Uli Hiemer und Michael Flemming. Ein anderer dieser Zeit ist der Mann mit dem schwarzen Gitter, Oliver Kasper, seine Bilder sind mir des Gesichtsschutzes wegen in bester Erinnerung. Ich weiss in welchen Büchern und Magazinen er abgebildet ist. Ein Griff und das Bild hätte ich vor mir.
Links vom Stadion ist ein kleiner Schlittschuhverleih, der Laden heisst «Eissport Kasper», ein älterer Herr heisst mich herzlich willkommen und entpuppt sich als Ladenbesitzer Kasper. Es kommt noch besser, der gesprächige Mann ist der Vater des einstigen DEG-Cracks. «Er sollte jeden Moment vorbeikommen und mir am Computer helfen», meint Hans Kasper freundlich. An einer Wand hängt noch ein Foto des Sohnes, aus der «Zamek-Ära» von 1985-86, ein perfektes Sujet für das Erinnerungsfoto. Kasper-Junior schwärmt ebenfalls von der grossen Zeit der DEG, von den Spielen gegen die Edmonton Oilers und St. Louis Blues. Wie cool wäre es, gleich jetzt an eines dieser Spiele gehen zu können? Wie es wohl hier im Shop, eine Stunde vor Spielbeginn ausgesehen hat?
Oliver Kasper (rechts), im Schlittschuhchop «Eissport Kasper» an der Brehmstrasse. (Hans Kasper)
Die Spiele von heute steigen im ISS Dome, wo die DEG seit 2006 beheimatet ist. Nach 20-jähriger Abstinenz, gibts diesen Sommer erstmals wieder europäisches Spitzeneishockey in der Rheinstadt. Die Plakate der Champions-Hockey-League hängen in der Innenstadt rund um die Königsallee. Der EHC Black Wings Linz und das altbekannte TPS Turku, gastiert in den 90er Jahren dreimal an der Brehmstrasse, sind die Gegner der Gruppe G.
Champions-Hockey-League in Düsseldorf 2015. (Krein)
Ein Blick zurück ins legendäre Stadion an der Brehmstrasse. Zu dieser Zeit hat die DEG, hinter dem SC Bern, mit rund 11’000 Fans jeweils den zweithöchsten Zuschauerschnitt Europas.
Saison
Düsseldorf
Bern
1985-86
10’020
8’966
1986-87
10’414
11’666
1987-88
10’215
10’502
1988-89
9’530
11’227
1989-90
10’530
11’742
1990-91
10’460
12’731
1991-92
11’160
12’818
1992-93
11’050
11’975
1993-94
10’939
12’041
1994-95
9’158
12’170
Hier gehts zum sportlichen Höhepunkt der Clubgeschichte. Am 30. Dezember 1991 steht die DEG im Europacup-Endspiel gegen Titelverteidiger Djurgardens IF Stockholm, dies vor ausverkauftem Haus an der Brehmstrasse.
Gerade mal 500 Zuschauer verlieren sich beim U18-Viertelfinal in Luzern. (Krein)
Nach Kloten und Weinfelden 2000, treffen sich die besten Junioren der Stufe U18 zum zweiten Mal in der Schweiz. In der neusten Ausgabe kommen Zug und Luzern im Herzen des Landes zum „Zug.“ In die Herzen der Zuschauer spielen sich nicht nur die überragenden Schweizer, sondern auch die US-Amerikaner mit ihrem Supertalent Auston Matthews. Die ehemalige NLB-Stadt Luzern kommt in den Genuss von 13 Partien, davon absolvieren Matthews und Co. heute die fünfte Partie in der „Eishalle Tribschen“ oder der Swisslife-Arena, wo einst unter Arno del Curto parallel zum 1. Liga Team des SC Luzern der Aufschwung der U20-Nationalmannschaft begonnen hat.
Talente und Legenden
Vermutlich spielen die meisten Akteure der heutigen zwei Viertelfinalpartien zum letzten mal auf Luzerner Eis. Nie mehr wieder wird am Vierwaldstättersee so viel Talent zu sehen sein wie heute. Die Talente stehen ständig unter Beobachtung, so sind auch am Nachmittag vom 23. April viele Scouts und NHL-Verantwortliche unter den 542 Zuschauern. Zwei Reihen hinter mir etwa, sitzt ein 1’700-facher NHL-Spieler, Triple-Gold-Club-Mitglied und aktueller Präsident der Toronto Maple Leafs, Brendan Shanahan. Aufmerksam werden die Aktionen der Nachwuchstalente notiert und registriert und prompt sorgt Matthews mit dem ersten Treffer des Spiels für den ersten Aufseher.
Ebenfalls ins Auge sticht Matthew Tkachuk, der auf zwei Matthews-Tore die Vorlagen gibt. Der Sohn von NHL-Legende Keith Tkachuk dürfte ebenfalls eine grosse Zukunft vor sich haben. Das US-Team entscheidet den ersten Viertelfinal nach vier Toren bereits nach 16 Minuten. Tschechien, welches zwei Tage zuvor immerhin die Schweiz mit 5:0 bezwungen hat, kommt gar nie ins Spiel und dies liegt vor allem an der Klasse des Gegners. Dies dürfte auch der tschechische Staff um Headcoach Jakub Petr anerkennen.
Es war einmal in Sydney
Coach Petr hat eine interessante Hockey-Vergangenheit, ich habe ihn zuletzt 2003 in Sydney gesehen. Er spielte drei Jahre in der Australian-Ice-Hockey-League (AIHL) für die Sydney Bears und ist parallel dazu als Assistent der australischen U18-Nationalmannschaft ins Trainermetier eingestiegen. Heuer steht der ehemalige Verteidiger zum zweiten mal als Headcoach an der Bande einer U18-WM. Mit dabei ist ein weiterer Bekannter oder zumindest Verwandter aus Australien. Gleich zwei Onkel von U18-Spieler Simon Stransky spielten mit Petr in Sydney, Vit und Vladan. Letzterer absolvierte, nach neun Jahren in Sydney, sogar noch zwei WM-Turniere für Australien.
Nicht in Australien, sondern in der kanadischen Western-Hockey-League (WHL), spielt Neffe Simon bei den Prince Albert Raiders. Neben Stransky spielen auch Filip Chlapik, Daniel Krenzelok, Pavel Zacha und Jakub Zboril in den kanadischen Juniorenligen. Die älteren U18-Jahrgänge werden diesen Sommer beim Draft gezogen, Matthews muss sich noch bis 2016 gedulden und Shanahan und Co. haben ihre Draft-Notizen in Luzern ergänzt.
Legende Brendan Shanahan (hinten links) beobachtet in Luzern Auston Matthews und Co. (Krein)
Als Premiere zum ersten Länderspiel im Ausland, gehts für mich – vorbei an Saint-Martin-d’Hères – Cristobal Huets Heimat, in die grösste im Hochgebirge liegende Stadt der Alpen in Grenoble. Im Stadion Pôle-du-Sud frage ich mich durch die Katakomben des ansässigen Klubs Bruleurs du Loups, welchem als Premiere eine Präsidentin vorsteht, wo ich zu meiner Presse-Akkreditierung komme.
Die Schweiz gewinnt das Weltmeisterschafts-Vorbereitungs-Spiel in Genoble gegen Frankreich mit 3:2. Für die Schweiz ist es der 34. Sieg im 47. Länderspiel gegen die Franzosen, nach 1984 (7:2) und 2010 (2:1) stehen sich die beiden Mannschaften nicht als Premiere, sondern zum dritten Mal in der Olympiastadt gegenüber. 1984 spielt die Schweiz noch im Olympiastadion «Stade-de-Glace», welches im Oktober 1967 für die Olympischen Winterspiele von 1968 fertiggestellt wird.
Vom Pôle-du-Sud ins Stade-de-Glace
Noch heute, 47 Jahre später, ist das Stadion eine imposante Erscheinung. Architektonisch wirkt die Hülle des Prunkstücks wie eine Mischung zwischen der Oper von Sydney und dem Eisstadion von Davos (Baujahr 1979). Möglicherweise diente das architektonische Meisterwerk von Robert Demartini und Pierre Junillon als Davoser Vorlage. Das Dach besteht aus zwei sich kreuzenden zylindrischen Gewölben. Die Halle mit 12’000 Sitzplätzen befindet sich im Parc-Paul-Mistral, dem zentral gelegenen Stadtpark von Grenoble und dient heute für Konzerte, Messeveranstaltungen und verschiedene sportliche Anlässe, wie etwa das Sechstagerennen.
Die Olympischen Spiele von Grenoble sorgen 1968 für einige Premieren. Die Franzosen präsentieren mit «Schuss», das erste Olympia-Maskottchen der Geschichte, haben mit 37 Ländern einen neuen Teilnehmerrekord und montieren im Stade-de-Glace erstmals durchsichtige Plexiglas-Banden, wie sie erst beim Winter-Classic-Game zwischen Genf-Servette und Lausanne am 11. Januar 2014 im Stade-de-Genève wieder auftauchen.
Grenobles Olympia-Stadion «Stade de Glace» von 1968. (Krein)
Beim Rundgang um den «Palais-des-Sports», wie die multifunktionale Halle mittlerweile heisst, versucht sich das Unterbewusstsein an die alten Zeiten zurück zu erinnern. Es scheint als sei man plötzlich mittendrin, am 15. Februar 1968, eine Stunde vor Spielbeginn (21 Uhr) beim Knüller zwischen der Tschechoslowakei und der Sowjetunion, dem Höhepunkt des Turniers. Das Publikum strömt aus allen Seitenstrassen in den Parc-Paul-Mistral, Richtung Eingänge O (Oest) und E (Est). Fantrikots sind da noch fehl am Platz, die Leute sind elegant in grau, beige oder schwarz gekleidet und betreten das Eisstadion gesittet, wie beim Gang in die Oper oder einme Jacques-Tati-Film. Vor dem Eingangsportal E, am Boulevard Clemenceau ist eine Bushaltestelle, ein blau-weisser Bus bringt die Zuschauer direkt vors Stadion. Die Stimme des Speakers durchdringt die Stadionwände und verstärkt den Drang, endlich ins Stadion zu gelangen und die beiden Weltklassemannschaften aus dem Osten beim Einspielen zu bestaunen.
Der Höhepunkt des Olympiaturniers
Durch Tore von Frantisek Ševčík, Petr Hejma und Jan Havel führt die CSSR nach dem ersten Drittel mit 3:1. Durch zwei weitere Treffer von Jozef Golonka und Jaroslav Jiřík gewinnt die Mannschaft von Coach Jaroslav Pitner mit 5:4 und die Sensation ist perfekt. Was für ein Spiel, für einen kleinen Moment scheint man gedanklich tatsächlich dabei gewesen zu sein. Vor der letzten Runde führen die Tschechoslowaken die Tabelle an, verpassen aber mit einem 2:2 gegen Schweden, Golonka hatte den 3:2-Siegtreffer auf dem Stock, den Gewinn der Goldmedaille. Der Olympiasieg geht am 17. Februar 1968 durch das abschliessende 5:0 der Sbornaja gegen Kanada an die Sowjetunion.
Helblings Premiere
2015 und vier Kilometer südlich hat sich das Stadion mit dem passenden Namen Pôle-du-Sud geleert, Schweizer und Franzosen geben ihre Interviews. Hauptprotagonist ist Verteidiger Timo Helbling, er trifft in seinem 77. Länderspiel zum ersten- und zweiten Mal und avanciert zum Matchwinner. Grenoble hat eben auch 47 Jahre später noch seine Premieren, gestern waren es Plexiglasbanden und Maskottchen, sind ist es Helbling und die NHL-Söldner. Was der Solothurner zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, er hat an diesem Abend das WM-Ticket für Prag – und da wären wir wieder bei der Tschechoslowakei und Golonka – tatsächlich gelöst.
Frankreich – Schweiz 2:3 (0:0, 1:0, 1:3) 31. Desrosiers (Janil, S. da Costa) 1:0, 43. Helbling (Grossmann) 1:1, 46. Rüfenacht (Bodenmann, D. Wieser) 1:2, 49. (48:24) Auvitu (S. da Costa, Desrosiers) 2:2, 49. (48:58) Helbling (Romy) 2:3.
Pôle-Sud: SR: Barcelo, Bliek; Dehaen, Furet (Fr) Strafen (Fr): 6×2 Strafen (Sz): 5×2, 1×10 (Suri) Frankreich: Hardy (30. Quémener); Manavian, Auvitu; Hecquefeuille, Besch (2); Trabichet, Dieudé-Fauvel; Janil; Desrosiers, S. da Costa (2), Raux; Bertrand, Meunier (2), S. Treille (2); Guttig, T. da Costa, Fleury (2); Claireaux, Ritz, Y. Treille; Lampérier (2). Schweiz: Genoni (Berra); DuBois (2), Streit; Geering, Blum; Helbling (2), Grossmann (2); Loeffel, Kukan; Brunner, Romy, Hollenstein; Ambühl (2), Almond, Suri (12); Walker, Trachsler, Bieber; Bodenmann, Schäppi, D. Wieser; Rüfenacht.
Timo Helbling bietet als Torschütze eine Premiere. (Mario Gehrer)
Seit 1981 ist das HC Davos-Urgestein Paul Berri im Betreuungsstab des 31-fachen Schweizermeisters. In 34 Jahren hat Berri acht Schweizer-Meistertitel (1984, 1985, 2002, 2005, 2007, 2009, 2011, 2015) mit dem HCD gefeiert. Beim achten- und gleichzeitig 31. Titel des Klubs lässt Berri in den Katakomben des Hallenstadions den gelben Plexiglaspokal fallen und der als «unzerstörbar» geltende «Twin-Skate» zerfällt in seine Einzelteile. Kein aktueller Betreuer hat mehr Pokale und Meistertitel gefeiert als der HCD-Teamleiter. In Berris Laufbahn waren schon vier verschiedene Meister-Pokale im Umlauf, drei davon gingen schon durch Berris Hände. Der aktuellste ging eine halbe Stunde nach der Pokalübergabe in die Brüche, das Video ist ein absolutes Highlight. War der Kult-Betreuer etwa zu fahrlässig?
Pokaltechnisch ein Eishockey-Entwicklungsland
Nein. Die Schweiz ist das einzige Land mit einem Plexiglas-Pokal, sogar die Neuseeländer und Spanier jubeln mit traditionsreichem Edelmetall. Seit 1997 feiert der Schweizermeister jeweils in Glas oder Kunststoff. Der SC Bern gewann 1997 als erstes den hässlichen blauen «Schirmständer». Zehn Jahre hat der Schirmständer, welcher auch schon geklaut, zerscherbelt und umgespritzt wurde, überlebt. Den letzten Schirmtitel feierte der HC Davos 2007, ehe der neue postgelbe «Plexi-Ständer» mit dem sechsten Meistertitel der ZSC Lions 2008 seine Premiere feiern konnte. Der von der Designagentur Hug & Dorfmüller gestaltete «Twin-Skate», wurde bei seiner Vorstellung als unzerstörbar betitelt. So kurz wie 2015 war seine Lebensdauer nach einem Titelgewinn aber noch nie, glücklicherweise war es nur ein Replica, denn das Original kommt jewils nicht bis ins Stadion.
„If you pay peanuts, you get monkeys“
— Sir James Goldsmith (1933 – 1997)
2008 hat sich der ehemals Schweizerische Eishockeyverband (SEHV) marketingtechnisch ein neues Label verpasst. Die Swiss Ice Hockey Federation (SIHF) hat sich der Amerikanisierung des Westens angepasst. Seither wird hier nicht mehr in der traditionellen Nationalliga A und B, sondern in der «National-Hockey-Lea…», natürlich der «National League A and B» gespielt. Anstatt sich pokaltechnisch dem Westen, welcher die Tradition sämtlicher Trophäen ehrenhaft zu pflegen weiss, anzupassen hat die sich die Liga leider nur Namenstechnisch angepasst und damit gleich zwei Identitäten verloren: Den Liga-Namen, gegründet 1937, und den Pokal.
Die verlorene Pokal-Kultur
Der letzte, richtige Pokal (gestifted durch die Uhrenfirma Omega) wurde mit dem sechsten Titelgewinn des HC La Chaux-de-Fonds 1973 aus dem Verkehr gezogen, seither gibts in der Schweiz nur noch «Erdnuss-Pokale». Sir James Goldsmith sagte einmal: «If you pay peanuts, you get monkeys» (Wer nur mit Erdnüssen bezahlt, braucht sich nicht wundern wenn er von Affen bedient wird), nichts passt treffender als die Plastik-Krönung des Schweizermeisters und dessen Umgang mit dem Lohn für den Titel. Der «Twin Skate» hat weder Kult noch Tradition, daher ist auch ein «fallen und liegen lassen» für einen frischgebackenen Schweizermeister nur eine Randnotiz. Ein echter und geschichtsträchtiger Pokal wie etwa der erste Omega-Pokal (bis 1957 in einer siebener-Serie vom EHC Arosa gewonnen) würde auch in der Schweiz in ehrenhafter und «nordamerikanischer Tradition» den Respekt von Trainern, Spielern, Betreuern und Medien ohne auch nur den Hauch von Erdnuss-Kontamination geniessen können.
Für den Schweizermeister 2008 wurde der alte blaue Pokal mit dem Übernamen «Schirmständer» durch den neuen goldenen «Twin-Skate»-Pokal abgelöst. Der «Twin-Skate» ist ein goldener Plexiglaspokal, der einen Eiskristall darstellen soll. Diese Trophäe ist kein Wanderpokal und bleibt im Besitz des Meisters. Der Pokal hat einen Wert von 10’000 Franken, wiegt 12 Kilogramm und ist 60cm gross. Gestaltet wurde der Pokal von der Luzerner Designagentur Hug & Dorfmüller. Nicht nur in der National League kommt dieser Pokal zum Einsatz. Er wird auch den Meisterteams der Swiss-League sowie der Junioren Elite A und B vergeben. Jedoch werden sie dort von Liga zu Liga kleiner.
Fünf Tage nach dem Start zum Schweizer Playoff-Final sind auch unsere östlichen Nachbarn zur Endspielserie gestartet. Die beiden Champions-Hockey-League-Teilnehmer EC Red Bull Salzburg und Vienna Capitals stehen sich in der «Best-of-Seven» Serie gegenüber. Die Wiener haben letzten Herbst auf europäischem Parkett immerhin den Schweizer Meister und aktuellen Finalisten ZSC Lions in der Gruppenphase ausgeschaltet. Salzburg blieb gegen schwache Kloten Flyers ebenfalls zweimal siegreich und scheiterte äusserst ärgerlich in den Playoffs am schwedischen Spitzenteam und späteren Cup-Sieger Lulea HF.
Im Zeichen des roten Bullen
Zum Auftakt der Operettenliga-Finals, wie ein Schweizer Chronist die Ösi-Liga jeweils bezeichnet, steht sich die stärkste Mannschaft aus der Qualifikationsphase (Salzburg) und der Tabellenfünfte (Vienna Capitals) im Salzburger Volksgarten, der Spielstätte des Eishockeyteams von Dietrich Mateschitz gegenüber. Hier steht alles im Zeichen des roten Bullen. Selbst die Bandenwerbung lässt neben der Dosen-Werbung nur drei weitere Sponsoren zu, Stiegl, Suzuki und die Erste Bank, der Rest gehört zum Red Bull-Imperium.
Logisch gibt’s auch im «Red Bullschen» Presseraum einen ganzen Kühlschrank des gesamten Salzburger Produktemixes. Selbstverständlich darf sich der Journalist nach belieben der kühlen Dosengetränke und dem Bullen-Wasser LunAqua bedienen. Zum Hauptgang gibt’s Wiener Schnitzel, etwa ein Wink zum Verzehr des heutigen Gegners aus der Hauptstadt? Übrigens, der letzte Wiener-Sieg (4:2) in Salzburg datiert vom 24. März 2013.
Die Vienna Capitals treten mit zehn Legionären an, davon haben acht Spieler Erfahrung in der NHL gesammelt. Der bekannteste unter ihnen ist aber ein Österreicher: Andreas Nödl, in der vergangenen Saison noch bei den Bullen und im Try-Out beim HC Lausanne, bestritt 195 Spiele für die Philadelphia Flyers und die Carolina Hurricanes. Salzburg spielt mit neun Ausländern (mit Ex-Ambrì Verteidiger Zdenek Kutlak) und zahlreichen österreichischen Internationalen, angeführt von Thomas Raffl (Bruder von Philadelphias Michael Raffl). Raffl ist es, welcher in der 20. Minute das Skore der Final-Serie 2015 eröffnet. Trotz des Verzehrs von mehreren Dutzend Wiener Schnitzel in besagtem Presseraum, steht es nach 40 Minuten erst 2:1 für die Bullen.
Hinkender Zuschauerschnitt
In den letzten 20 Minuten werden die «Wiener-Schnitzel» durch vier weitere Bullen-Treffer vor offiziell 3’200 Zuschauern endgültig mit 6:1 verspeist. Gemäss der Salzburger Nachrichten (SN) sollen aber 3’600 Fans in der Halle gewesen sein. Der offizielle Zuschauerschnitt der Mozartstädter liegt unter 3’000 und damit sind die Bullen nicht einmal unter den Top-100 Europas klassiert. Sogar die Schweizer NLB-Klubs Langnau (5’053) und Olten (3’634) haben den höheren Schnitt. Der Finalgegner aus Wien, die Vienna Capitals liegen mit einem Schnitt von 4’569, knapp hinter dem EHC Biel, immerhin auf Rang 71 des europäischen Klub-Rankings. Die 14’000 Karten für die ersten beiden Playoff-Final-Heimspiele gegen Salzburg waren innert Kürze ausverkauft.
In Sachen Zuschauerzahlen mögen die Österreicher mit den Schweizern derzeit (noch) nicht mitzuhalten, aus sportlicher Sicht hatten die Ösis im letzten Direktvergleich aber die Nase vorn. Vor dem nächsten Direktvergleich stehen in den beiden Nachbarländern aber noch zwei heisse Finalserien an.
Kein Durchkommen für Wiens Andreas Nödl gegen die beiden Salzburger Brett Sterling (links) und Ryan Duncan. (Markus Knoblechner)
Nur drei Nationalliga-A Teams sind noch nie aus der obersten Spielklasse abgestiegen, die Kloten Flyers, der HC Fribourg-Gottéron und die SC Rapperswil-Jona Lakers. Die drei Überlebenskünstler gelten in finanzieller- und sportlicher Hinsicht nicht nur in den Medien als unabsteigbar. Nun haben es die Lakers geschafft und stehen zumindest in der Liga-Qualifikation gegen den Meister der Nationalliga-B.
Selbstverständlich hat dies niemand verdient im Umfeld der freundlichen Organisation am Zürichsee, schon gar nicht der flotte Pressechef René Schmid, der nun wie viele seiner Arbeitskolleginnen und Kollegen um seinen Job bangt, wie er nach dem Spiel gegen Ambrì-Piotta im Presseraum erzählt.
Nach verlorener 3:6-Schlacht am Samstag gegen Ambrì-Piotta sagte Trainer Anders Eldebrink «Wenn ich in den Final komme will niemand mit mir reden, wenn ich verliere wollen alle mit mir reden.» Der Schwede hat nicht unrecht, aber Rapperswils Gang in die Liga-Quali schien für die St. Galler bisher noch unwahrscheinlicher als ein Vorstoss in den Playoff-Final.
„Wenn ich in den Final komme will niemand mit mir reden, wenn ich verliere wollen alle mit mir reden.“
— Anders Eldebrink
Seit dem NLA-Aufstieg 1994 konnten sich die Rapperswiler neun Mal vorzeitig in den Playouts retten, ausgerechnet im 70. Jubiläumsjahr verpassen die St. Galler das zehnjährige Playout-Jubiläum. Entgegen der Meldung auf der Club-Homepage und Artikel inkompetenter Medien stehen die Lakers nicht zum ersten-, sondern zum zweiten Mal in der Klubgeschichte in der Ligaqualifikation. Die Saison 1999-00 muss sämtlichen Medien- und Club-Verantwortlichen entgangen sein. Denn da spielte der damalige SC Rapperswil-Jona in der Liga-Qualifikation gegen den NLB-Meister EHC Chur und konnte sich in der «best-of-seven» Serie in fünf Spielen (5:4, 5:1, 4:5nP, 5:2, 3:1) durchsetzen.
Allerdings gibt es dazu ein «aber». Die oberste Spielklasse wurde nach dieser Saison von 10 auf 12 Mannschaften ausgestockt und die beiden NLB-Finalisten EHC Chur und der HC La Chaux-de-Fonds wurden in die NLA promoviert. So gesehen hätten die Rapperswiler wohl (Wobei 1986 der Zürcher SC als A-Letzter gegenüber dem B-Zweiten SC Bern durch den freiwilligen Rückzug Arosas auch nicht oben bleiben durfte) auch nach einer verlorenen Liga-Quali nicht absteigen können. Enger war es nur einmal, in Rapperswils erster NLA-Saison 1994-95 musste der Playout-Final-Verlierer direkt in die NLB absteigen. Die Rosenstädter konnten sich in sechs Spielen (0:7, 5:4nP, 5:4nP, 2:4, 7:4, 7:3) gegen den EHC Biel durchsetzen.
Alles spricht dagegen
2015 spricht eigentlich alles gegen Rapperswil-Jona. Das Jubiläumsjahr (Rapperswil feiert das 70-jährige Jubiläum, Basel stieg 2008 zum 85-Jährigen in die NLB ab, Biel rettete sich im 75-Jährigen erst in der Liga-Quali), die Reduktion in der Liga-Quali von vier- auf zwei Ausländer (im Powerplay spielten stets vier Söldner), der voraussichtliche verletzungsbedingte Ausfall von Kapitän Stefan Hürlimann (wechselt nach der Saison zum EHC Olten) und der Druck der geplanten Zukunft mit dem SC Herisau. Zudem gibts in der Liga-Quali für den Oberklassigen nichts mehr zu gewinnen, sondern nur noch schlimmeres zu verhindern. Dazu ist Topskorer Nicklas Danielsson für die ersten vier Spiele noch gesperrt.
Langnau wie 1998?
Anders als die Lakers werden die SCL Tigers voller Selbstvertrauen in ihre vierte Liga-Qualifikation starten. Zum ersten Mal treten die Langnauer dabei als Aussenseiter an, was sich als Vorteil erweisen kann. Die SCL Tigers haben nicht nur die Qualifikation mit 23 Punkten Vorsprung auf den Tabellenzweiten dominiert, sondern auch die NLB-Playoffs (je 4:0-Siege gegen Thurgau und Langenthal). Erst im Playoff-Final um den B-Meistertitel erwies sich der EHC Olten als echter Prüfstein, also als perfekter Sparringpartner für das bevorstehende Duell gegen die angeschlagenen Lakers.
Die Geschichte spricht allerdings für die St. Galler, drei Mal (2002, 2010 und 2013) besiegten sie die Emmentaler in einer NLA-Playout-Serie. Die Langnauer schickten die Rapperswiler aber bisher in ihre einzige Liga-Qualifikation in der Saison 1999-00. Dazu kommt eine bittere, offene Rechnung aus dem Playout-Final 2013, welche die Tigers nach zwei Jahren endlich begleichen wollen. Statistisch stehen die Chancen für den Underdog bei immerhin 33%, in den letzten 15 Jahren schafften fünf NLB-Meister (zweimal Lausanne, Genf-Servette, Biel und Basel) den Aufstieg. Langnau schaffte die Promotion bereits drei Mal, 1961, 1987 und zuletzt 1998, allerdings noch nach altem Modus.
Duell der Weltmeister von 1987
Mit den beiden Headcoaches Anders Eldebrink (Lakers) und Bengt-Ake Gustafsson (Tigers) stehen sich zwei Weltmeister von 1987 gegenüber. Auch bei ihrem ersten gemeinsamen Weltmeisterschafts-Turnier 1981 in Göteborg holten die ehemaligen Weltklasse-Spieler einst WM-Silber. Danach kreuzten sich ihre Wege als Spieler noch zwei Mal beim Europa-Cup 1994 und 1995, mit Feldkirch (Gustafsson) und Kloten (Eldebrink) gabs zwei Unentschieden (2:2 und 3:3). Nun steht den früheren Teamkollegen als Trainer das brisanteste Direktduell ihrer ganzen Karriere bevor.
Daniel Steiner wechselt auf die kommende Saison nach Biel. (Andreas Hatos)Daniel Steiner ist der letzte Ambrì-Torschütze 2015. (Andreas Hatos)
Stellen Sie sich vor sie gehen am obenstehenden Bild vorbei und erwidern die historische Zeichnung, was tun Sie? Der uninteressierte 08/15-Fan geht weiter ohne das Foto genauer zu betrachten, der etwas ältere Ambrì-Tifosi oder der Eishockey-Historiker wird sich möglicherweise an die drei Spieler erinnern- und deren Namen aus seinem Langzeit-Gedächtnis ausgraben können. Versuchen Sie es gleich selber, bestenfalls werden Sie zwei Namen nennen, denn nicht einmal die Ambrì-Spieler wissen welche ihrer Vorgänger ihren Mannschafts-Car verzieren.
Der erste NHL-Superstar in Europa
Das Luzerner Carunternehmen Gössi aus Horw fährt den HC Ambrì-Piotta jeweils an die Auswärtsspiele. Das Legendentrio ist auf der Rückseite des Cars und lässt einem in längst vergangene Leventiner Zeiten abschweifen. Alle drei Spieler haben in der Valascia Kultstatus erlangt. Links ist Andy Bathgate, der erste grosse NHL-Superstar, der sich in Europa niedergelassen hat. Bathgate bestritt über 1’000 Partien in der NHL und seine Rückennummer 9 hängt unter der Hallendecke des Madison-Square-Gardens. 1971 kam der Kanadier direkt aus Pittsburgh in die Leventina, mit diesem Transfer schaffte es der Tessiner Dorfclub sogar in die «New York Times». Bathgate blieb drei Jahre im Tessin.
Der erste Number-One-Draftpick
Rechts ist das unverkennbare Porträt von Dale McCourt. McCourt wurde 1977 als Nummer 1 von den Detroit Red Wings gedrafted und war 1984 der erste «NHL-Number-One-Draftpick» in der Schweiz (Nationalliga B). Für die Detroit Red Wings, Buffalo Sabres und Toronto Maple Leafs bestritt der Kanadier über 500 Spiele. Zwischen 1984 und 1992 schoss sich der Mann mit indianischen Wurzeln für die Biancoblu in die Unsterblichkeit, sein Trikot mit der Nummer 15 wird in Ambrì nicht mehr vergeben und hängt unter der Hallendecke der Valascia.
Der Mythos um die unbekannte Ambrì-Legende
Doch wer ist der unbekannte Mann in der Mitte? Seine Darstellung im Mittelpunkt von Bathgate und McCourt lässt darauf schliessen, dass es sich hierbei um die grösste Legende handeln muss. Er trägt das älteste bekannte Ambrì-Trikot und braune Lederhandschuhe. Geschichtlich betrachtet ist es Einer aus der ältesten Epoche des Kultvereins. Ein Foto vom Januar 1939 in Origlio zeigt die Mannschaft des HCAP im selben Trikot. Ist es etwa einer aus dem Celio-Clan? Bixio, Cipriano oder Numa? Auch Ambrìs Presseverantwortlicher und sämtliche anwesende Tessiner Journalisten können den Spieler vorerst nicht identifizieren – der Mythos und das Interesse um den Unbekannten steigt. Wer ist der Mann?
Die drei Legenden auf Ambrì-Piotta’s Mannschafts-Car von Gössi verpassen kein Auswärtsspiel. (Krein)
Infiziert durch meine Neugierde wird auch Raffaela Agustoni, freischaffende Journalistin, hellhörig und geht ebenfalls auf die Suche nach der unbekannten Legende. Um die sagenhafte Geschichte noch zu steigern, drohe ich den Leventinern mit Ambrìs Gang in die Ligaqualifikation, falls der Name der Ambrì-Legende bis zum Ende der «best-of-seven» Serie gegen die SC Rapperswil-Jona Lakers nicht bekannt sein wird. Per Whatsapp bleibe ich auch nach dem zweiten Play-Out-Finalspiel zwischen Rapperswil-Jona und Ambrì (3:2) mit Signora Agustoni in Kontakt. Die Tessinerin macht sich während des dritten Spiels in der Valascia auf die Suche, Derek Holmes oder Nani Zamberlani kursieren als mögliche Legenden – trotz des zweiten Ambrì-Sieges (4:3nP), bleibt die Legende aber weiterhin nicht bestätigt.
„Der erste Ausländer und Spielertrainer in der Geschichte des HC Ambrì-Piotta.“
— über Bob Kelly
Spiel vier in Rapperswil, wieder betrachte ich das Legenden-Trio auf Gössis Car und frage den Car-Chauffeur Roberto Zilio. Wie erwartet ist auch ihm der mittlere Spieler unbekannt, doch weiss er, dass es sich um ein Kalenderbild aus der vergangenen Saison handelt. Auf der hcap-Homepage findet Zilio unter «Saldi» den «Serigrafia Vintage» mit dem Bild der gesuchten Legenden. Der letzte Mosaikstein scheint in Griffnähe, denn die Namen der drei sind unter dem Porträt publiziert, die Bildauflösung ist aber zu schlecht um die Buchstaben entziffern zu können.
Nach längerer Betrachtung scheint die Morgenröte der Leventina durch die Buchstaben durchzusickern, Bob Kelly? Es muss Bob Kelly sein. Kelly ging 1953 als erster Ausländer und Spielertrainer in die Geschichte des HC Ambrì-Piotta ein. In fünf Jahren realisierte der Kanadier in 70 Spielen, 126 Tore für die Leventiner. Kelly spielte auch noch für die britischen Spitzenclubs Paisley Pirates, Brighton Tigers und Wembley Lions. Kelly starb 2012 im Alter von 83 Jahren. Und der HC Ambrì-Piotta 2015? Wie von Geisterhand zauberten sich die Tessiner im vierten Play-Out-Spiel durch die Rapperswiler Abwehr, nach 15 Minuten lagen die Leventiner durch Tore von Keith Aucoin, Inti Pestoni und Christian Stucki bereits mit 3:0 in Führung. Meine Drohung scheint sich zu bewahrheiten, die Legende ist bekannt und Ambrì realisierte problemlos den dritten Sieg und liegt damit nur noch einen Schritt vom Ligaerhalt entfernt – vielleicht war es auch der Geist Bob Kellys welcher seine Nachkommen übers Eis fliegen liess…
Tino Celio, damals ETH-Student an der Universität Zürich, hatte im Winter 1953 den Auftrag, den ersten Ausländer der Klubgeschichte am Zürcher Hauptbahnhof abzuholen und über den Gotthard in die Leventina zu bringen. Bob Kelly kam direkt aus Schottland, wo er für die Paisley Pirates in 55 Spielen, 88 Skorerpunkte erzielt-, aber die Playoffs verpasst hat. Für einen Wochenlohn von 400 Franken, schoss Kelly am 29. November 1953, bei der 4:6-Niederlage gegen die Grasshoppers, den ersten NLA-Treffer der Leventiner.
2’614 Zuschauer in der 2. Liga, davon träumen sogar einige Teams in der NLB. (Foto: HC Sierre)
Tatort Playoff-Final in der 2. Liga, Gruppe 6, Westschweiz, Spiel 4 zwischen dem HC Sierre und dem Villars HC, 2’614 Zuschauer! Eine 2. Liga-Partie mit mehr als 2’600 Zuschauern? Kaum zu glauben. Mit den beiden Traditionsklubs Villars und Sierre messen sich zwei ehemals Grosse des Schweizer Eishockeys in dieser Finalserie. Immerhin gehörte Villars zu den acht Gründungsmitgliedern der Schweizerischen Eishockeyliga (die anderen sieben waren ebenfalls Romands) und wurde in den 60ern sogar zwei Mal Schweizermeister.
Wie konnte es überhaupt soweit kommen? Während der Villars HC immer noch in der von Madame Potin gesponserten Halle spielt und eigentlich zum Inventar der 1. Liga Westschweizer Gruppe gehört, hat sich Sierre nach dem Zwangs-Abstieg 2013 (notabene unter Trainer Morgan Samuelsson) aus der NLB direkt in der 3. Liga wiedergefunden.
Die Helden um die Gebrüder Croci-Torti und Boucher
Die Villardous (wie sie daheim genannt werden) hatten in der letzten Saison das Pech, die Playoffs in der 1. Liga um einen einzigen Punkt zu verpassen. Vor der Relegationsrunde wurde der Trainervertrag mit dem langjährigen Villars-Crack Gaëtan Boucher verlängert. Doch es kam anders als geplant. Niederlagen gegen Vallée de Joux (mit Coach Beat Kindler) und Yverdon besiegelten den Abstieg der Renards. Das alles hat Boucher an der Bande gar nicht mehr miterlebt. Zunächst wurde er krank gemeldet, anschliessend entlassen.
Das welsche Eishockey-Märchen von einst, erlebt in der 2. Liga eine Renaissance…
Der Abstieg war in Villars-sur-Ollon, wie die Station in den Waadtländer Alpen korrekt heisst, ein Drama. Trotzdem haben sich einige der routinierten Spieler auch für die 2. Liga zur Verfügung gestellt: Sémir Dufresne (Captain und Topscorer), Thierry Marro (der Patrick Kane des armen Mannes, würde Michael Krein in Anlehnung an einen berühmten Chronisten sagen), Nicolas Bernasconi (Ex-Martigny), Yves Jelovac (Bruder des EHC Biel Verteidigers) oder Vincent Ermacora (Ex-Gottéron). Präsident Philippe Bonzon (einst Teil der Meistermannschaft in den 60ern und nicht zu verwechseln mit dem französischen Nationalspieler und ex-Servettien Philippe Bozon!) holte junge Spieler, die in Villars ausgebildet wurden, zurück ins Team. Unterstützung erhalten die Renards auch von Lausanne-Hexer Cristobal Huet, der mit seiner Familie in Villars wohnhaft ist. Seine beiden Söhne spielen für die Nachwuchsteams des VHC und oft ist der französische Nationalgoalie in den Trainings der Youngsters engagiert.
Einst Aldo Zenhäusern und Didier Massy, heute Jan Zenhäusern und Johan Massy
Die Sierrois (oder Siderser) haben im März 2013 die Bilanz deponiert und mussten in der 3. Liga einen Neustart als HC Sierre wagen. Dort hielten sie sich nicht lange auf und sind direkt in die 2. Liga aufgestiegen (23 Siege in 23 Spielen). Das deponieren der Bilanz war auch für die stolzen Walliser ein Drama. Die altehrwürdige Patinoire-de-Graben ist dem Schreibenden noch bestens aus Duellen mit dem EHC Biel Mitte der 90er Jahre bekannt. Seither hat sich im Graben nicht viel geändert. Die mehrheitlich aus Stehplätzen bestehende Tribüne ist immer noch aus Holz – die Ambiance dafür einmalig. Hier wie dort wurde rund um altgediente Spieler junges Personal eingebaut. Der Erfolg hat sich rasch eingestellt. Und Sierre kämpft bereits wieder um den Aufstieg in die höchste Amateurklasse!
Zwischenstand in der Finalserie: 2:2
Am Sonntag um 20 Uhr wird es in der Patinoire-de-Villars nochmals heiss zu und her gehen. Die beiden Teams treffen sich zum alles entscheidenden fünften Finalspiel. Die Kapazitäten der Halle in Villars liegen zwar deutlich tiefer als in Sierre – aber mehr als 1’000 Zuschauer werden auch am Sonntag wieder ihre Teams anfeuern. Der Sieger wird sich in einer weiteren best-of-five Serie mit dem HC Star La Chaux-de-Fonds um den Romand-Titel in der 2. Liga messen. Eigentlich würde es sich lohnen, dabei zu sein…
Am Sonntag kommt’s in Villars zum 2. Liga-Showdown zwischen Michaël Pont (links) und Mathieu Kohli. (HC Sierre).
Wenn Playoff-Zeit herrscht, gilt dies Länderübergreifend. Zum Direktvergleich gibts nach dem Viertelfinalknüller zwischen den ZSC Lions und dem EHC Biel, die österreichische Version zwischen dem EC Red Bull Salzburg und dem EC Villacher SV. Durch den Salzburger Medienchef Guido Stapelfeldt kann ich mein Presseticket am Info Point bei der Kasse Nummer zwei beim Salzburger Volksgarten abholen.
Vorher bleibt aber noch Zeit in der „Two Seasons Sportsbar“ direkt im Stadion einzukehren. Da gibts zahlreiche Geschichten von frühzeitig angereisten Villacher Fans zu hören. Die interessanteste Villacher-Story liefert aber der ehemalige Bullen-Stürmer Markus Unterweger, er erzählt die Geschichte von VSV-Trainer Hannu Järvenpää, als er einst die 4. Reihe im Derby gegen den Klagenfurter AC nur sporadisch einsetzen wollte, diese aber ein Tor geschossen habe, so auch bei ihrem nächsten Einsatz – dies zwang Järvenpää die vierte Reihe durchspielen zu lassen.
Auch heute treten die Gäste aus Villach mit vier Reihen an, wie auf dem Matchblatt zu entnehmen ist und wie es sich für Salzburg gehört, steht den Pressevertretern ein Kühlschrank mit Red Bull Dosen zur Verfügung. Selbstverständlich steht eine Dose bei meinem Presseplatz. Als Fotograf mit dabei, ist auch mein Studienkollege Markus Knoblechner, er liefert die Fotos während der Partie für den internen Gebrauch der roten Bullen.
Die Red Bull-Dose (rechts vom Notebook) gehört zum Presse-Standard. (Krein)
Pressetechnisch und spielerisch könnte dieses dritte Spiel der Serie auch in der Schweiz stattfinden. Für mich wirkt natürlich alles einen Tick spezieller in der weiten östlichen Ferne. Beim Eingang gibts das Club-Magazin «Bully», ein Hochglanz-Heft, welches zwei-monatlich und «gratis» erscheint. Dazu gibt einen Medien-Guide, welchem in der Schweiz nur der Guide des HC Ambri-Piotta paroli bieten kann.
Nationalverteidiger Dominique Heinrich präsentiert das neuste «Bully.» (Krein)
Und was bieten die Bullen auf dem Eis? Kyle Beach bringt die Hausherren schon in der 2. Minute in Führung. 13 Sekunden vor der ersten Pause doppelt Aggressiv-Leader Thomas «Pomsche» Raffl nach. Salzburg übersteht auch sämtliche Phasen in nummerischer Unterlegenheit und der Slowene Luka Gracnar feiert einen Shutout. Die Red Bulls halten was Red Bull verspricht und Playoff in Österreich ist auch für einen Schweizer ein Genuss.
Zeremonie vor Spielbeginn. (Krein)Einblick durch das (Red) Bull-Auge. (Krein)
Um mit den Topnationen mithalten zu können, brauche die Schweiz mehr Spieler vom Format eines Mark Streit oder Martin Plüss. Diese Aussage hat Reijo Ruotsalainen an der Eishockey Weltmeisterschaft 2009 in Bern gemacht. Der Weltklasse-Verteidiger weiss wovon er spricht, der finnische Internationale hat mit dem SC Bern zwischen 1988 und 1992 drei Meistertitel geholt.
Nach einer kurzen Rückkehr für 18 Spiele beim damaligen Zürcher SC beendete der hervorragende Schlittschuhläufer 1996 seine Schweizer Karriere. In der National-Hockey-League (NHL) bestritt der in Oulu geborene Finne zwischen 1981 und 1990, 532 Spiele (84 Tore, 75 Assists) für die New York Rangers, Edmonton Oilers und die New Jersey Devils. 1987 und 1990 gewann er mit den Oilers den Stanley-Cup, 1986 spielte er nach Jari Kurri als zweiter Finne an einem NHL All-Star-Game.
Im gleichen Jahr als Ruotsalainen 1977 als 17-Jähriger in der SM-liiga debütierte, erblickten die beiden von Ruotsalainen gelobten Schweizer Martin Plüss (5. April) und Mark Streit (11. Dezember) das Licht der Welt. Plüss und Streit gehören heute zu den weltbesten Spieler ihres Jahrgangs. Doch dies war nicht immer so.
Als Nachwuchsspieler nie erste Wahl
Ab 1995 wurde in der Schweiz ein inoffizielles Ranking mit den besten Nachwuchsspielern des Landes geführt. Plüss wurde damals noch nicht einmal unter den Top 21 Stürmer berücksichtigt. Ein Jahr später lag der Dielsdorfer immerhin auf Rang 14. Mark Streit wurde 1995 als 9. und 1996 als 7. Verteidiger, hinter Spielern wie Jerry Zuurmond oder Daniel Aegerter geführt.
An der U20 Weltmeisterschaft 1996 in Boston gehörten die beiden zwar zum berühmten Juniorenteam welches erstmals mit den ganz grossen (1:2 gegen Kanada) mitspielen konnte, die beiden waren (Jahrgänge 1976 und jünger) aber erst Ergänzungsspieler. Streit schoss in fünf Partien ein Tor, Plüss blieb blieb in sechs Spielen punktelos. Punktbester Schweizer mit Jahrgang 1977 war Grasshoppers-Stürmer André Baumann. Baumann beendete seine Karriere 1999 in der NLB bei Lausanne.
1997 erstmals im Rampenlicht
Ein Jahr später an der Junioren Heim-WM 1997 in Genf und Morges erreichten die beiden mit dem 7. Platz das bis damals beste Ergebnis einer Schweizer U20-Nationalmannschaft. Plüss lag hinter dem um zwei Jahre jüngeren damaligen Supertalent Michel Riesen schon an zweiter Stelle der internen Skorerliste. Streit schoss das erste Tor für die Schweiz beim wichtigen 1:1 gegen Tschechien und spielte sich als erst zweiter Schweizer, nach Pauli Jaks 1991, in ein U20 WM All-Star-Team.
Den Titel holten sich die Kanadier. Unter Headcoach Mike Babcock standen unter anderem Christian Dubé, Daniel Brière und der erst 18-jährige Joe Thornton im Weltmeisterteam von Genf. Im 22-Mann Kader des Weltmeisters standen 17 Spieler mit Jahrgang 1977, davon spielten 14 später in der NHL. Heute noch aktiv in der besten Liga der Welt ist aber nur noch, mehr schlecht als recht, Daniel Brière (Colorado Avalanche). Der zweite heute noch aktive Weltmeister ist Kanadas Junior des Jahres 1996, Christian Dubé (Fribourg-Gottéron). Die beiden Jahrhundert-Talente der 90er Jahre stehen heute in ihren Ligen nur noch im Schatten ihrer Altersgenossen Streit und Plüss.
Nur noch neun Spieler mit Jahrgang 1977 spielen in der NHL, in der Schweiz sind es nur noch fünf
eishockeyblog
In der NHL sind heute (Stand März 2015) nur noch neun Spieler mit Jahrgang 1977 unter Vertrag. Die Verteidiger Zdeno Chara (Boston), Willie Mitchell (Florida), Stéphane Robidas (Toronto), Marek Zidlicky (New Jersey) und Mark Streit, sowie die Stürmer Kevyn Adams (Pittsburgh), Daniel Brière, Jarome Iginla (beide Colorado) und Shawn Thornton (Florida). Ausser vielleicht Jarome Iginla und Zdeno Chara hat heute keiner nur annähernd eine so tragende Rolle wie Streit in Philadelphia. Dasselbe gilt für Martin Plüss in der Schweiz. Auch da ist die einzige Ausnahme ZSC-Lions-Captain Mathias Seger. Die weiteren 77er Dubé (wird er Sportchef in Fribourg?), Joël Kwiatkowski und Byron Ritchie haben ihren Zenit längst überschritten.
Dauerbrenner Streit und Plüss
SCB-Captain Plüss spielt mit 37 Jahren vielleicht so gut wie nie zuvor und erreicht seine zweithöchste Punktzahl (45 Punkte) in der Skorerwertung seiner ganzen NLA-Karriere. Nur 2001 war er noch besser (Nicht berücksichtigt sind die 50 Punkte aus der Saison 2006-07 in der schwedischen Elitserien bei Frölunda Göteborg). Der SCB-Teilzeit Captain und Topskorer ist auf und neben dem Eis immer noch der absolute Leader und wurde, nach 2001 und 2013, zum dritten Mal in seiner Karriere zum wertvollsten Spieler (MVP) der NLA gewählt.
Philadelphia-Assistenz-Captain Streit steht mit 37 Jahren unter den Top-12 aller NHL-Verteidigern und liegt aktuell nur drei Zähler hinter seinem Altersgenossen und Mittelstürmer Iginla in der Gesamt-Skorerwertung. Aktuell ist Streit statistisch der weltbeste Verteidiger in seinem Jahrgang und er gehört auf und neben den Eis zu den Führungspersönlichkeiten des Teams von Headcoach Craig Berube. Selbst die NHL-Werte Ruotsalainens hat Streit, mit Ausnahme des Stanley-Cup-Gewinns, längst geknackt – und aktiv ist er mindestens noch bis 2017 und steht dann in seinem 40. Lebensjahr.
Beschwerlich ist sie manchmal, die Anreise ins bündnerische Landwassertal, an einem Freitag dauert sie geschlagene vier Stunden. Meistens bleibt da auch keine Zeit für einen Zwischenhalt und wenn du in Davos einfährst hast du Hunger und bist Müde, verschwitzt, hast Durst und musst auf die Toilette, doch eigentlich solltest du in voller Frische deinen Arbeitstag starten. Dies geschieht dann auch, nach abarbeitung der Aufzählung bei der Einfahrt.
Nach der Auffrischung führt der Gang zum Davoser Medienraum entweder durch den inneren Teil der Kathedrale, vorbei vor der Davoser-Fankurve, welche sich schon eine Stunde vor Spielbeginn weit in bierlagigem Zustand befindet oder den Weg aussen um die «Eissporthalle», um dann nochmals das Presseticket vorzuweisen.
Im Davoser Medienraum angekommen hängt das Plakat «DAVOS HOCKEY ZUHAUSE IST.» Was ist denn dass für ein Satz? Germanismen mit Mundart gekreuzt. Eigentlich noch ein cooler Slogan mit coolem Wortspiel, doch warum in zwei Sprachen? «Da vos Hockey dahei isch.» Der Deutsche wird den Slogan zu Beginn nicht verstehen und der Schweizer versteht die durchmischung der Sprachen nicht.
«Zuhause ist» Davos an diesem Abend gegen die ZSC Lions der Verlierer. Zu «Reden-» gibt nicht nur das Werbeplakat, sondern HCD-Neuzugang «bach», oder eben Tyler Redenbach. Reden tut er auch nach dem Spiel, zusammen mit Morris Trachsler, Andres Ambühl und Samuel Guerra im SRF-Interview: «Davos Hockey zuhause ist» oder «Da vos Hockey dahei isch?» Nachhause fahren heissts dann auch für den erneut durch Hunger geplagten, müden, verschwitzten und durstigen Mann aus dem Unterland, einzig der Gang zur Toilette wird noch in Davos erledigt.
Fifth Avenue, mitten im Rummel des Grossstadtjungels, «liechter won i härechume lüchtet’s u blinket’s aues fliesst wie wenn e fium louft überau lüt lüt überau» (ZüriWest) fährt ein Bus ins Blickfeld, nicht der Bus aber die Werbekampagne des Buses sticht dem «hockeyaffinen» sofort ins Auge. Martin St. Louis, Martin Brodeur, Sidney Crosby und Joe Thornton beeindrucken durch ihre Grösse, wie es sich eben für New York gehört. Der Store liegt an der Kreuzung «6th Avenue und der West 47. Street», offiziell bei der Hausnummer 1185, an der «Avenue of the Americas.» Offiziell wurde die sechste Strasse bereits 1945 in die «Avenue of the Americas» umbenannt, wird aber im Alltag immer noch als «Sixth Avenue» bezeichnet. Zurück zum Store, als Zückerchen ist der Hockey-Laden an einen Starbucks-Store gekoppelt.
Kaffee und Hockey was will man mehr? In der Tat entpuppt sich die Kombination Starbucks/NHL-Store als Schalt- und Walt Zentrale jedes New York Besuchs. Die Kombination ist Treffpunkt, Ruhepol, Warteplatz, Frühstücks-Platz, Fotostudio sowie «Working-Press» Station, wie es ein berühmter Schweizer Hockey-Journalist zu sagen pflegt. Frühstück bei Starbucks statt Tiffany, gibts Trip für Trip und Tag für Tag auf sämtlichen New York Exkursionen. Bei sechs Tripps werden hier einige Geschichten geschrieben.
Riccardo Fumasoli(links)oder…
…gestalte dein Lieblingstrikot.
Im Januar 2009 arbeitet ein Schweizer im Laden der Hockey-Herzen, Riccardo Fumasoli, ein ehemaliger Tessiner Hockeyaner dessen Bruder einst Torhüter beim HC Porza gewesen ist, für den Fall der Fälle kann er uns sogar Tickets für die bevorstehenden NHL-Spiele besorgen. 2015 machen wir eine private Foto-Session mit allen möglichen Trikots und möglichen Stanley-Cup-Siegerkandidaten, zudem laufen auf dem imposanten Videowürfel, flankiert durch tausend Hockeystöcke die NHL-Highlights in der Endlosschlaufe.
Die Hockey-Oase dient aber auch als ruhige Schreibstätte und als Ort der Erholung vom lauten und pulsierenden Strassen-Rummel Manhattans. Manche dieser Blog geschichten wurden direkt aus New York (Working-Press) hochgeladen und mancher Kaffee hat zu wichtigen Entscheidungen für den bevorstehenden Road-Trip beigetragen. Dabei geht jeweils fast vergessen, dass man hier eigentlich NHL-Fanartikel kaufen sollte. Nicht zu vergessen, dass sich das NHL-Hauptquartier, ganz unscheinbar, gleich nebenan befindet.
Der «Stock-Video-Würfel» (Krein)
Ralph «Rolf» und Michaels Kaffees stehen täglich bereit.(Krein)
Es gibt drei NHL-Büros, eines in Toronto, eines in Montreal und eines in New York, im selben Gebäude wie Starbucks und NHL-Store in der 15. Etage. Die Eingangshalle ist äusserst unscheinbar und niemand würde hier die NHL-Zentrale erwarten, es ist wie in einem alten James Bond-Film, entweder bist du offiziell angemeldet oder musst dich an der Lobby beim Security-Man vorbeischleichen. Wir konzentrieren uns aber vorerst auf Kaffee und den Spielplan rund um die «1185 Avenue of the Americas.»
Seit ihrer Gründung 1972, spielen die New York Islanders im Nassau-Veterans-Memorial-Coliseum auf Long Island. Aktuell stehen die Islanders als Topteam der Metropolitan Division an der Tabellenspitze. Für die ehemaligen Teamkollegen von Mark Streit und Nino Niederreiter ist es die letzte Saison in Uniondale. Im Sommer 2015 zügelt die Franchise innerhalb Long Islands nach Brooklyn, einem Stadtteil südöstlich von Manhattan. 73 Jahre nach den Brooklyn Americans (1941-42) kehrt das NHL-Eishockey wieder in den zweitdichtesten Stadtbezirk New Yorks zurück.
NHL-Kult-Spielstätte
Das Nassau-Coliseum der Islanders ist nach dem Madison-Square-Garden die zweitälteste Arena der Liga und entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen einer modernen NHL-Arena. 1985 schloss der damalige Besitzer John Pickett mit dem Stadionbetreiber des Nassau-Coliseums einen 30-Jahres-Vertrag ab, welcher im Sommer dieses Jahres ausläuft. Unter dem Management von Besitzer Charles B. Wang wird das 18’000 Plätze fassende Barclays Center in Brooklyn die neue Heimat der Islanders.
Nicht nur wegen Mike Bossy’s Ehrung versprüht das Nassau-Coliseum noch heute den Charme der 80er Jahre. (Krein)
Mit einer sportlich möglichst erfolgreichen Saison wollen sich die Spieler von Uniondale verabschieden: «Das sind wir unseren Fans Schuldig», meint der Österreicher Michael Grabner. «Eigentlich will ich gar nicht weg von hier, es gefällt mir hier sehr gut», meint einer der schnellsten Stürmer der Liga weiter. Dies betrifft nicht nur Grabner, sondern die meisten möchten lieber in der gewohnten Umgebung bleiben. Das Barclays Center (Eröffnung 2012) in Brooklyn gehört ab 2015 zu den modernsten Hallen der Liga, lässt aber vor dem Umzug noch einige Fragen offen. Die Parkmöglichkeiten sind begrenzt und trainiert wird weiterhin im 50 km entfernten Syosset, am 175 Underhill Boulevard.
Mit dem jüngsten Umzug in ein neues Stadion verliert die Liga nach Boston, Buffalo, Chicago, Detroit, Los Angeles, New Jersey, Philadelphia, Pittsburgh, St. Louis, Toronto, Vancouver und Washington eine weitere Kultstätte. Neben dem All-Star-Game 1983, wurden im Coliseum drei Stanley-Cups (1980, 1981 und 1983) in die Höhe gestemmt, der letzte 1983 beim 4:2-Sieg im vierten Spiel gegen die Edmonton Oilers. Der damalige Torschütze zum 3:2, Mike Bossy wird am 30. Januar 2015 vor der Partie gegen die Boston Bruins geehrt, der «Hall-of-Famer» gewann mit den Islanders vier Stanley-Cups und seine Rückennummer 22 wird bei den Isles nicht mehr vergeben.
Islanders-Revier «We’re all Islanders», im Hintergrund das Marriott’s Hotel. (Krein)Das Nassau-Veterans-Memorial-Coliseum in seiner letzten und 42. Saison mit den Islanders. (Krein)
Neues Kapitel steht bevor
Mit dem Umzug nach Brooklyn wird das erfolgreiche Islanders-Kapitel aus der Vergangenheit endgültig abgeschlossen. Nach einer langen Durststrecke ist die Mannschaft um Superstar John Tavares auf dem besten Weg an die Erfolge von Bossy und Co. anzuknüpfen. Den ersten Grundstein wollen die Islanders aber schon in ihrer letzten Saison im Kult-Stadion Nassau-Veterans-Memorial-Coliseum legen.
Mit Michael Grabner vor der Kabine der Islanders. (Isles-Betreuer)Die Kapitäne, von Westfall bis Tavares. (Krein)
New York Islanders – Boston Bruins 2:5 (0:2, 1:1, 0:2) Nassau-Veterans-Memorial-Coliseum. – 16’170 Zuschauer. – SR Sutherland (11) /Lemelin (41), Mach (78) /Gibbs (66). – Tore: 14. Smith (Lucic, Krejci) 0:1. 17. Bergeron (Hamilton, Smith /Ausschluss de Haan) 0:2. 29. Tavares (Clutterbuck, Hamonic) 1:2. 36. Grabner (Boychuk, Tavares) 2:2. 40. Miller 2:3. 42. Krug (Smith, Lucic) 2:4. 58. Lucic (Krejci, Chara) 2:5. – Strafen: New York 1-mal 2 Minuten, Boston 2-mal 2 Minuten. – Bemerkungen: New York ohne Donovan, Boston ohne Bartkowski und Caron (alle verletzt). Mike Bossy vor dem Spiel auf dem Eis geehrt. Smith*, Lucic** (beide Boston) und Tavares*** (New York) als beste Spieler ausgezeichnet. New York Islanders: Halak (Johnson); Hamonic, De Haan (2); Boychuk, Hickey, Leddy, Strait; Strome, Lee, Nielsen; Bailey, Cizikas, Clutterbuck, Grabner, Grabovski, Kulemin, Martin, Nelson, Tavares. Boston Bruins: Rask (Svedberg); McQuaid, Seidenberg; Chara, Hamilton, Krug, Miller; Smith, Bergeron, Marchand; Campbell, Cunningham, Eriksson, Kelly, Krejci (2), Lucic, Paille, Pastrnak, Söderberg (2).
Zum zweiten mal steht Philadelphia auf dem Programm. Amtrak bringt dich innerhalb von zwei Stunden in die ehemalige Hauptstadt der USA. Die Zugfahrt bietet dabei ein bisschen Hollywood-Feeling. Zwei Stunden kannst du Leute und deren Verhaltensmuster beobachten, was für ein Leben der Herr im Anzug und am Natel wohl führt? Wie lange der Ticket-Kontrolleur wohl schon auf der Amtrak-Linie fährt? Ticket? Das Ticket liegt immer noch in meinem Hotelzimmer und eigentlich dürfte ich gar nicht im Zug sitzen. Der freundliche Kontrolleur an der Penn-Station, man wird bereits vor dem Einsteigen kontrolliert, drückt ein Auge zu, denn ich habe immerhin die Quittung (Receipt) dabei.
Im Zug gibts aber eine zweite Kontrolle, da muss ich die Geschichte erneut erklären und manch einer mag sich wohl fragen, welches Leben dieser Herr mit dem Ticket-Problem wohl führt und woher er wohl kommt? Wie gesagt, es ist wie in einem Film, mein Film bewegt isch zwischen einer Komödie und einem Drama. Der Zug ist bereits in Trenton, zwischen 2007 und 2011 spielt hier das Farmteam der New Jersey Devils, die Trenton Devils, vorher bekannt als Trenton Titans aus der East-Coast-Hockey-League.
Die Rocky-Balboa-Statue. (Krein)Die Rocky-Treppe. (Alex Löffel)Rockys Blick auf Philadelphia-Downtown. (Krein)
Frühzeitig in Philadelphia angekommen, bleibt genügend Zeit sich die berühmte Rocky-Treppe und die Rocky-Statue anzuschauen. In der Stadt treffen wir Sport-Informations-Korrespondent Alex Löffel und gehen gemeinsam durch die «Streets-of-Philadelphia» Richtung Museum-of-Art, gleich beim «Kelly Drive», die Strasse welche nicht nach Fürstin Grace, sondern ihrem Bruder, dem Olympischen Ruderer John Kelly benannt ist.
Vom fiktiven Boxer, gehts an die Strasse der echten Boxer, an die Broad-Street vor dem Wells-Fargo-Center. Vor dem Pub erinnert eine Statue von Bobby Clarke und Bernie Parent an den letzten Stanley-Cup-Gewinn der Flyers als «Broad-Street-Bullies» 1975. Heute sind die Flyers keine Prügelbande mehr, gegen Toronto gibts gerade mal eine 2 Minuten Strafe (Jakub Voracek), was zu Zeiten der Broad-Street-Bullies mit Clarke, Dave Schultz, André Dupont und Co. undenkbar gewesen wäre.
Das Broad-Street-Bullies-Pub an der Pattison-Avenue. (Krein)
Nach dem Spiel gehts per Taxi zügig Richtung Bahnhof, denn der letzte Zug nach New York fährt pünktlich und morgen geht der Rückflug in die Schweiz. Doch für den Mann ohne Zugticket beginnt nun erst das richtige Spiel, im wahrsten Sinne des Wortes gegen die verbale Version der Broad Street Bullies. Vormittags durch den New Yorker Amtrak Kontrolleur den Zug passiert, passiert dies leider nicht mit der «Big-Mama» in Philadelphia.
Die Kontrolleurin nimmts ganz genau und macht ihren Job hervorragend. «Thats the receipt, thats not a Ticket» lautet das Password für das äussere Tor (nur um die Treppe Richtig Perron zu passieren). Doch wie lautet das Password für das innere Tor? Wie Tom Cruise bei Eyes-Wide-Shut, kommt der Mann ohne Ticket ins Schwitzen. Gefasst erklärt der Landsmann von Mark Streit der korrekten Kontrolleurin nochmals, warum er nur eine «Quittung» dabei hat, die Quittung ist praktisch identisch mit dem Zugticket.
Die Bahnhofhalle von Philadelphia und Schauplatz für das «Receipt-Theater». (Krein)
Doch es ist nur eine Quittung. «You need a Ticket», sie lässt den Mann nicht durch und die Zeit läuft, während hunderte von Passanten mit ihrem Ticket die Treppe in den «Himmel» erklimmen, kämpft der Mann auch noch gegen die Zeit. Nur noch wenige Minuten bleiben noch zum Einstieg und der Schlachtplan lautet, kurz vor der Abfahrt einfach vorbei zu rennen, «Big-Mama» würde uns nicht einholen können bis zum Einstieg. Dennoch eine heisse Situation, die US-Amerikaner sind nicht zimperlich wenn einer aus der Reihe tanzt. Philadelphia ohne Wiederkehr? Der Mann sieht sich bereits im Knast von Philadelphia: «Wenn ich Schwein habe, holt mich Streit dann aus dem Knast.»
Die Kontrolleurin verlangt ein neues Ticket zu kaufen für 60 Dollar, dabei hat er ja längst bezahlt und sogar eine Quittung auf dem Natel. In der Not erinnert sich der Mann an die letzten Tage, dass eine seiner EC-Karten (die Raiffeisen) hier nicht funktioniert. Mittlerweile sind sämtliche Passagiere an Bord der Amtrak und die Kontrolleurin begleitet den Störenfried an den Bankomaten um mit ihm gemeinsam das fehlende Ticket zu lösen.
Der Trick gelingt, die Bankkarte wird mehrmals abgelehnt, leider habe er nur diese bei sich, doch hier sei ja die Quittung, er würde das Ticket per Mail zusenden. Nur noch wenige Minuten bis zur Abfahrt von Amtrak, so kneift die strenge Amtrak-Frau doch noch ein Auge zu und der Schweizer kommt mit einem blauen Auge davon. Philadelphia was für eine Stadt, was für ein Erlebnis, für alles andere gibts die Mastercard.
Michael del Zotto ist durch, Michael Krein muss noch ran. (Krein)
Eigentlich hätte alles ganz anders sein sollen. Das Ziel dieses Tages heisst Hartford, erstmals soll ein Spiel der American-Hockey-League (AHL) unsere New York-Tour bereichern. Ab Penn-Station New York ist die Hauptstadt des Bundesstaates Connecticut innert nur zweieinhalb Zug-Stunden zu erreichen. Nicht die Hartford Whalers, sondern die Hartford Wolf Pack empfangen im XL-Center die Bridgeport Sound Tigers, also ein Derby zwischen New Yorks Farmteams. Frühzeitig stehen wir an der Penn-Station beim Amtrak-Schalter um die Zugfahrt zu buchen, die Tickets (LA 104, Plätze 1 und 2) fürs AHL-Spiel liegen bereits in Hartford zu je 30 US-Dollar am Will-Call Schalter im XL-Center in einem Couvert für «Mr Krein» abholbereit.
Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen, dass der Amtrak-Zug, wie auf amtrak.com (NYP – HFD) im Vorfeld recherchiert, zwar pünktlich um 14 Uhr in der Hartford Union-Station einrollt, jedoch nicht, dass die Rückreise erst in einer Woche wieder angetreten werden kann. «Sie können heute nicht zurückfahren», sagt der nette Spence Olchin-Verschnitt hinter der Scheibe. Der Zug pendelt nur einmal wöchentlich zwischen New York und Hartford. Die AHL-Premiere wird noch früh Vormittags in einem Lokal der Penn-Station, tief unter den Strassen von New York mit Samuel Adams ertränkt.
„Die Tickets liegen noch heute irgendwo in Hartford und wurden nie abgeholt.“
— Michael Krein, Amtrak-Depp
Nach der ersten grossen Enttäuschung über die persönliche Niederlage gibts immerhin noch die Alternative National-Hockey-League. Anstelle des AHL-Knüllers gastieren gleichentags ja noch die Pittsburgh Penguins «ennet» dem Hudson-River. Tja dann halt Crosby und Co. statt Chris und Ryan Bourque oder zum achten Mal Prudential-Center statt zum ersten Mal XL-Center. Auch die Penguins sehe ich nicht zum ersten Mal in Newark. Eigentlich eine Frechheit, wenn die Alternative Crosby heisst, denn nur schon Sidney Crosby allein ist immer ein Spiel wert. Sein Linienkollege Chris Kunitz bestreitet an diesem Abend sogar sein 700. Spiel in dieser Liga. Kunitz und Crosby sind es schliesslich, welche die Gäste in die Overtime bringen und schon während des Warm-Ups ist Hartford zwar nicht vergessen, aber wird nur schon durch Crosbys Stickhandling wettgemacht.
John Ferguson, Director-of-Player-Personnel der Boston Bruins steht neben mir im Aufzug zu den Presseplätzen im Prudential Center, der «Lift» bringt uns direkt zu den Medienplätzen, direkt unter dem Hallendach der 17’625-Plätze-Arena. Für Presseleute und NHL-Team-Manager ist ein ganzes Stockwerk reserviert. Die Liste der Sitzplatzordnung hängt sogar noch vor der Toilettentüre. Kein Gedränge wie wir es von Schweizer Stadien kennen und die Zeit um sein Geschäft zu erledigen in der Pause manchmal knapp wird, in der National-Hockey-League ist der Gang aufs Klo so angenehm wie ein Spaziergang durch New Yorks Zentral-Park.
28. Januar 2015, „Michal Krain“ als Tscheche für die falsche Website auf der Medientribüne? (Krein)
Altbekannter aus Lyss
Die Pressetribüne ist mit 128-Sitzplätzen auf zwei Etagen unterteilt. John Ferguson zeigt mir den Weg zu meinem Presseplatz (Nummer 2) und verabschiedet sich mit «good Game» zu den Plätzen der NHL-Manager. Dort sitzt auch ein alter Bekannter aus Lyss. Dave Baseggio, Vize-Präsident der Anaheim Ducks. In der zweiten Drittelspause unterhalten wir uns kurz über seine Aufgabe und die Organisation der Anaheim Ducks, sowie über seine Zeit als NLB-Ausländer 1992-93 beim SC Lyss.
Rundum Service-Paket
Der Service für die Medienvertreter ist gross, in jeder Drittelspause wird eine Zusammenfassung der Spielstatistik verteilt, während des Spiels gibt es sogar einen separaten Speaker welcher nur für die Medientribüne sämtliche Strafen und Tore kommentiert. Auf dem Videowürfel sind nicht nur die Spieler «On Ice» angezeigt, sondern auch die Torschüsse sind jederzeit «up-to-date». Nichts scheint einem hier zu entgehen. Nach zwei Dritteln steht es nach 13:18 Torschüssen und je sechs Strafminuten immer noch 0:0 und die New Jersey Devils liegen nur Dank Ex-Ambrì-Goalie Cory Schneider noch nicht in Rückstand. Schneider wird beim 2:1-Sieg der Devils nach Penaltyschiessen durch die Medienvertreter auch als «Third-Star» ausgezeichnet.
Offene Kabinen und Telefon-Kult
Zum Ende des Spiels werden die Medienvertreter per Lift in die Katakomben des Prudential Center begleitet. Die Kabinentüren zu den Devils und Toronto Maple Leafs sind geöffnet, in der Schweiz ein undenkbares Unterfangen, in der NHL eine Selbstverständlichkeit. Fehlt dir das «Finalsheet» mit der Schlussstatistik über das Spiel, wird dir auch dieses vom Medienvertreter sorgfältig nachgereicht. Bei aller Herrlichkeit der Medienarbeit der NHL, die Telefone auf den Presseplätzen der zweitneusten NHL-Arena (Baujahr 2007) lassen einem an längst vergangene Zeiten erinnern. Die NHL ist eben auch neben dem Eis Kult oder eben in allen Belangen einfach ein bisschen anders als bei uns.
Die Medienvertreter beim Interview mit Torontos Jonathan Bernier in der Gästekabine. (Krein)Kult-Telefon auf der Medientribüne. Nur die Wählscheibe fehlt noch. (Krein)Die Kabine der New Jersey Devils mit dem leeren Platz des abgereisten Damien Brunners. (Krein)Die Spieler «On Ice» (Larsson, Greene, Havlat, Zajac und Elias) sind auf dem Videowürfel angezeigt. (Krein)
New Jersey Devils – Toronto Maple Leafs 2:1nP (0:0, 0:0, 1:1, 1:0) Prudential-Center. – 15’882 Zuschauer. – SR Charron (6) /Walsh (29), Mach (78) /Sericolo (84). – Tore: 51. Van Riemsdyk (Bozak, Clarkson) 0:1. 58. Larsson (Havlat, Elias) 1:1. – Penaltyschiessen Gomez -, Santorelli -, Josefsson 1:0. Bozak -, Elias 2:0. – Strafen: New Jersey Devils 6-mal 2 Minuten, Toronto Maple Leafs 4-mal 2 Minuten. – Bemerkungen: New Jersey Devils ohne Harrold und Ryder, Toronto ohne Leino, Phaneuf und Robidas (alle verletzt). Elias*, Schneider** (beide New Jersey) und Jonathan Bernier*** (Toronto) und als beste Spieler ausgezeichnet. New Jersey Devils: Schneider (Kinkaid); Fraser (2), Gelinas, Greene, Larsson (2), Merrill, Zidlicky; Steve Bernier, Cammalleri, Elias, Gomez, Havlat, Henrique, Jagr (2), Josefsson, Ruuttu, Tootoo (2), Zajac (2), Zubrus (2). Toronto Maple Leafs: Jonathan Bernier (Reimer); Rielly, Polak; Franson, Gardiner (2), Granberg, Holzer; Van Riemsdyk, Booth, Bozak, Clarkson (2), Holland (2), Kadri, Kessel, Komarov, Panik, Santorelli (2), Smith, Winnik, Van Riemsdyk.
Sie tummeln sich wieder in den Eisstadien Europas, die Späher der National-Hockey-League (NHL). Allein am letzten Wochenende mit drei Spielrunden waren ein Dutzend NHL-Scouts in der Schweiz unterwegs. Die beiden Scouts der Buffalo Sabres, Fredrik Andersson und Teemu Numminen pendeln von Bern via Zürich nach Kloten. In Bern beobachten die beiden Skandinavier unter anderem Christoph Bertschy (Game-Winning-Goal), dessen Rechte allerdings schon bei den Minnesota Wild liegen. In Zürich sind es Jonas Siegenthaler und Denis Malgin, in Kloten sind es die jungen Davoser welche die Späher kurz vor ihrem Rückflug interessieren. Auch Pittsburgh-Scout Tommy Westlund ist in Zürich und Kloten anzutreffen.
Ehemalige Spieler
Andersson, und Numminen waren einst selber Spieler. Andersson langjährier Torhüter bei MoDo Hockey Örnsköldsvik und Numminen war einst auf dem Weg in die NHL seinem älteren Bruder Teppo Numminen zu folgen. Wie Teppo, wurde auch der fünf Jahre jüngere Teemu von den Winnipeg Jets gedrafted, allerdings blieb es beim Draft. Nun beobachtet er selber mögliche Draft-Kandidaten für die Buffalo Sabres. Die beiden Skandinavier sind für das Amateur-Scouting in Europa zuständig. Als Pro-Scout in Buffalo ist übrigens Ex Bern- und Lausanne Trainer John van Boxmeer tätig.
Kalevi Numminen
Apropos Trainer, Teppo- und Teemus Vater Kalevi Numminen ist in Finnland eine Legende, nach ihm ist sogar die Auszeichnung für den SM-liiga-Trainer des Jahres benannt. Vier Gewinner der Kalevi-Numminen-Trophy waren schon Trainer in der Schweiz. Ex Zug-Trainer Rauno Korpi gewann die Trophäe 1982, 1986 und 1987, der langjährige Kloten-Ausbildner Wladimir Jursinow wurde zwischen 1993 und 1995 drei Mal in Serie ausgezeichnet, ex SCB-Coach Hannu Jortikka zwischen 1999 und 2001 ebenfalls. Der vierte ist Raimo Summanen 2002.
„Connor McDavid und Jack Eichel sind die heissesten Anwärter für die Nummer Eins„
— Teemu Numminen (Buffalo Sabres)
Kalevi und Teppo Numminen haben bereits Eishockey-Geschichte geschrieben, Teemu Numminen soll als Scout zumindest den europäischen Teil des Kapitels der Buffalo Sabres von Morgen schreiben. Zu den heissesten Draft-Kandidaten für den Number-One-Draft 2015 zählen der Kanadier Connor McDavid (Erie Otters) und der Amerikaner Jack Eichel (Boston University). Die ersten Europäer sind auf den Positionen sieben und dreizehn des Rankings des International-Scouting-Services (ISS) vertreten: Oliver Kylington von Färjestads BK Karlstad und der Finne Mikko Rantanen von TPS Turku.
Die Schweizer Draft-Kandidaten
Die hoffnungsvollsten Schweizer Talente des ISS-Rankings sind Jonas Siegenthaler und Denis Malgin (Sohn von Albert Malgin) und dürften beim Draft vom nächsten Juni (26./27.) in Sunrise, Florida zum Zug kommen. Auf der nordamerikanischen Liste stehen die beiden in der Quebec-Major-Junior-Hockey-League (QMJHL) engagierten Kay Schweri (Sherbrooke Faucons) und Timo Meier (Halifax Mooseheads).
Unter Beobachtung stehen auch weitere Schweizer Talente wie Dominik Diem (GCK Lions), Colin Fontana (HC Lugano), Fabian Haberstich (SCL Tigers), Auguste Impose (HC Genf-Servette), Roger Karrer (GCK Lions), Timo Haussener (Rapperswil-Jona), Calvin Thürkauf (Zug) sowie die Berner Luca Hischier, Yanik Burren und Dario Meyer.